Pfaffenhütchen kämpft sich nach Lockdown durchs tiefe Gras

Der Verein Pfaffenhütchen e.V. setzt sich schon lange für die Umwelt ein. In den Wochen des Covid-19-Lockdowns musste die Arbeit inklusive der Mäharbeit aber vorerst ruhen. Jetzt konnte es endlich weitergehen.

Pfaffenhütchen kämpft sich nach Lockdown durchs tiefe Gras

Wer und was steckt hinter dem Verein?

Der Niederkasseler „Pfaffenhütchen e.V.“ ist ein Verein, der aus der Ökogruppe der Evangelischen Kirchengemeinde Niederkassel, Bezirk Auferstehungskirche, entstand. Hier hatte man es sich schon vor über 30 Jahren zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zu einer natürlichen Umwelt in Niederkassel zu leisten. Der ehemalige Pfarrer Dankwart Kreikebaum konnte viele Niederkasseler für diese Idee begeistern und so pflanzt die Ökogruppe seit 1987 etwa zwei Mal im Jahr an vielen Stellen im Stadtgebiet Niederkassel Feldgehölze und Vogelschutzhecken und legte Streuobstwiesen an: Zwischen dem Gewerbegebiet Mondorf-Rheidt und einem Reiterhof liegt versteckt ein von dichtem Baumbewuchs und Hecken umgebenes Gelände. Hier musste vor vielen Jahren für das neue Industriegebiet eine hoch belegte Ausgleichsfläche geschaffen werden. „Hoch belegt“ hieß in diesem Fall, der Grund musste einen besonderen ökologischen Wert haben. Die Anfrage der Stadt Niederkassel an den Verein „Pfaffenhütchen“ war dann der Start zu einem besonderen Projekt: zwei nebeneinanderliegende Streuobstwiesen. Dort wurden im Laufe der Jahre zweiundsechzig Obstbäume angepflanzt, unter anderem Apfelbäume, Kirsch- und Pflaumenbäume, Birnen- und Quittenbäume sowie drei Walnussbäume und ein Pfirsichbaum. Die alten Apfel- und Birnensorten wie Jakob Lebel, Roter Berlepsch, Roter Boskoop, Grafensteiner beziehungsweise Forellenbirne und Butterbirne gedeihen hier besonders gut.

Zwei Monate lang keine Pflege der Streuobstwiese

Bedingt durch den Covid-19-Lockdown konnte das Projekt allerdings nicht gepflegt und vor allem nicht gemäht werden. Und nach gut zwei Monaten Stillstand machten die Vereinsmitglieder die Erfahrung, dass wenn man die Natur sich selbst überlässt, sie sich jenen Flecken Erde zurück erobert, der zuvor liebevoll angelegt und gepflegt wurde. So kam es, dass das Gras, das zwischen den Bäumen und bis zur Randbepflanzung mit Haselnuss, Schlehe, Weißdorn, Liguster und Pfaffenhütchen wächst, gut einen Meter hochstand. Doch nun konnte man dem Grün wieder mit vereinten Kräften und allerlei maschineller Unterstützung an die Wurzel gehen. Aber selbst die Profigeräte stießen hier an ihre Grenzen und mit Sensen kannten sich die wenigsten der sieben Helfer aus. Lediglich diejenigen, die sich den Aufsitzrasenmäher zu Eigen gemacht hatten, genossen die Arbeit, die ihnen sichtlich Vergnügen bereitete. Es dauerte einige Zeit und kostete den einen oder anderen Schweißtropfen, bis die rund 6.600 Quadratmeter Wiese gemäht und in langen Bahnen zusammengerecht waren. Aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Auf den traditionellen Umtrunk mit einer zünftigen Brotzeit im Anschluss verzichtete man aus Hygienegründen.

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