Niederkassel: e herrlich Laache em Jeseech

Kolumne „Bönnsch Mädche in Niederkassel“ zum Lass-uns-lachen-Tag 2021

Niederkassel: e herrlich Laache em Jeseech

Wann habt Ihr das letzte Mal so richtig herzhaft gelacht? Erinnert Ihr Euch? Bei mir ist es ganz genau eine Woche her. Eine Freundin hatte mir per Whatsapp ein albernes kleines Video geschickt. Ich habe es angeschaut und mich eine geschlagene halbe Stunde nicht mehr eingekriegt vor Lachen. Natürlich war der Auslöser von Außen betrachtet lächerlich, aber darum ging es irgendwann auch nicht mehr. Lachen hat die wunderbare Angewohnheit, sich zu verselbstständigen, wenn wir ihm freien Lauf lassen.

Solche Momente hatte ich früher häufig. In der Schule bin ich regelmäßig im Unterricht ermahnt worden, weil ich einfach nicht aufhören konnte zu lachen. Und mit meinen Freundinnen: Wie oft saßen wir einfach nur zusammen und haben gekichert. Diese Art des Lachens wird irgendwann immer seltener. Na klar, wir lachen viel in Gesellschaft, lachen über Witze unserer Kollegen, über Komödien, Grimassen, Katzenbabies, geschickte Pointen oder die Absurdität mancher politischen Entscheidungen. Aber dieses Lachen ist bewusst, es entzieht sich in der Regel nicht unserer Kontrolle. Es ist…ein erwachsenes Lachen.

Versteht mich nicht falsch: Ich mag dieses Lachen und ich lache es viel und gerne. Aber dennoch freue ich mich sehr über die seltenen Momente wie vergangene Woche, in denen ich einfach herzhaft draufloslache, ohne darüber nachzudenken, ob es gerade angebracht ist und was andere von mir denken mögen.

Lachen ist gesund…und ansteckend

Aber egal, wie, wo und warum wir lachen, feststeht: Lachen ist gesund. Spätestens seit der Bonner Kabarettist und Arzt Dr. Eckard von Hirschhausen es sich zur Aufgabe gemacht hat, diese Frohe Botschaft unters Volk zu bringen, weiß das in Deutschland jedes Kind. Wir wissen auch: Lachen ist ansteckend. Leider gilt das auch im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Gasaustausch und damit leider auch der Ausstoß von Aerosolen potenziert sich beim Lachen um ein Vielfaches. Vielleicht sollten Wir unseren nächsten Lachanfall also nicht unbedingt auf einen Besuch im Supermarkt oder beim Arzt legen.

Aber Spaß beiseite: Es sind merkwürdige und anstrengende Zeiten, geprägt von Sorgen, Ängsten, Entbehrungen und sozialer Isolation. Das Lachen fällt da zuweilen schwer oder bleibt, unter der FFP2-Maske versteckt, wortwörtlich im Halse stecken. Aber gerade in solchen Zeiten brauchen wir das Lachen mehr denn je. Es schützt vielleicht nicht vor Corona, aber vor Schwermut und Langeweile und auch ein wenig vor Einsamkeit. Und einen guten Nebeneffekt hat es auch: Wenn ihr nur lange genug lacht, ersetzt es sogar ein kleines Workout im (derzeit geschlossenen) Fitnessstudio. Ich zumindest hatte nach meinem letzten Lachanfall einen ordentlichen Muskelkater.

In dem Sinne wünsche ich Euch einen amüsanten Lass-uns-lachen-Tag 2021!

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