Theaterverein Rheidt: Rheingold - Goldrausch in Mondorf

Nach einer langen Zwangspause brachte der Theaterverein die ersten Vorstellungen auf die Bühnenbretter.

Theaterverein Rheidt: Rheingold - Goldrausch in Mondorf

Am Samstag, den 27. und Sonntag, den 28. November 2021 brachten die Darstelle*innen des Theatervereins 1930 Rheidt e.V. nach eineinhalb Jahren coronabedingter Zwangspause das Winterstück "Rheingold" in der Aula der Alfred-Delp-Realschule in Niederkassel-Mondorf zur Aufführung.

Worum geht’s?

Der Dreiakter aus der Feder von Norman Klar und Johannes Stett spielt im beschaulichen Mondorf, etwa um 1880, während in den USA der große Goldrausch im vollen Gange ist. Im "Dorfkrug" von Wirtin Rosie Suurbier (Norman Klar) wird die tägliche Langeweile unterbrochen. Bürgermeister A. Schimmel (Sascha Paulus) versucht der Aushilfsbedienung Marie Protz (Alina Kuhlemann) zu verdeutlichen, wie der Ort Mondorf touristischer attraktiver gestaltet werden könnte. Er möchte ein Strandfest kreieren, um Touristen anzulocken und eine Brücke über die Sieg bauen. Das ärgert aber Fährmann Peter Sünner (Daniel Gómez Sandow), der durch den Bau einer Brücke seine Existenz bedroht sieht.

Eine Schülerdemo zieht am "Dorfkrug" vorbei und setzt sich für "Schüler gegen umweltverschmutzendes Vieh" (S.U.V.) ein: "Pferde-, Ochsen- und Hühnerdreck müssen von der Straße weg". Ein Vorreiter der heutigen Friday for Future-Bewegung?

Der Alltagstrott änderte sich schlagartig, als Charles de Versailles (Johannes Stett) eine offene Rechnung mit einem Goldklumpen, den er angeblich an der Sieg gefunden hat, bezahlt. Von da an änderte sich in Mondorf alles und ein jeder versuchte auf seine Art und Weise ebenfalls Gold zu finden.

Das alles ist dem steinreichen und lautstark argumentierenden August Protz (Markus Linnartz), Inhaber der A. Protz Siegfähren- und Ölturmgesellschaft & Co KG, zuwider. Der Vater von Marie Protz, die vor 15 Jahren ihre Mutter in den reißenden Fluten der Sieg verlor, möchte lieber an der Sieg Öltürme und Chemiewerke bauen. Außerdem ist ihm der Umgang seiner Tochter Marie mit Fährmann Peter ein Dorn im Auge, da er ihn als nicht standesgemäß ansieht.

In der freien Natur, an der Sieg, experimentiert eine dem Rumpelstilzchen ähnliche, stotternde alte Dame namens Mathilda (Miriam Linnartz), die in einen Baumstamm namens "Pitter" vernarrt ist, da dieses Holz ihr einmal das Leben rettete, an einer Mixtur: "Es ist ganz gut das keiner weiß, was ich brau für einen Scheiß. Heute brau ich und morgen hole ich der Wirtin die Gäste aus der Kneipe".

Es stellt sich heraus, dass die Goldsuche ein großer Flop ist. August Protz findet seinen "Goldklumpen" in Mathilda, der vor 15 Jahren verschollenen Ehefrau, Tochter Marie erhält ihren Peter, Charles de Versailles wird kein Doppelleben mehr führen und die Eheleute Protz erkannten in Bürgermeister Schimmel den früheren "Puller Paul" wieder. Wirtin Suurbier ist aufgrund des Verkaufs ihres Claims an den aalglatten August Protz schuldenfrei und für Charles de Versailles ist das eigentliche Gold in Mondorf am Ende ein Kranz Kölsch.

Lohnt sich ein Besuch?

Eine gut inszenierte Komödie mit mehreren gesanglichen Einlagen über Liebe, Habgier und die Erkenntnis: Es ist nicht alles Gold was glänzt. Mit Aylin Simsik, Kirsten Geller und Maike Krämer standen drei Debütantinnen in der Inszenierung. Der kurzfristig in die Rolle des Bürgermeister geschlüpfte Sascha Paulus wurde seiner Rolle mehr als gerecht und bot eine absolut solide Leistung. Mit dem Lied "10 Liter Kölsch is dat letzte wat mehr han" (Die Filue) fand ein abwechslungsreicher und unterhaltsamer Nachmittag ein Ende.

Corona-Maßnahmen für die Vorstellung

Die Verantwortlichen des Vereins hatten aufgrund der Hygienebestimmungen die Sitzverteilung in der Aula großzügig geregelt und die Theaterbesucher*innen darum gebeten, sich trotz der 2G-Regelung zusätzlich noch testen zu lassen. Bei Einlass wurde der 2G-Nachweis sowie Test und die ausgefüllte Rückseite der Eintrittskarte kontrolliert. Nach Einzug der Karte erhielt jede*r Besucher*in ein Armbändchen und war damit registriert.

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