Ein Niederkassler Kriminalfall mit glücklichem Ausgang: Der Junge mit der Axt

In den letzten 50 Jahren gab es einige Kriminalfälle in Niederkassel. Was waren eigentlich die größten Kriminalgeschichten? Wir stellen Euch einen Fall vor, der auch anders hätte ausgehen können.

Ein Niederkassler Kriminalfall mit glücklichem Ausgang: Der Junge mit der Axt

Laut Statistischem Bundesamt kommen Körperverletzungsdelikte zwischen dem 18. und 21. Lebensjahr gehäuft vor. Jüngere Menschen zeigen sich eher gewaltbereit. Das zeigt auch dieser bewegende Fall aus Niederkassel:

Ein damals 16-jähriger Junge aus Niederkassel schlich sich am 08.05.2011 zu früher Stunde, bewaffnet mit einer Axt, in das Zimmer seiner Schwester. In diesem schlief nicht seine Schwester, sondern ihr Freund. Sie war bereits aufgestanden und auf dem Weg in die Schule.

Skrupellose Aktion

Der Jugendliche holte mit seiner Handaxt aus und verletzte den 21- jährigen Freund mit einigen Hieben schwer. Er verpasste die Halsschlagader knapp.

Dem Opfer gelang es nach einigen Schrecksekunden dem Jungen, der sich wohl selbst erschreckt hatte über das Geschehene, die Axt zu entwenden. Dieser floh daraufhin in sein Zimmer, schloss es ab. Später sprang er aus dem Fenster, um zu fliehen.

Währenddessen lief sein blutüberströmtes Opfer zu Nachbarn. Diese riefen sofort Polizei und Rettungsdienst.

Der Täter konnte nach seiner Tat schnell gefasst werden. Er hatte sich bei dem waghalsigen Sprung aus dem Fenster, das Bein gebrochen. Er kam in Untersuchungshaft nach Köln.

Schlechter Einfluss sei Grund für die Axt-Attacke

Als Argument für seinen Angriff brachte der Jugendliche hervor, dass der Freund seiner Schwester einen schlechten Einfluss für sie darstelle. So war er, in seinen Augen, beispielsweise eine Ablenkung von der Schule, obwohl seine Schwester bald ein erfolgreiches Abitur machen sollte.

Das der Jugendliche einen Hang zur Gewalttätigkeit hatte und darin die Lösung seiner Probleme zu sehen schien, zeigte sich außerdem an den Funden von Gewaltspielen ab achtzehn auf seinem Computer und an Wurfsternen in seinem Zimmer.

Seine Tat musste der 16- Jährige im November unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor dem Bonner Landgericht verantworten. Trotz der Anklage wegen versuchten Mordes an dem Freund seiner großen Schwester, wurde der Junge letztendlich wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Er habe sein Opfer lediglich an verschiedenen Körperteilen wie beispielsweise dem Bein schwer verletzt, habe aber inmitten seiner Tat aufgehört. Der Junge aus Niederkassel gestand seine Tat und entschuldigte sich bei seinem Opfer. So wurde er vor dem Jugendschwurgericht zu einer Therapie, 120 Sozialstunden und 850 Euro Schmerzensgeld verurteilt.

Das ein jugendlicher Täter auf die Idee kommt, sich mit einer Axt auf einen anderen Menschen zu stürzen und ihm dabei beinahe die Halsschlagader durchtrennt, ist eine der größeren Kriminalgeschichten aus Niederkassel - die glücklicherweise nicht in einem schrecklichen Blutbad endete.

(ch)

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