Unterbringung von Geflüchteten: Lülsdorfer Sporthalle schließt für Sportvereine

Der Judo-Sportverein und die LüRa wünschen eine andere Lösung, um die Sporthalle für die Vereinsmitglieder weiterhin zur Verfügung zu stellen.

Unterbringung von Geflüchteten: Lülsdorfer Sporthalle schließt für Sportvereine

„Grundsätzlich können wir als „Niederkassel Judokas im Beueler Judo-Club e.V.“ die Überlegungen zur Hallenschließung in Lülsdorf nachvollziehen, denn hier ist zwingend Hilfe angesagt“, so dessen 1. Vorsitzender Rainer Wolff.

Turnhalle für die Unterbringung von Flüchtlingen

Hintergrund dieser Aussage ist die Mitteilung der Stadt Niederkassel, dass man die kleine Turnhalle neben dem Helmut-Loos-Bad, wie schon in der Flüchtlingskrise 2015, sperren und für die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine vorbereiten wolle. Wolff äußerte zwar sein Verständnis für die Hilfe gegenüber den Flüchtlingen, sieht aber die Unterbringung kritisch. „50 Personen und mehr in einer dafür nicht geeigneten Turnhalle unterzubringen, ist menschenunwürdig“, so Wolff. Weiter sagte der Vorsitzende des Judo-Clubs, das es sich die Stadt Niederkassel sehr einfach mache, indem sie einfach eine Turnhalle für die Sportler schließe, um darin dann Flüchtlinge unterzubringen, ohne vorher mal den sicher arbeitsintensiveren Weg zu versuchen, die Bevölkerung und die Sportvereine mit ins Boot zu nehmen. Denn 50 Menschen auf ganz Niederkassel zu verteilen, dürfte ja so unmöglich nicht sein, da die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung sehr hoch sei.

Alternativideen der Sportvereine

Er schlug vor, hier die Sportvereine mit ins Boot zu nehmen und über alle möglichen Kanäle zu versuchen, diese 50 Personen in Familien in den Sportvereinen oder in kleineren Hotels oder leerstehenden Wohnungen bzw. öffentlichen Räumen unterzubringen. „Man sollte doch zuerst einmal versuchen Hallenschließungen zu vermeiden, denn auch unsere Kinder haben ein Recht auf Sport“, so der Judoka Wolff. Auch Dominik Schreiter, der 1. Vorsitzende der Spielvereinigung Lülsdorf-Ranzel (LüRa), kann sich mit der Hallenschließung nicht anfreunden und forderte die Stadt auf, dem Vorschlag von Wolff zu folgen. „Es gibt gewiss bessere Möglichkeiten als Turnhallen zu schließen“, so Schreiter.

Dazu sagte der städtische Beigeordnete Carsten Walbröhl auf Anfrage, dass er diesen Argumenten nicht folgen könne und die Stadt sicher nicht den einfachsten Weg gewählt habe. „Die städtischen Mitarbeiter, angefangen vom Jugendamt über das Sozialamt bis hin zum Bauhof sind seit dem Bekanntwerden des Flüchtlingsstroms aus der Ukraine im Dauereinsatz. Die Stadt hat einen Aufruf veröffentlicht und darauf hin zahlreiche Wohnungsangebote bekommen. Aber die privaten Unterkünfte allein helfen nicht, denn wir rechnen mit derzeit 600 Personen, die untergebracht werden müssen“, so der Beigeordnete.

Vorbereitung auf einen Flüchtlingsansturm

Zurzeit treffen täglich rund 10.000 Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland ein. Nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel werden die Aufnahmequoten für die einzelnen Bundesländer errechnet. Für Niederkassel bedeutet dies, das je 100.000 Flüchtlingen, die Stadt 285 Personen zugewiesen bekommt und diese unterbringen muss.

„Eine Sporthalle als Unterkunft ist für uns das letzte Mittel, aber wir müssen vorbereitet sein“, so Walbröhl.

Zusätzliche Hilfe gesucht

Derzeit werden auch noch Dolmetscher, sowie Personen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, dringend gesucht.

Logo