SPD und Stadt Niederkassel streiten sich um Deichpflege

Wahlkampf in Niederkassel nimmt an Schärfe zu: Kontroverse Diskussionen in den Sozialen Medien um Wildblumenwiesen am Deich

SPD und Stadt Niederkassel streiten sich um Deichpflege

Noch hängen die Plakate mit den Portraits der Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahlen im September nicht an allen Laternenpfählen, Bäumen und Plakatständern in Niederkassel, aber der Wahlkampf hat trotzdem schon kräftig Fahrt aufgenommen. Im Juni sorgte bereits ein Wahlplakat des SPD-Bürgermeisterkandidaten, das vorzeitig angebracht und wieder abgenommen werden musste, für heftige Reaktionen bzw. Unverständnis bei den anderen Parteien.

SPD vs. Stadt Niederkassel

Anfang der Woche äußerten sich der Fraktionsvorsitzende der SPD, Friedrich Reusch und der Bürgermeisterkandidat der SPD, Matthias Großgarten via Facebook zur Eröffnung der Grünen Mitte Niederkassels. Mit ihrem Statement: „Schönes Gruppenfoto reicht nicht für Naturschutz“, warfen die beiden SPD Politiker der Stadt Niederkassel vor, werbewirksam 100 qm Wildblumenwiese angelegt zu haben, sich aber nicht an ein im Jahr 2017 vereinbartes Abkommen zur geänderten Deichpflege, das sowohl Deich- als auch Naturschutz berücksichtigte, zu halten. Den Vorwurf, dass die Wildblumenwiese am Deich alljährlich ohne Not vernichtet werde, konnte man Seitens der Stadtverwaltung Niederkassel überhaupt nicht nachvollziehen und so kam es zu einem geharnischten Kommentar, ebenfalls via Facebook.

Bürgermeister Stephan Vehreschild erläutert gegenüber machPuls: „Nach diesem massiven Angriff auf die Verwaltung musste ich mich schützend vor meine Mitarbeiter stellen. Zum wiederholten Male haben Großgarten und Reusch falsche und unwahre Behauptungen aufgestellt. Das von ihnen zitierte Abkommen von 2017 existiert nicht. Das wurde Beiden mehrfach mitgeteilt und hat mich daher zu meiner Aussage veranlasst.“ Matthias Großgarten entgegnet auf Nachfrage: „Die Antwort der Verwaltung ist ein Fall für die Kommunalaufsicht. So kann man nicht von Seiten der Stadtspitze mit uns umgehen. Ich fühle mich als Bürgermeisterkandidat vorgeführt. Ich habe keine Namen genannt, sondern die Stadtspitze angesprochen“, so Großgarten, der aber betonte, keine Schlammschlacht führen zu wollen. Zugeben musste er allerdings auch, dass mit einem falsche Foto, das die Kölner Seite des Deichs zeigt, argumentiert wurde.

Deichpflege vs. Umwelt- und Naturschutz

Der eigentliche Streitpunkt sind Gespräche über die Deichpflege und den Umwelt- und Naturschutz im Langeler Bogen /Retentionsbecken, die im Jahr 2017 stattgefunden haben. Dabei wurden allerdings keine Absprachen untereinander getroffen, da die Meinungen über den richtigen Weg unterschiedlich waren. Dazu sagte der Leiter der Stadtwerke Niederkassel, Uwe Nolting: „Wir haben mit verschiedenen Behörden wie den StEB Köln, der biologischen Station, dem Kreis und der Bezirksregierung zu diesem Thema intensive Gespräche geführt, sind aber nie zu verbindlichen Beschlüssen oder Absprachen gekommen. Für uns stand die Deichsicherheit immer im Vordergrund. Die Deichanlagen dienen in allererster Linie dem Schutz vor Hochwasser. Zum Erhalt der Grasnarbe, welche den Deich vor Erosion schützt und festigt, müssen regelmäßige Mäharbeiten durchgeführt werden. Diese können sich nur bedingt nach den Bedürfnissen der blühenden Wildkräuter richten.

Für die Stadt Köln und für uns steht die Deichsicherheit an erster Stelle, aber unsere Vorgehensweise ist eine andere und geht konform mit dem gültigen Planfeststellungsbeschluss“, sagte Nolting. Seitens der Stadtwerke Niederkassel, die für die Deichanlage zuständig sind, werde man neben der Deichsicherheit wie bisher auch im Sinne des Natur- und Insektenschutzes arbeiten. Um eine insektenverträgliche Mahd zu ermöglichen, werden in den Randbereichen der zu mähenden Flächen Streifen stehen gelassen. Dieses Vorgehen wurde seinerzeit auch entsprechend erläutert und begründet, ergänzte Uwe Nolting

Logo