Fridays for Future rund um Niederkassel

Welche Schüler in Niederkassel machen mit bei Fridays for Future? Diese Frage haben wir uns gestellt und haben daraufhin eine Schülerin des Kopernikus Gymnasiums kennengelernt, die uns sehr viel über Fridays for Future in unserem Umkreis erzählt hat.

Fridays for Future rund um Niederkassel

Jana Boltersdorf ist 17 Jahre alt und besucht derzeit die elfte Klasse (Q1) des Kopernikus-Gymnasiums in Niederkassel. In ihrer Freizeit muss sie natürlich auch für die Schule lernen, aber die restliche Zeit verbringt sie damit, sich für den Klimaschutz zu engagieren.

Wir von machPuls haben Jana gefragt seit wann sie sich bei Fridays for Future engagiert.

Jana erklärt uns, dass es es Fridays for Future in Deutschland erst seit Mitte Dezember gibt. In der Ortsgruppe Köln, in der Jana sehr aktiv ist, wurde am 14. Dezember 2018 erstmals die Schule für den Klimaschutz bestreikt – Jana war natürlich dabei.

Sie erklärt, dass sie auch schon vor Fridays for Future bei der Greenpeacejugend in Köln im Umwelt- und Klimaschutz aktiv war und sich schon seit sie denken kann, für das Thema interessiert.

Am 24. Mai 2019 findet in Köln eine Großdemonstration statt, an dessen Organisation Jana Boltersdorf sehr stark beteiligt ist.

Die Großdemo findet europaweit statt, um kurz vor den Europawahlen alle wahlberechtigten Menschen daran zu erinnern, Parteien zu wählen, die den Klimaschutz auf ihrer Prioritätenliste stehen haben.„Die Europawahlen zu Klimawahlen machen“, sagt Jana, denn die kommende Politik wird unglaublich entscheidend dafür sein, inwiefern die Klimakrise noch eingegrenzt werden kann.

Das grundsätzliche Ziel, einen Bewusstseinswandel in der Bevölkerung zu bewirken, wird gleichzeitig weiterverfolgt. Doch laut Politbarometer ist seit 2019 der Klimaschutz bereits das wichtigste Thema in Deutschland geworden, was zum Teil sicher auf die Proteste der SchülerInnen zurückgeführt werden kann. Damit aber noch nicht geschafft. Die Entwicklung muss weiter vorangetrieben werden, denn wir sind uns einig, um die PolitikerInnen zum Handeln zu bringen brauchen wir Mut zum gesellschaftlichen Wandel und vor allem Menschen aus allen Schichten.

Auf die Frage, wie viele SchülerInnen bei den Demonstrationen ungefähr teilnehmen, antwortet Jana, dass es ganz unterschiedlich ist, je nachdem wie groß oder klein die Demos sind. Bei kleineren Streiks kommen zwischen 100 und 500 SchülerInnen zusammen. Bei der letzten Großdemo (bundesweit oder international koordiniert) rechneten die Organisatoren mit ca. 2000 Menschen. Tatsächlich nahmen an der Demo schließlich 10.000 Menschen teil. Insgesamt ist Jana sehr froh über die Entwicklung von Fridays for Future, die mehr Strukturen vorweist und vor allem immer mehr Menschen erreicht.

In Niederkassel gibt es noch mehr SchülerInnen die sich an den Demonstrationen beteiligen.

Jana selbst hat eine WhatsApp Gruppe unter dem Namen „Niederkassel streikt“ erstellt, in der andere, interessierte SchülerInnen des Kopernikus-Gymnasium Infos zu den Demos bekommen.

Jana erzählt uns, wie viel Arbeit und Zeit in der Organisation einer Großdemo steckt, wie in der kommenden in Köln.

Zunächst ist es viel Bürokratie beim Anmelden, eine Route muss erst beim Planungstreffen und dann mit der Polizei ausdiskutiert werden und es muss sich darum gekümmert werden, dass genug volljährige OrdnerInnen bei der Demo anwesend sind (idR. ein Ordner pro 50 Personen). Dann muss gute Technik organisiert und irgendwie auch finanziert werden, die in der Lage ist 10.000 Menschen zu beschallen. Für ein Programm muss gesorgt werden (Musik, Redebeiträge, Wer redet wann? Wie lange? Wo?).

Vor Großdemos bekommen Jana und die anderen Organisatoren in der Regel auch vermehrt Presseanfragen, die bearbeitet werden müssen und es muss eine Pressemitteilung geschrieben werden. Zudem haben sie einen Infoabend für Eltern, LehrereInnen und PressevertreterInnen organisiert. Nicht zuletzt ist gute Mobilisiereung unglaublich wichtig. So eine Großdemo muss über alle Social-Media-Kanäle gespreaded werden, Plakate müssen an Schulen und überall sonst verteilt werden und alle in Köln und Umgebung müssen die Infos über Uhrzeit und Ort bekommen. Es ist also sehr viel Aufwand. „Aber es zahlt sich hoffentlich aus, wenn wir am 24.05 die vielen Menschen sehen, die gemeinsam für den Klimaschutz auf den Straßen Kölns stehen!“, sagt die Schülerin mit Zuversicht.

machPuls bleibt dran und berichtet euch wie es weiter geht, denn auch wir unterstützen die Ziele von Fridays for Future!

Außerdem bedankt sich machPuls bei Jana Boltersdorf für die gute Zusammenarbeit und für ihr Engagement!

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