Keine Beweidung der Deichanlagen in Niederkassel

Derzeit lässt die Finanzlage der Stadt es nicht zu, Deichanlagen in Niederkassel durch Tierherden zu beweiden. Das ergab eine Kostenermittlung im Ausschuss für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz.

Keine Beweidung der Deichanlagen in Niederkassel

Haushaltsmittel für die Beweidung der Deichanlagen durch Tierherden sind im Doppelhaushalt 2021/2022 nicht veranschlagt. Die schlechte Finanzlage der Stadt erfordert eine strikte Ausgabendisziplin. Zu diesem Ergebnis kamen die Mitglieder im Ausschuss für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, nachdem der Fachbereich 9 seine Kostenermittlung bei einer Beweidung der Deichanlagen durch Tierherden erstellt hatte.

Schafe und Ziegen zur Unterstützung der Deichmahd

Hier ging man bei der Ermittlung der Kosten der Deichpflege von 0,30 Euro – 0,40 Euro je m² aus, zurzeit belaufen sich die Kosten auf ca. 18 Cent/m². Die Mehrkosten würden sich dann in einer Größenordnung zwischen 7.850 Euro und 17.050 Euro bewegen. Hintergrund der Kostenanalyse war ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die Stadt möge überprüfen, ob eine Beweidung durch Tierherden, hier Schafe und Ziegen, zur Unterstützung der Deichmahd der Deichanlagen der Stadt Niederkassel machbar sei. Dem vorausgegangen waren im vergangenen Jahr heftige Diskussionen über die Art und Weise der Deichmahd. Hier prallten die Ansichten von Ratsmitgliedern und Verwaltung beim Thema Deichsicherheit und Natur- und Artenschutz heftig aufeinander. Auslöser dazu war der Antrag der SPD zum Thema „Sichere und naturnahe Deichpflege“, bei dem es um Staffelmahd, Blühstreifen und einer dritte Mahd im Juli/August ging. Alle Ratsmitglieder konnten sich letztendlich mit dem Gedanken der Deichpflege durch die blökenden Vierbeiner anfreunden.

Weiden für Schafe teils zu steil

Allerdings war das Ergebnis der Verwaltungsrecherche ernüchternd, denn trotz intensiver Bemühungen hatte lediglich ein Schäfer aus dem linksrheinischen Raum sein Interesse bekundet, dies aber gleich an Bedingungen geknüpft und Forderungen gestellt. Er brauche Stellflächen, Einpferchmöglichkeiten, eine Wasserversorgung für die Schafe und die Beweidung müsse für ihn wirtschaftlich sein. Nach diesen Kriterien fiel die Beweidung der Bereiche Lülsdorf, als auch der Steilufer Niederkassel und der Bereiche der Hochwasserschutzmauer in Rheidt, aufgrund der Steilheit der Flächen und der fehlenden Vorlandflächen aus. Übrig blieben nun Beweidungsflächen in Rheidt, Niederkassel und Mondorf von ca. 145.000 m², wofür der Schäfer jährliche Kosten von 18.500 Euro berechnet. Da der Schäfer also nicht alle Flächen, die zu mähen sind, beweiden würde, müsste der verbleibende Teil anderweitig gemäht werden. Hierfür kommt die jetzige Firma in Betracht, die lt. einem Vertrag aus dem Jahr 1978 für die Deichmahd von ca. 212.000 m² ca. 38.250 Euro erhält. Nach Rücksprache mit der Firma machte diese aber klar, dass eine Reduzierung der Deichmahd wirtschaftlich nicht lohnend sei und der Vertrag dann gekündigt werde. Dies würde bedeuten, dass bei einer Schafsbeweidung ein neues Vergabeverfahren für die Deichpflege vorgenommen werden muss.

Kosten insgesamt zu hoch

Seitens der Verwaltung wird davon ausgegangen, dass dann mit m²-Kosten in Höhe von 30 – 40 Cent oder höher zu rechnen ist. Danach liegen die möglichen Mehrkosten für eine Deichmahd mit einer Schafsbeweidung zwischen 7.850 bis 17.050 Euro. Auch wenn die Verwaltung eine Schafsbeweidung positiv sieht, so riet sie wegen der ungewissen finanziellen Situation des städtischen Haushaltes von einer Schafsbeweidung ab. Der Ausschuss für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz folgte dem Vorschlag der Verwaltung einstimmig.

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