„400 Jahre Konrad Beikircher“

Es war schon einige Jahre her, das Konrad Beikircher auf Einladung des Bürgervereins für Lülsdorf und Ranzel zu Gast in der Aula des Kopernikus Gymnasiums war. Daher waren die Besucher gespannt auf das neue Programm mit dem etwas verwirrendem Titel.

„400 Jahre Konrad Beikircher“

400 Jahre - Ja Beikircher lebt schon einige Jahre, aber 400 sind es dann doch noch nicht. Sein Programm begann der Kabarettist im Jahre 1619 mit dem Brüsseler Bildhauer Jérôme Duquesnoy und seiner berühmten Figur, dem „Männeken Piss“. „Das ist seit dieser Zeit das Symbol für Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung. Und für Kleinkunst, die so heißt, weil dat Dingen vom Männeken ziemlich klein geraten war. Das ist nun 400 Jahre her und ebenso seit 400 Jahren, wenn auch nur gefühlten, bin ich als Kleinkünstler unterwegs“, so Beikircher lachend.

Das ist Beikirchers neues Programm

Bei seinen Erzählungen kommt Beikircher meist vom Hölzchen aufs Stöckchen. So habe er mit dem verstorbenen Kabarettisten Hans-Dieter Hüsch zusammengesessen und darüber sinniert, dass es für Kleinkünstler keinen Schutzheiligen gebe. Dabei stellten beide fest, wie gut sie es doch als Katholiken hätten, denn da hätte jeder seinen Schutzheiligen. „Wenn man seine Schlüssel verliert, geht man in die Kirche, stellt eine Kerze auf und betet zum heiligen Antonius. Dann geht man nach Hause und da liegen die Schlüssel irgendwo rum. Der Protestant hat es nicht so gut, denn der muss zum Fundamt“, sagte Beikircher zum Unterschied der Religionen. So reihte sich Geschichte an Geschichte. Beikircher brachte aus einer langen Reihe von Jahren Fundstücke mit, bei denen er den Menschen, und hier besonders dem Rheinländer, „aufs Maul geschaut“ hat. So kamen staunenswerte Wahrheiten ans Licht: was denn das Niesen mit Sex zu tun haben soll, wie musikalisch Sprache sein kann, wenn man kein Wort versteht und wie der Rheinländer sich stundenlang über nix bestens unterhalten kann. Beikircher, der seine Südtiroler Herkunft mehrmals erwähnte, nahm dies dann zum Anlass, auf seine ersten Jahre im Rheinland hinzuweisen. Hier machte er nicht nur mit der rheinischen Sprache Bekanntschaft, sondern auch mit den Eigenheiten der Rheinländer. So erklärte er den großzügigen Zeitbegriff des Rheinländers, am Beispiel eines Klempners der Firma Brassel. Der kommt nicht wie am Telefon zugesagt um 14.00 Uhr, sondern erst um 18.00 Uhr zum Wasserschaden des Kunden. Auf den vorwurfsvollen Blick des Kunden sagte er dann trocken: „Ich habe sie nicht vergessen, ich habe nur nicht dran gedacht“. Die Kunstfigur Frau Walterscheidt kam zu Wort und ebenso die rheinischen Dialekte, eine Spezialität Beikirchers. Der Kabarettist feierte die rheinische Seele und das Publikum dankte es ihm mit viel Applaus.

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