Mondorfer Volleyballer in der Vorbereitung zur 2.Bundesliga - machPuls stellt 11 Fragen

Die Mannschaft ist in der vergangenen Saison in die 2. Bundesliga Nord aufgestiegen. Inzwischen kann das Team aus Niederkassel als die beste Mannschaft im Umkreis von Köln und Bonn bezeichnet werden. machPuls fragte daher mal genauer nach

Mondorfer Volleyballer in der Vorbereitung zur 2.Bundesliga - machPuls stellt 11 Fragen

Die machPuls – Redakteurinnen Carlotta und Lena interviewten neben Trainer Sven Vollmert den Co-Trainer Tobias Braun, Teammanager Klaus Utke und Mannschaftskapitän Benjamin Rink. In dem Interview wurden viele Fragen zur kommenden Saison und zur Mannschaft beantwortet. Schnell wurde herausgefunden, dass die Mannschaft des TuS Mondorf ein Team ist, dass das Wort „Gemeinschaft“ groß schreibt, ambitioniert in die Vorbereitung für die zweithöchste Liga Deutschlands geht und nichts desto trotz gerne mal ein kühles Kölsch trinkt.

1. Carlotta/Lena: „Mission 2. Bundesliga: War es eine Mission oder vielmehr ein glücklicher Zufall, dass die Mannschaft eine so starke Saison gespielt hat?“

Der Aufstieg ist definitiv kein Zufall (Sven)

Sven: „Naja der Aufstieg ist definitiv kein Zufall, war aber auch nicht geplant. Unsere Zeit ist vielmehr gekommen. Wir haben eine starke Saison gespielt, weil wir einen guten Kader haben und aus der ersten Dritte Liga Saison gelernt haben. Dass es für den Aufstieg reicht, hätte ich nicht gedacht. Das ist schon fantastisch, einfach geil.“

Benjamin: „Für mich lag es auf jeden Fall auch an der athletischen Vorbereitung in die letzte Saison. Im Jahr zuvor hatten wir in der Rückrunde verletzungsbedingt einige Ausfälle, dem wurde dieses Mal vorgebeugt.“

2. Carlotta/Lena: „Ihr sagt selbst, 2. Liga ist ein großer Schritt und das nicht ohne Grund. Der finanzielle Aufwand wird größer, Fahrten weiter, dies zu stemmen ist für einen kleinen Verein wie den TuS Mondorf sicher eine Herausforderung. Wie meistert ihr diese?“

Klaus: „Nun ja, es wird auf jeden Fall finanziell aufgehen, doch der Aufwand ist alleine durch die Lizenzgebühren bereits deutlich höher, als in der Regionalliga oder in der 3. Liga. In der 2. Liga existieren Mannschaften mit einem Etat von 130.000 Euro. Das sind vollkommen neue Dimensionen und wir können froh sein, dass viele bestehende Sponsoren ihre Unterstützung erhöht haben und wir sogar neue Sponsoren ins Boot holen konnten.“

Benjamin: „Das stimmt, wir sind von zehn Sponsoren in der 3. Liga auf jetzt über 25 in der 2. Liga gekommen.“

Klaus: Was man auch noch sagen sollte: Im Gegensatz zu anderen Mannschaften in Liga 2 bekommt beim TuS Mondorf kein Spieler ein wirkliches Gehalt. Trotzdem bleibt der Kader aus dem letzen Jahr zusammen, auch wenn Spieler sogar von Erstligisten angeworben wurden. Mondorf ist einfach ein Gefühl, wir halten hier immer zusammen.“

3. Carlotta/Lena: „Nun zum Thema Veränderungen: Verzeichnet ihr Abgänge, neue Spieler oder wird das Trainerteam erweitert?“

Sven: „Wir verzeichnen tatsächlich keinen Abgang und das ist auch gut so. Ich bin von allen Spielern überzeugt und wir sind mit jedem Einzelnen aufgestiegen. Trotzdem weiß ich als langjähriger Trainer, dass eine Veränderung in jeder Saison von enormer Wichtigkeit ist. Also haben wir das Trainerteam mit unserem griechischen A- Trainer Tasos Vlasakidis erweitert. Mondorf wird internationaler und wir haben mit Tacos einen Trainer, der im Rahmen der sportlichen Expertise sehr erfahren ist und neue Impulse setzt. Ich habe mich immer mehr als „Motivationstrainer“ gesehen. Tasos ist unser „Taktiker“ und verstärkt mich damit genau auf der richtigen Position. Er ist in der Lage Videoanalysen durchzuführen und diese statistisch auszuwerten. Er kennt den Verein außerdem durch seine Arbeit mit der zweiten Mondorfer Mannschaft.“

Tobias: „Wir haben auch die Trainingsintensität erhöht: Wir trainieren mehr. Drei statt zwei Trainingseinheiten und drei statt zwei Stunden.“

Sven: „Richtig, und ich konnte sogar einen neuen Spieler für uns gewinnen: Lennart Koch aus Brühl. Auf meine Anfrage „Bock auf 2. Liga“ hin sagte er „Cool“ und war dabei. Durch seine 2 Meter ist er für uns ein sehr effektiver Außenangreifer, zudem integriert er sich sehr gut und ist absolut lernbegeistert.“

4. Carlotta/Lena: „Kommen wir aber zum Team selbst. Wie würde das Trainerteam die Mannschaft beschreiben? Jeder hat genau ein Wort dafür.“

Sven: „Herausforderung“

Tobias: „Gewachsen“

Klaus: „Weißnicht“ (Tobias: „Bitte zusammenschreiben. Weiß nicht ist bei Klaus ein Wort.“)

5. Carlotta/Lena: „Als Mannschaftsführer hat man sicher einen anderen Blickwinkel auf das Team. Welcher deiner Trainer hat hier am meisten Recht, Benjamin? Welches Wort trifft deiner Meinung nach am besten auf den TuS Mondorf zu?“

Benjamin: „Jedes Wort hat auf seine Art Gewicht. Für mich treffen alle Wörter zu, selbst das „weißnicht“, denn wir stecken nun mal voller Überraschungen. Für mich ist es außerdem wichtig, im Team kontrovers zu diskutieren. Das ist möglich und liegt daran, dass ich mit allen, auch mit dem Trainerteam, schon mal zusammengespielt habe. In Mondorf kennt man sich.“

6. Carlotta/Lena: „Wie du schon sagst, in Mondorf kennt man sich. Mondorf ist nicht gerade groß - 6500 Einwohner. Die Halle kann nicht für die kommenden Spieltage genutzt werden. Echte Mondorfer Fans müssen zum Anfeuern den Weg in die Bonner Hartberghalle auf sich nehmen. Muss sich da was ändern? Wie populär ist Volleyball in der Kleinstadt an der Sieg wirklich?“

Benjamin: „Wir haben, dank einer Sondergenehmigung, zwei Spieltage, die wir in Mondorf austragen dürfen. Die Halle dort kann die Auflagen für eine Zweite Liga leider nicht erfüllen. Zu dem Punkt wie populär Volleyball in Mondorf ist, kann ich auch sagen, dass wir uns sicher über noch mehr Unterstützung aus zum Beispiel Rheidt oder Lülsdorf freuen würden. Schließlich vertreten wir ganz Niederkassel.“

Klaus: „Was man schon sagen kann, ist das die Popularität durch unsere letztjährigen Erfolge gestiegen ist. Nicht nur unser Team ist damit gemeint, auch die Senioren des TuS Mondorf nahmen an den Deutschen Meisterschaften teil.“

Benjamin: „Fassen wir das mal zusammen: Keiner weiß, wo Mondorf ist, aber jeder kennt es!“

7. Carlotta/Lena: „Vor der Tür steht keine einfache Saison. Mit Berlin und Bocholt sind Teams mit einer hervorragenden Jugendarbeit in der Liga, bei denen Volleyball eine enorm hohe Stellung hat. Mit welchem Gefühl geht man in die Spiele, in denen starke Gegner warten? Seid ihr ganz entspannt oder habt ihr schon ein wenig Respekt?“

Wir sind der Underdog, aber damit kommen wir gut klar (Tobi)

Tobias: „Naja klar, wir haben nicht mehr die Favoritenrolle, die wir in der letzten Saison in vielen Spielen hatten. Wir sind der Underdog, aber damit kommen wir gut klar.“

Benjamin: „Außerdem wächst man ja am Gegner und genauso ist es bei uns. Und nicht zu vergessen: Wir sind immer für Überraschungen zu haben, auch gegen sehr starke Teams.“

8. Carlotta/Lena: „Nichtsdestotrotz: Druck wird es vor solchen Spielen sicher geben. Wie geht ihr damit um? Habt ihr Rituale vor den Spielen?“

Sven: „Soll ich mein geheimes Ritual hier verraten?“

Alle: „JA“

Sven: „Na gut. Den ersten Pfennig, den ich vor einer Saison finde, der kommt in meine Hosentasche und begleitet mich in jedem Spiel.“

Tobias: „Nicht zu vergessen ist, dass Sven vor jedem Spiel eine Belohnung ausspricht. Dieses „Bonbon vom Trainer“ ist auch zum Ritual geworden. Apropos Bonbon: Yombi, unser Mittelblocker, hat immer saure Stangen dabei. Die werden auf jeder Busfahrt vernascht.“

9. Carlotta/Lena: „Rituale gibt es also schon mal. Was ist mit einer Geheimwaffe? Was unterscheidet euch von anderen Mannschaften in der Liga und was würdet ihr als eure Geheimwaffe bezeichnen?“

Tobias: „Geheimwaffe? Keine Mannschaft aus der Liga kennt unsere Spieler und somit auch nicht unsere Spielweise. Alle Spieler sind wie unbeschriebene Blätter.“

Benjamin: „Eine andere Geheimwaffe ist das Tiefstapeln beim Einschlagen.“

10. Carlotta/Lena: „Ihr seid sicher schon heiß auf den ersten Spieltag in Bonn. Wie sehen diese Volleyballevents aus?“

Benjamin: „Die Spiele finden in Kooperation mit der ersten Damenmannschaft der SSF Fortuna Bonn statt. Wir veranstalten also immer Doppelspieltage mit dem Drittligateam zusammen. Ohne den SSF und den Trainer der Damen, Albert Klein, wäre vieles nicht möglich gewesen.“

Klaus: „Wir verfügen somit über echten Eventcharakter bei Spielen. Wir freuen uns über Musik während der Spiele, Verpflegung, MVP- Wahlen und über jeden Ballroller inklusive Wischer in der Hartberghalle in Bonn.“

11. Carlotta/Lena: „Das hört sich sehr gut an. Halten wir also als letzten Punkt das Ziel für die nächste Saison fest.“

Sven: „Spaß.“

Benjamin: „Mehr Spiele gewinnen als verlieren. Und: Vielleicht schaffen wir es an einem Spieltag 6500 Fans in die Halle zu bekommen.“

Sven: „Wenn wir unter die ersten Top 3 kommen, dann würden wir ermöglichen, unser letztes Spiel mit diesen Tausenden von Fans, in Mondorf stattfinden zu lassen und den Abriss der Halle veranlassen.“

Klaus: In diesem Sinne würden wir uns freuen, wenn ganz Niederkassel und am besten noch Bonn und Köln sich live überzeugen lassen würden. Am 14.09.2019 gibt es das erste Spiel gegen den VV Human Essen zu sehen. Um 19:30 erwarten wir alle in der Hartberghalle zum Anpfiff.

machPuls! wird auf jeden Fall vertreten sein. Wir sagen Dankeschön für ein tolles Interview mit den Köpfen des TuS Mondorf und wünschen viel Erfolg für die Liga.

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