Großes Neubauprojekt in Mondorf stößt auf Kritik

Über 300 Petitionsunterzeichner fordern eine Reduzierung der geplanten Wohnungseinheiten sowie der Bauhöhe. Unterstützung erhalten sie aus der Politik.

Großes Neubauprojekt in Mondorf stößt auf Kritik

Ein großes leeres Grundstück, mitten im Herzen von Mondorf gelegen, sorgt derzeit für Aufregung bei den Bürgern. Seit die Pläne für ein dort geplantes Bauprojekt veröffentlicht wurden, hagelt es Kritik. Architekt Heinz Hennes stellte im Planungs- und Verkehrsausschuss das geplante Wohnbauprojekt für bedarfsgerechtes Wohnen für Jung und Alt vor.

Im Gebäude sollen unter anderem eine Sozialstation, ein Pflegebad und verschiedene Arztpraxen entstehen. Weiterhin ist geplant, einen Großteil des Wohnraums als bezahlbare und geförderte Wohnungen zu realisieren. Wohnungszuschnitte und Größen sollen auf den Bedarf abgestimmt werden. Das Vorhaben soll barrierefrei und klimafreundlich sein. Dach- und Wandbegrünungen sowie eine Unterstützung der Stromversorgung durch Photovoltaik sind geplant. Mit dem Vorhaben ist der Energiestandard KfW 55 angestrebt. Der rollstuhlgerechte Aufzug verbindet alle Etagen vom Keller-bis zum Staffelgeschoss. Alle Eingänge und Austritte der Balkone und Terrassen sind stufenlos und altersgerecht. Durch die vorstehenden Ausführungen in Bezug auf Anpassung und Rücksichtnahme auf die angrenzenden Grundstücke und Gebäude wird die Verträglichkeit der Planung zur Schaffung von Wohnraum, bedarfsbezogen an zentraler Stelle begründet.

Gegenwind aus der Bevölkerung

Das sehen aber nicht alle Anwohner so. Sie hatten bei der Bekanntgabe der Baupläne schon Bedenken geäußert und etliche Veränderungen beantragt. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat das Mondorfer Ehepaar Susanne und Thomas Breuer, unterstützt von zahlreichen Anwohnern der umliegenden Straßen, eine Petition gestartet und sich in einem Schreiben an die Presse gewandt. „Unserer Meinung nach passt ein solch massiver Neubau nicht in den Mondorfer Ortskern, der geprägt ist von alten Gassen und Einfamilienhäusern. Daher fordern wir, die Bebauung noch einmal zu überdenken. Die bislang auf Initiative einiger Anwohner vorgenommenen Korrekturen reichen nicht aus. Wir fordern eine deutliche Reduzierung der Wohneinheiten, eine Reduzierung der Höhe des Wohnkomplexes um ein Stockwerk, eine an die Optik der Umgebung angepasste Bauweise und die größtmögliche Begrünung auf dem Gelände“, so Thomas Breuer.

300 Bürger unterzeichnen Petition

Bisher, so Breuer, haben über 300 Mondorfer Bürger die Petition bereits unterzeichnet. Zu ihnen gehört auch Christel Möllers, die schon lange in Mondorf lebt und die Entwicklung mit Sorgen betrachtet. „Die Architektur ist nicht mehr unser Dorf. Hier fühlt man sich als Mondorfer dann nicht mehr wohl“, so Möllers. Enttäuscht war man vom Abstimmungsverhalten der Parteien. „Die CDU kam vor der Abstimmung unserer Einladung nach und hat sich vor Ort ein Bild gemacht. Daher sprach sie sich im Ausschuss für eine Reduzierung der Geschosshöhe aus. Von den anderen Parteien war niemand hier und trotzdem stimmten sie dem Bauantrag geschlossen zu“, so Möllers. Ob die Petition noch Einfluss auf das Bauvorhaben nehmen kann, ist offen. Beim Hauptkritikpunkt, der Höhe der Gebäude, könnte es eine Überraschung geben, denn angeblich hat sich eine Partei nach der Besichtigung des Grundstücks entschlossen, gemeinsam mit der CDU für eine Reduzierung der Geschosshöhen zu votieren.

Endgültige Entscheidung in einem Monat erwartet

Diesem Wunsch kann Architekt Heinz Hennes wenig abgewinnen. „Der Verzicht auf eine Geschosshöhe bedeutet einen großen Verlust an Wohnraum. Das sind zwischen 700 und 1000 qm und ist nicht wirtschaftlich. Die geplanten Höhen des Vorhabens orientierten sich an dem näheren Umfeld und berücksichtigten die notwendigen Abstandsflächen nach BauO NW. Durch die Abstaffelung der Gebäude im Plangebiet, teilweise bis auf eine Zweigeschossigkeit und die horizontale Trennung des zurückspringenden Staffelgeschosses ist die Verträglichkeit zur Nachbarbebauung begründet“, so Hennes. Dieser Meinung schloss sich auch die Mehrheit der Ausschussmitglieder an. Jetzt wird der vorliegende Entwurf des Bebauungsplanes einschließlich der textlichen Festsetzungen sowie der Begründung für die Dauer eines Monats öffentlich ausgelegt bevor es zu einer endgültigen Entscheidung durch den Rat kommt.

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