Hunderte Menschen kamen zur Impfaktion nach Rheidt

Anstehen seit 2 Uhr morgens.

Hunderte Menschen kamen zur Impfaktion nach Rheidt

Jeder Impfberechtigte ab 18 Jahren kann kommen. Ohne Terminvereinbarung. Gemeinsam gegen Covid-19!

Diese Mitteilung, nur kurz über Facebook gepostet und einmal in der Niederkasseler Montagszeitung publiziert, sorgte für eine riesige Resonanz bei den Bürgern. Und die kamen nicht nur aus Niederkassel, sondern dem gesamten Rhein-Sieg-Kreis. Um ja nicht zu spät zu kommen, hatte sich der Siegburger Peter Thelen (64) schon um 2 Uhr in der Nacht vor der Praxis von Dr. Karina Mattfeldt mit seinem klappbaren Hocker postiert. „Ich hatte mir schon einen Tag vorher die Örtlichkeiten angesehen, weil ich unbedingt geimpft werden möchte. Da die Priorisierung aufgehoben wird, komme ich sonst nicht mehr zum Zug. Daher ist es mir auch egal, ob AstraZeneca oder Biontech/Pfizer verimpft wird“, so Thelen. Ebenfalls unbedingt geimpft werden wollten Michaela (37) und Sven Ley.

Das Ehepaar aus Hennef hatte sich schon früh auf den Weg nach Niederkassel begeben. „Wir waren gegen 5 Uhr hier. Da wir beide in der Priorisierung vom Alter her noch nicht berücksichtigt werden, haben wir das Angebot hier gerne angenommen. Wir hoffen, so frühzeitig einen Impfschutz zu haben, der uns zumindest vor einem schweren Coronavirus-Verlauf schützt“, so Michaela Ley. Auch sie wollten keinen Impfstoff priorisieren. Kurz vor Praxisöffnung hatte sich eine gut 300 Meter lange Warteschlange gebildet. Die meist jüngeren Menschen standen diszipliniert auf dem Bürgersteig an und waren alle gut vorbereitet. So hatten die Meisten die notwendigen Unterlagen schon aus dem Internet gezogen, ausgefüllt und unterschrieben. Im Durchgang zum Parkplatz der Praxis saßen zwei Helfer, welche die Papiere kontrollierten und die Menschen dann, in mit Flatterband markierte Warteschleifen, weiterleiteten.

Punkt 8 Uhr wurden die ersten sechs Impflinge von den Arzthelferinnen in die Praxisräume gebeten. Hier war alles perfekt organisiert. Gleich drei Ärztinnen kümmerten sich um die Impfwilligen.

Währenddessen koordinierte Markus Thüren, Pressesprecher der Stadt Niederkassel, gemeinsam mit dem Ordnungsamt, den reibungslosen Ablauf vor der Praxis. „Wir haben gestern Abend schon alles hier vorbereitet, Tische aufgestellt und mit Flatterband Zugangsbereiche markiert. Jetzt achten wir noch darauf, dass es zu keiner Gefährdung zwischen dem Straßenverkehr und den Wartenden kommt. Für den Fall, das eine Impfung gesundheitliche Probleme auslöst, haben wir das DRK mit einem RTW hier vor Ort“, so Thüren. In der Praxis selbst verläuft die Impfaktion wie geplant. „Als ich gesehen habe, wie schnell und unkompliziert Impfen in Amerika geht, habe ich gedacht, das müsste doch auch hier machbar sein. Mit Dr. Farangis Harun und Dr. Karolin Bergenthal konnte ich zwei weitere Kolleginnen für die Mitarbeit gewinnen. Auch Dr. Ulrich Sprenker, dessen Praxis gegenüber liegt, kam eben hierher und bot uns seine Unterstützung an. Dank der Zuteilung von 680 Einheiten AstraZeneca und 280 Einheiten von Johnson & Johnson konnten wir den Menschen hier ein gutes Impfangebot machen, welches offensichtlich sehr gut angenommen wird. Mein Dank gilt, neben meinem Praxisteam und den Ärzten, auch der Stadt Niederkassel und dem Ordnungsamt, die uns sehr gut unterstützt haben“, so Dr. Mattfeldt. Sollte die erneute Zuteilung von Impfstoff wieder gegeben sein, will man in ca. sechs Wochen erneut eine Impfaktion gegen Covid 19 starten.

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