Spontane Spendenaktionen von jungen Niederkasseler*innen

Die Solidarität für die Ukrainische Bevölkerung ist hierzulande riesig. Auch die Kleinsten unter uns zeigten in den vergangenen Tagen ihre Hilfsbereitschaft.

Spontane Spendenaktionen von jungen Niederkasseler*innen

Spontane Sammelaktion für die Ukraine

Von Sophie Kharkan und Anna Hinz

„Am Mittwoch letzter Woche sah ich im Fernsehen, wie sich ein kleines Mädchen in der Ukraine weinend von seinem Vater verabschiedete, weil dieser in den Krieg musste“, so die 11-jährige Sophie Kharkan. Der anschließende Spendenaufruf im ARD-Fernsehen ließ sie den Entschluss fassen, etwas zu unternehmen.

„Ich backte mit meiner Schulfreundin Hannah in Bonn Muffins, die wir dann auf dem Venusberg, vor unserem Elternhaus, verkauften. Zuvor hatten wir noch schnell kleine Ukrainefähnchen als Topper für die Muffins gebastelt; mit dem Hinweis auf das Spendenkonto der ARD. Zu zweit nahmen sie 54 Euro an diesem Tag ein. Am nächsten Tag wurden die übrigen Muffins von Sophie bei Oma und Opa in Niederkassel auf der Rathausstraße angeboten. „Zusammen mit dem von Opa gespendeten Honig hatte ich dann am Abend insgesamt 182,58 Euro für die Menschen in der Ukraine in der Kasse“, sagte Sophie. Der Betrag wurde am nächsten Tag auf das Spendenkonto der ARD eingezahlt.

Am folgenden Wochenende wiederholte Sophie die Aktion mit ihrer gleichaltrigen Freundin Anna Hinz aus Niederkassel, die unbedingt auch helfen wollte. Vor dem Haus ihrer Großeltern in der Rathausstraße verkauften sie den ganzen Nachmittag lang bei kaltem, aber sonnigem Wetter ihre selbst gebackenen Muffins, Honig, Honigseife, Honigbonbons, Honiggummibärchen, Bücher und Selbstgebasteltes. „Mein Opa und meine Oma haben uns die ganzen Honigsachen kostenlos zur Verfügung gestellt“ sagte Sophie ihrer Freundin Anna. Auch Annas Opa und Sophies Vater legten noch viele Euros dazu. Somit nahmen sie an diesem Tag insgesamt 355 Euro ein. Dass die Leute so viel gespendet haben, freute die beiden Mädchen sehr.

„Ganz toll fanden wir es, dass manche Bürger auch ohne etwas einzukaufen uns Geld gespendet haben“, so Sophie. Den Betrag zahlten sie dann umgehend wieder auf das Konto ARD/Nothilfe Ukraine ein.

Rheidter Grundschüler sammeln Spenden für die Ukraine

In einer spontanen Aktion überlegten sich die drei Viert- bzw. Drittklässler Marius, Till und Samuel am ersten Märzwochenende, wie sie den leid- und kriegsgeplagten Menschen in der Ukraine helfen könnten. Schnell war die Idee geboren, Armbänder und Schlüsselanhänger aus Loombändern zu basteln, diese gegen eine Spende zu verkaufen und den gesammelten Betrag einer Hilfsorganisation zukommen zu lassen.

Nach zwei Verkaufstagen: ein tolles Spendenergebnis!

Mit Eifer und Motivation begaben sie sich ans Werk und knüpften ein Band nach dem anderen. Um auf sich aufmerksam zumachen, wurde noch ein Schild mit der Aufschrift „Kaufen Sie und helfen Sie“ in den Farben der ukrainischen Flagge hergestellt. Die fertigen Armbänder und Schlüsselanhänger fanden Platz auf einem Tisch, der gleichsam gestaltet wurde. Bei bestem Wetter begaben sich die drei Freunde am Sonntagnachmittag dann zum Rheindeich nahe dem Rheidter Marktplatz.

Es dauerte nicht lange, bis die ersten Spaziergänger auf die Aktion aufmerksam wurden und gerne und bereitwillig spendeten. Es gab nahezu ausnahmslos positive Rückmeldungen. Viele der Passanten waren regelrecht begeistert vom sozialen Engagement der drei Freunde, die beim Verkauf auch durch ihre jüngeren Geschwister unterstützt wurden. Besonders beliebt waren die Armbänder in den ukrainischen Nationalfarben. Tatsächlich kamen auch einige ukrainische Landsleute vorbei, denen die Aktion sehr nahe ging und sich sehr dankbar zeigten.

Am nächsten Tag entschieden sich die Schüler, den Verkauf auf dem Parkplatz „Am alten Pfarrhof“ fortzuführen. Für Armbandnachschub wurde gesorgt; es fanden sich weitere fleißige Helfer, die sogar in ihrer Corona-Quarantäne tätig wurden. Auch die Spendenbereitschaft der Niederkasseler Bevölkerung nahm nicht ab. Im Gegenteil: am Ende des zweiten Tages stand ein Ergebnis, dass die drei niemals für möglich hielten. In nur wenigen Stunden kamen 432 EUR zusammen!

Dankeschön an alle hilfsbereiten Spender

Ein ganz herzliches Dankeschön geht an alle, die sich an der Aktion beteiligt haben. Das Engagement ging gar so weit, dass eine Dame früher Feierabend machte, um rechtzeitig vor Ort zu sein und noch einige der letzten Bänder / Schlüsselanhänger kaufen zu können. Insgesamt zeigte sich, dass die Niederkasseler großzügig sind und ihnen das Schicksal der Ukraine am Herzen liegt. Das Geld wird nunmehr an den humedica e. V. gespendet, welcher humanitäre und medizinische Versorgung in der Ukraine wahrnimmt.

Niederkasseler Kindergärten spenden für die Ukraine

„Uckendorf hilft!“ Unter diesem Slogan hatte das Organisationsteam um den Uckendorfer Karl-Peter Ochs-Theisen dazu aufgerufen, Sachspenden für die Ukraine zu sammeln.

Bevor die eigentliche Sammelaktion am Freitagnachmittag begann, hatten sich schon einige Kindergärten gemeldet, um ihre Spenden vorher abzugeben. So stapelten sich schon früh am Morgen rund zwei dutzend Umzugskartons, säuberlich beschriftet, vor der Alten Schule in Uckendorf. Vorbeigebracht hatten sie die Erzieherinnen der Niederkasseler Kita Weidenstraße, der Rheidter Kita Vogelsangstraße sowie der Uckendorfer Kita „Die Wilde 13“.

„Die Kinder bzw. deren Eltern haben fleißig gesammelt und die Kids haben beim Sortieren der Spenden geholfen. Leider konnten unsere Kinder heute morgen nicht mitkommen, da sich gerade in dieser Gruppe ein Corona Fall ereignet hat“, so die Leiterin der Kita Vogelsangstraße, Claudia Klein.

Einen kurzen Weg hingegen hatten die Kinder der Kita „Die Wilde 13“. Auch ihre Kartons stapelten sich vor der Türe zur Alten Schule.

„Heute Nachmittag kommt noch ein Dolmetscher vorbei, der uns hilft, den Inhalt der Kartons für die Ukraine in deren Landesprache zu beschriften“, so Organisator Ochs-Theisen.

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