Rheinspange 553 – Brücke, Tunnel oder gar nichts? Das sind die Fakten!

Das Projekt schreitet voran, die Meinungen gehen vermehrt auseinander. Aber was ist eigentlich bisher passiert, geschweige denn entschieden?

Rheinspange 553 – Brücke, Tunnel oder gar nichts? Das sind die Fakten!

Die Arbeit an den Plänen zur Rheinspange 553 werden immer konkreter. Eine nördliche und eine südliche Trassen-Variante werden aktuell verstärkt in den Blick genommen. Die erste Phase, die sogenannte Vorplanung, wird bereits Ende 2020 abgeschlossen sein. Die Auswertungen liegen vor, die Erfahrungen nehmen zu und damit auch die Emotionen der Bürgerinnen und Bürger. Die Gebiete der Städte Bornheim und Wesseling sind von den südlichen Varianten betroffen, das Gebiet der Stadt Niederkassel ist von allen derzeit infrage kommenden Trassen tangiert. Die Gemüter sind dementsprechend gespalten.

machPuls gibt einen Überblick:

Die Ausgangslage

  • Laut Straßenverkehrszählung 2015 nutzen im Schnitt ca. 134.000 Kraftfahrzeuge pro Tag die A4 im Bereich der Rodenkirchener Brücke, auf der A565 im Süden sind es ca. 103.000.

  • In Bonn standen Autofahrerinnen und -fahrer im Jahr 2018 durchschnittlich 104 Stunden im Stau – der Spitzenwert in NRW. In Köln waren es 99 Stunden

  • Gemäß aktuellem „TomTom Traffic Index“ von 2019 steht Bonn auf Platz 7 und Köln auf Platz 11 der von Stau betroffenen Städte. Die Verkehrszeit verlängert sich in Bonn im Durchschnitt um 29% durch Staus, morgens und abends sogar um 52%, in Köln um 26%, während der Rush Hour morgens um 44% und abends um 52%.

  • Die Region Köln/Bonn wächst weiter. Im Jahr 2040 sollen 9,5 Prozent mehr Menschen in der Region leben als noch 2014 – für keine andere Wirtschaftsregion in NRW wird ein so starkes Wachstum prognostiziert.

Lösungen für die Mobilität im Raum Köln / Bonn müssen her und sollten auf verschiedenen Säulen stehen: Auto, Bus und Bahn sowie (Elektro) Fahrräder sind dabei zu berücksichtigen.
Ein Anfang ist gemacht: Die Kopplung mit den Themen rund um den Schienenverkehr und der Stadtbahn zwischen Bonn und Köln bei den Planungen der Rheinspange 553 sind zwar grundsätzlich unabhängig voneinander, jedoch erfolgen die Themen in enger Abstimmung miteinander. Im Zuge der Planungen der Rheinspange 553 ist ein Austausch zwischen Straßen.NRW mit der Nahverkehr Rheinland GmbH und dem Rhein-Sieg-Kreis etabliert. Die Themen „Stadtbahn“, „Regionaler Schienengüterverkehr“, „Schienenpersonennahverkehr“ und „Schienengüterfernverkehr“ finden auf diese Art Berücksichtigung im Projekt Rheinspange 553.

Das Projekt „Rheinspange 553“

  • Im Bundesverkehrswegeplan des Deutschen Bundestages wurde Ende 2016 eine neue Autobahnquerspange zwischen der rechtsrheinischen A59 und der linksrheinischen A555 mit einer Rheinquerung zwischen Köln und Bonn entsprechend in den „Vordringlichen Bedarf“ eingestuft. Die Rheinspange 553 soll durch die Rheinquerung für Entlastung der bestehenden Brücken (Rodenkirchener Brücke im Norden und die Bonner Friedrich-Ebert-Brücke im Süden) sorgen.

  • Mit dieser Einstufung der Rheinspange 553 besteht für den Landesbetrieb Straßenbau.NRW als zuständige Straßenbauverwaltung ein konkreter Planungsauftrag.

  • Derzeit (Stand Januar 2020) befindet sich man in der ersten von vier Planungsstufen: „Vorplanung und Linienbestimmung“. Zu den wesentlichen Untersuchungen zählt hier eine Umweltverträglichkeitsstudie, eine Verkehrsuntersuchung und ein straßenplanerischer Variantenentwurf.

  • Aus allen untersuchten Trassenverläufen wird eine Vorzugsvariante herausgearbeitet. Diese wird dann dem Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur zur „Bestimmung der Linie“ vorgelegt. Die Vorzugstrasse wird daraufhin öffentlich bekannt gegeben und ist damit für die weitere Planung verbindlich festgelegt.

Straßen.NRW betont bis dato, dass sowohl Brücken- als auch Tunnel-Lösungen „im Rennen“ seien und es keine „allgemeingültige Formel“ für den Entscheidungsprozess gebe. Bei der Variantenauswahl werden unterschiedliche Belange gegeneinander abgewogen. Auch eine Null-Variante ist immer noch im Bereich des Möglichen.

Spätestens im Dezember steht das Ergebnis fest.

Die aktuelle Diskussion

  • Die (Kölner) GRÜNEN positionieren sich von Beginn an gegen eine Rheinquerung – also für eine Null-Variante. Zuletzt wiesen Sie auf die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsstudie und der sogenannten „vertiefenden Raumanalyse“ hin. Sie votieren stattdessen für eine Verlängerung der Stadtbahn-Linie zwischen Bonn, Niederkassel und Köln. Der Bau einer Straßenbahn-Brücke, inklusive einer attraktiven Radwegeverbindung sowie eine Ertüchtigung der Rodenkirchener Brücke seien die besseren Optionen.

  • Bürgerinitiativen gegen die Rheinquerung formieren sich links und rechts des Rheins – zuletzt hat sich in Langel eine Bürgerinitiative gegründet. Neben den als hoch eingestuften Belastungen für die Umwelt, befürchten sie beispielsweise eine Minderung Ihrer Grundstückswerte, eine hohe Schadstoffbelastung oder eine Lärmbelästigung.

  • Aus Sicht der Verwaltung der Stadt Wesseling ist eine oberirdische Süd-Variante durch Urfeld ausgeschlossen. Eine Brücke im südlichen Stadtgebiet würde die Stadt zerschneiden und mitten durch Wohngebiete führen. Wesseling hat zuletzt ein Etat von 100.000 € Etat bereit gestellt, um sich rechtlichen Beistand im Streit gegen einen möglichen Brückenbau im Süden der Stadt einholen zu können.

  • Viele Bürgerinnen und Bürger sprechen sich allgemein für eine Tunnellösung aus. Es wurde in den bisherigen Dialogforen und Planungswerkstätten aber auch deutlich, dass diese Optionen (aufgrund der durch das Verkehrsministerium vorgebrachten Bedenken bezüglich der Wirtschaftlichkeit eines Tunnels) nur vereinzelt konkretisiert wurden.

  • Die CDU-Verbände und Fraktionen aus Bornheim, Niederkassel und Wesseling in der Region fordern aktuell ebenfalls eine Tunnellösung für die Rheinspange A553. Das südliche Rheinland brauche eine neue Rheinquerung zwischen Köln und Bonn für den Straßenverkehr, aber nur mit einer Tunnellösung sei diese für die dort lebenden Menschen tragbar. Finanzielle und technische Herausforderungen seien zu lösen, betonen Marcus Kitz, CDU-Fraktionsvorsitzender im Niederkasseler Rat sowie Christoph Schäfer, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Niederkassel.

  • Alle Beteiligten aus den drei CDU-Verbänden unterstützen zudem die Idee einer rechtsrheinischen Stadtbahn von Bonn über Niederkassel und Porz-Langel über den Rhein nach Godorf und weiter zum Kölner Hauptbahnhof.

So geht es 2020 weiter

Anfang 2020 stehen drei informelle Veranstaltungen an:

  • Dritte Infotour zu den vorliegenden Zwischenergebnissen

  • Vierter Politischer Begleitkreis: Vorstellung und Diskussion der vorliegenden Zwischenergebnisse

  • Sechste Dialogforum: Vorstellung und Diskussion der vorliegenden Zwischenergebnisse

Mitte 2020 findet dann der nächste formelle Termin statt:

  • 3. Abstimmungstermin Umweltverträglichkeitsstudie: Variantenvergleich Umweltauswirkungen

Ende 2020 stehen zwei weitere informelle Veranstaltungen an:

  • Siebtes Dialogforum: Vorstellung und Diskussion der Vorzugsvariante

  • Fünfter Politischer Begleitkreis Vorstellung und Diskussion der Vorzugsvariante

Zum Abschluss des Jahres kommt es zum formellen Abschluss der Vorplanung!

Was sagt Ihr zur Rheinspange 553? Wir freuen uns über Kommentare!

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