Die alte Tradition des Beierns wird in Rheidt und Mondorf noch gepflegt

Beim Beiern steigen Personen in einen Glockenturm und schlagen mit Hilfe eines Klöppels in Intervallen auf die Kirchenglocken, sodass kleine Melodien entstehen. Diese Tradition wird kaum mehr praktiziert, jedoch hier in Rheidt und Mondorf.

Die alte Tradition des Beierns wird in Rheidt und Mondorf noch gepflegt

An gewissen Festtagen wird in der Pfarreiengemeinde Siegmündung, in St. Laurentius (Mondorf) und in St. Dionysius (Rheidt), noch gebeiert. Feste Termine für das Beiern der Kirchenglocken sind die kirchlichen Feiertage wie Neujahr, Ostern, Weißer Sonntag, Pfingsten, Patronatsfest, Weihnachten sowie alle Prozessionen (Christi Himmelfahrt, Gottestracht und Fronleichnam). In diesem Jahr wurde, aufgrund der Corona-Pandemie, bisher nicht gebeiert, denn alle bis dato stattgefundenen Feste wurden abgesagt. Sollte im September die diesjährige, verschobene Erstkommunionsfeier stattfinden, so werden zu diesem festlichen Anlass endlich beide Pfarreien die Glocken wieder ertönen lassen.

Die Geschichte des Beierns in Rheidt und Mondorf

In Mondorf (St. Laurentius) ließen Heinz Reuter und Hans-Dieter Lülsdorf die alte Tradition nach etwa zwei Jahrzehnten zur Erstkommunionsfeier 2019 wieder aufleben. Vor etwa 60 Jahren beierte Josef Kothen, der später von Peter und Heinz Reuter abgelöst wurde. Nachdem Peter Reuter zum beiern der drei Glocken nicht mehr zur Verfügung stand, wurde die alte Tradition nach etwa 20 Jahren wieder aufgenommen.

In Rheidt (St. Dionysius) wird seit über 80 Jahren gebeiert und die Familie Lülsdorf beiert bereits in der dritten Generation. Nach einem tragischen Unfall 1930, bei dem Beiersmann Johann Hinsen ertrunken ist, hat Wilhelm Lülsdorf das Beiern der drei von fünf vorhandenen Glocken im Glockenturm übernommen. Sohn Peter sowie zwei Vetter, Johann und Fritz Schäfer, sprangen ein, wenn Wilhelm Lülsdorf verhindert war. Etwa 1948 stieg Sohn Georg mit seinem Vater auf den Glockenturm, der ihm so nach und nach das Beiern beibrachte. Bruder Hilarius folgte 1954/55 und erlernte ebenfalls den Umgang mit den Kirchenglocken. Georg Lülsdorf stieg noch in hohem Alter auf den Glockenturm, obwohl er auf Grund gesundheitlicher Probleme dabei oft an seine Grenzen stieß. 1982 hat Sohn Ralf (3. Generation) das Beiern dann übernommen und wird dabei seit 2010 von Martin Eich unterstützt.

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