Gespinstmottennester verunsichern Spaziergänger in Mondorf

Einer Leserin fielen während eines Spaziergang in Niederkassel-Mondorf seltsam versponnene Gebilde an einer Vielzahl von Sträuchern und Gehölzen auf. Worum handelt es sich hier?

Gespinstmottennester verunsichern Spaziergänger in Mondorf

Ihr erster Gedanke war, dass es sich vielleicht um die Gespinste des gefürchteten Eichenprozessionsspinners handeln könnte. Wir konnten vor Ort aber Entwarnung geben.

Von welchem Tier stammen die Gespinste?

Vielerorts, entlang an Straßen, Fuß- und Radwegen sind die von weißen Schleiern eingesponnenen, kahlen Sträucher, Gehölze sowie kleinere Bäume zu sehen.

Verantwortlich dafür sind die Raupen der Gespinnstmotte. Die harmlosen Verpackungskünstler sind überall in der Region verbreitet und fressen die Blätter befallener Vegetation vollständig auf. Dabei überziehen sie Stämme, Äste und Zweige mit einem Netz von Gespinnstfäden, unter der sie bis zur Verpuppung leben.

Durch Kontakt mit den hellgrün bis gelb, mit einem dunklen Streifen versehenen Raupen besteht aber keine gesundheitliche Gefahr, ganz im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner, der überwiegend Bäume, meist Eichen, befällt und weiße Härchen am Körper trägt, die für den Menschen durchaus gesundheitsgefährdend sind. Mehr Infos zum Eichenprozessionsspinner findet Ihr hier.

Fakten zur Gespinnstmotte

  1. Es gibt etwa 74 Gespinstmottenarten, die für den Menschen völlig harmlos sind.

  2. Die Raupen schützen sich vor Fressfeinden wie Vögeln und anderen Insekten sowie vor Regen, durch ihre klebrigen Netze.

  3. In den meisten Fällen ist nicht mit dem Absterben der Gehölze, an denen sie leben, zu rechnen, da sie nach einem Befall wieder austreiben.

  4. Nachdem sich die Raupen verpuppt haben, fliegen die Falter im Juli/August aus und paaren sich.

  5. Nach der Paarung, die nur wenige Tage nach dem Schlüpfen stattfindet, legen die Weibchen ihre Eier an die Winterknopsen ihrer Wirtspflanzen. Die jungen Raupen überwintern dann unter den Knospenschuppen und mit deren Austrieb im Frühjahr werden die Raupen aktiv, beginnen zu fressen und spinnen sich ein. Dann beginnt der gespenstische Kreislauf erneut.

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