Jahrhundertealte Grabkreuze wieder zurück in Lülsdorf

Interessengemeinschaft Alter Turm Lülsdorf setzte sich erfolgreich für aufwändige Restauration ein

Jahrhundertealte Grabkreuze wieder zurück in Lülsdorf

Nun sind sie wieder vor Ort. Am Dienstagmorgen bekamen die zehn steinernen Zeugen einer Bestattungskultur aus dem 16. bis 18. Jahrhundert einen eher ungewohnten Empfang. Im kleinen Park neben der ehemaligen Lülsdorfer Pfarrkirche, deren allein verbliebener Turm heute die Stadtgalerie beherbergt, begrüßte der 1. Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) Alter Turm Lülsdorf, Winfried Murschall, neben Pfarrer Thomas Schäfer, Ehrenbürgermeister Walter Esser auch den Denkmalschutzbeauftragten Andreas Odenthal und dessen Vorgänger Josef Schnabel. Gemeinsam mit städtischen Mitarbeitern des Bauamts der Stadt Niederkassel sahen sie zu, wie die Diplom Restauratorin Manuela Prechtel gemeinsam mit Steinmetzmeister Olaf Krautien aus Bonn die restaurierten Grabkreuze auf zuvor montierten Sockeln befestigte.

Ein Herzenswunsch geht in Erfüllung

Damit hat sich für die Mitglieder der IG Alter Turm ein Herzenswunsch erfüllt, denn sie hatten die Grabkreuze auf dem ehemaligen Friedhof, der heute als kleiner Erholungspark dient, geborgen. Die Kreuze, die zum Teil aus Drachenfelstrachyt und aus Andesit gearbeitet sind und an denen nach vielen Jahrzehnten der Zahn der Zeit nagte, sollten nach dem Willen der Mitglieder vor dem Verfall gerettet und so der Nachwelt erhalten werden. „Nachdem wir mit Manuela Prechtel eine Restauratorin mit Spezialgebiet Restaurierung und Konservierung gefunden hatten, sind wir an die Stadt Niederkassel herangetreten.

Projekt dank Fördermitteln möglich geworden

Dank einer Landeszuwendungen aus dem Denkmalförderprogramm des Landes NRW bekamen wir dann die Zustimmung zur Kostenübernehme der rund 17.000 Euro durch die Stadt Niederkassel und konnten aktiv werden“, so ein sichtlich zufriedener Winfried Murschall. Auch Altbürgermeister Walter Esser, der bei der schwierigen Datierung der teils verwitterten Grabkreuze mitgewirkt hatte, war mit dem Ergebnis zufrieden und dankte den Mitgliedern der Interessengemeinschaft für ihren Einsatz. „Dieser Ort war das ursprüngliche Zentrum, das Herz von Lülsdorf. Einige meiner Vorfahren liegen hier auf dem ehemaligen Friedhof begraben. Als Pänz hätten wir hier gerne Fußball gespielt, was uns unsere Eltern aber verboten haben, da dies ja der ehemalige Friedhof war. Dank der freiwilligen Helfer ist das hier der bestgepflegte Platz von Lülsdorf und die Senioren aus der nahe gelegenen Residenz kommen im Sommer gerne hierher, um im Schatten des Turms und der Bäume zu verweilen“, so der ehemalige Niederkasseler Bürgermeister. Pfarrer Thomas Schäfer segnete die Grabkreuze und bezeichnete sie als Zeichen für den Glauben und dafür, das auch nach dem Tod nicht alles aus sei.

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