Mondorfer Blumenhaus Salz schließt nach 90 Jahren seine Pforten

Nach über 90 Jahren sehen sich die Geschäftsbetreiber der dritten Generation, Roswitha und Gilbert Salz, gezwungen, das über Niederkassels Grenzen hinaus bekannte "Blumenhaus Salz" aus gesundheitlichen Gründen zum 31.10.2021 endgültig zu schließen.

Mondorfer Blumenhaus Salz schließt nach 90 Jahren seine Pforten

Schweren Herzens haben sich die beiden Geschäftsinhaber entschlossen, die Reißleine zu ziehen und der geliebten Floristik Adieu zu sagen. Deshalb schließt das "Blumenhaus Salz" zum 31. Oktober 2021.

Die Geschichte des "Blumenhaus Salz"

Gegründet wurde das damalige Gartenbaugeschäft in den 1920er Jahren von Großvater Peter Salz, der neben den gärtnerischen Erzeugnissen auch eine bescheidene Auswahl an Blumen, meist Nelken und Stiefmütterchen, im Angebot hatte.

1967 übernahm dessen Sohn Walter Salz das Geschäft und erweiterte das Angebot an floristischen Angeboten. Im selben Jahr erhielt Roswitha Maur eine Anstellung im "Blumenhaus Salz". Zuvor machte dieselbe eine gärtnerische Ausbildung sowie eine Ausbildung zur Blumenbinderin im Blumenhaus Klein in Troisdorf. 1969 gaben sich Walter Salz und Roswitha Maur auf dem Standesamt das Ja-Wort und waren fortan ein Ehepaar.

Die dritte Generation

Gilbert Salz, Sohn aus erster Ehe, begann 1974 seine Ausbildung als Florist im Blumenhaus Becker in Siegburg und stieg nach erfolgreicher Abschlussprüfung 1977 in das elterliche Geschäft mit ein. Schon frühzeitig entwickelte Gilbert kreative Ideen und stellte sehr schnell seine Fähigkeiten im Umgang mit der "Blumenwelt" bei Berufswettkämpfen Deutscher Floristen unter Beweis.

Gilbert Salz - einer der besten Floristen Deutschlands

Neben Ausstellungen des Mondorfer Jung-Floristen in hiesiger Region beteiligte sich Gilbert Salz auch mehrfach erfolgreich beim Berufswettkampf des Fachverbandes Deutscher Floristen um die "Silberne Rose" von Nordrhein-Westfalen. Alle zwei Jahre finden diese Landesmeisterschaften statt, bei dem einige der besten Floristen in mehreren Disziplinen gegeneinander antreten. Zum Beispiel beteiligte sich der junge Gilbert 1981 beim Wettbewerb um die "Silberne Rose" in Münster-Hiltrup und erreichte unter 15 Floristen/innen einen hervorragenden 3. Platz. Etwa 1000 Zuschauer verfolgten den Wettkampf in der Hiltruper Stadthalle, wo die Floristen in 15 Minuten einen gebundenen Strauß, bestehend aus mindestens 15 Blumenstielen sowie botanischem Beiwerk nach eigener Wahl anfertigen mussten. Im Anschluss folgte eine Überraschungsarbeit, dessen Thema kurz vor Beginn benannt wurde. Den Abschluss bildete eine Wahlarbeit. 1983 gelang Gilbert in einem harten Match bei den Landesmeisterschaften im Essener Saalbau vor 1400 Besuchern sogar der Sprung auf Platz 2. Unter den 14 Teilnehmer/innen trennten den Mondorfer Vizemeister am Ende nur 3 Punkte vom Gesamtsieg. In fünf Disziplinen stellte der 23-Jährige seine Fähigkeiten unter Beweis: Einen Handstrauß, einen Blumenstrauß, eine Arbeit nach Wahl, welche eine Beziehung zum Ruhrgebiet hat, einen Tischschmuck sowie einen hochzeitlichen Wagenschmuck und Brautstrauß mussten angefertigt werden. Bei den zu lösenden Aufgaben hatte Gilbert das gesetzte Zeitlimit stets weit unterschritten. Dreimal setzte die Jury die Arbeiten von Gilbert auf den 1. Platz und zweimal auf Platz 2. Den 1. Preis holte sich der Blumendesigner für den schönsten Brautstrauß und damit den gestifteten Pokal der Stern-Brauerei.

Weitere Erfolge des Mondorfer Floristen

Die Phantasie und Begabung, die künstlerische Gestaltung sowie die Liebe zu Blumen und Gartenarbeit des Mondorfer Floristen könnten weitere Seiten füllen. Doch erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass Gilbert Salz unter anderem die floristische Deko im "Fernsehgarten" und beim "Perfekten Dinner" mehrfach gestaltete. Des Weiteren präsentierte der Florist auf der Bundesgartenschau 1979 in Bonn eine Ausstellung, die vom damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel nebst Gattin Mildred aufgesucht wurde.

Nicht zu vergessen sind die seit über dreißig Jahren präsentierten Adventsausstellungen, die Besucher aus Nah und Fern nach Mondorf lockten und sich zu einem wahren Publikumsmagnet entwickelten.

„Danke“

Roswitha und Gilbert Salz möchten sich an dieser Stelle bei Familienangehörigen, Freunden Bekannten, der Nachbarschaft sowie bei ihren zahlreichen Kund*innen für ihre langjährige Treue recht herzlich bedanken.

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Damit schließt ein Mondorfer Traditionsunternehmen, das allen Kunden sehr fehlen wird! Was bleibt ist die Freude, die Gilbert und Roswitha Salz mit ihren Blumen in die Welt gebracht haben! Danke!

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