Ranzeler Nachbarschaftsflohmarkt war ein voller Erfolg

Unverständnis über beleidigende Sprachnachrichten

Ranzeler Nachbarschaftsflohmarkt war ein voller Erfolg

Sehr viel Zeit und Herzblut hat Inga Weber in die Non-Profit-Organisation des 2. Ranzeler Nachbarschaftsflohmarktes gesteckt. „Ich habe im Februar 2021 mit den Vorbereitungen begonnen. Bis zum heutigen Sonntag sind jeden Tag rund zwei Stunden Arbeit in das Flohmarktprojekt geflossen; gestern waren es sogar rund 10 Stunden“, so eine zufriedene aber auch erschöpfte Organisatorin.

Genau 197 Teilnehmer hatten sich angemeldet und in praktisch allen Straßen Ranzels wiesen bunte Luftballons den Weg zu den Verkaufsständen vor Haustüren und Garagenzufahrten. Über Facebook waren die einzelnen Standorte leicht zu finden und meist konnte man auch sehen, was es dort zu kaufen gab. Die Anbieter bekamen am Sonntag schon früh Besuch von den „Schnäppchenjägern“, die auf der Suche nach Raritäten weit vor der Öffnungszeit durch die Straßen fuhren. Auch diesmal gab es eine breite Palette an Krimskrams, „Stehrümchen“, Klamotten und Spielzeug in allen Varianten. Gegen Mittag wurde es voll auf den Straßen und an den Ständen, aber alle hielten sich an die Auflagen und Hygienevorschriften.

Nur einer männlichen Person schien der Flohmarkt erheblich zu missfallen und er stieß schon im Vorfeld Drohungen und Beleidigungen gegen die Organisatorin aus. „Meine Tochter und ich waren fassungslos. Gleich elf Mal bekamen wir Sprachnachrichten, in denen wir unter anderem als asozial und verantwortungslos bezeichnet wurden. Der anonyme Absender drohte sogar an die Flohmarktstände zu kommen und die Menschen anzuspucken“, so eine immer noch bestürzte Inga Weber. Nach diesen Beleidigungen und Bedrohungen hat sie Kontakt zur Polizei aufgenommen und Anzeige erstattet. „Wir haben alle behördlichen Auflagen erfüllt und daher die Genehmigung zur Durchführung des Flohmarktes bekommen. Daher habe ich kein Verständnis für solch eine Aktion“, sagte Inga Weber.

Die Käufer kamen nicht nur aus dem näheren Umfeld, sondern man sah verschiedene Autokennzeichen aus anderen Städten. Ganz vorsichtige Käufer fuhren sogar bis an den Stand vor, blieben im Auto sitzen, kauften ein Teil und bezahlten es aus dem Wagen heraus; Drive-In-Flohmarkt!

Auch wenn die befragten Verkäufer sehr zufrieden mit ihrem Umsatz waren, so nutzten doch viele Käufer den Flohmarkt für einen Plausch. „Alle wollten vor die Türe. Sich mit Menschen unterhalten, mal andere Menschen sehen und ein Stück Normalität erleben“, so die einhellige Meinung der befragten Verkäufer. Trotz des unerfreulichen Vorfalls im Vorfeld der Veranstaltung, überwiegt die Freude bei der Organisatorin. „Von den Teilnehmern, ob als Verkäufer oder Käufer, kamen nur positive Rückmeldungen. Zum Glück hat sich auch kein Zwischenfall, wie angekündigt, ereignet. Da viele Teilnehmer äußerst großzügig gespendet haben, freue ich mich, dass wir nach Abzug der Auslagen für Flyer, Banner und Plakate noch 399,50 Euro als Spende an „Tischlein Deck Dich“ übergeben können“, sagte Inga Weber.

Der nächste Nachbarschaftsflohmarkt könnte im September stattfinden, wenn es die Pandemie zulässt.

Logo