Fußballsaison 2019/20 jetzt doch beendet?

Vor einigen Wochen warb man beim Fußballverband Mittelrhein (FVM) noch massiv für eine Weiterführung der Saison, jetzt heißt es plötzlich Saison ade. Wie kam es dazu? Was sagen unsere lokalen Fußballvereine zur Beendigung der laufenden Saison?

Fußballsaison 2019/20 jetzt doch beendet?

Vor einigen Wochen noch war dem FVM die Weiterführung der Saison so wichtig, dass, nach Angaben verschiedener Fußballvereine, sogar Einfluß auf das Abstimmverhalten genommen wurde, indem man den Vereinsvertretern nahelegte, für eine Weiterführung der Saison zu stimmen. Doch nun folgte überraschend der verbale Fallrückzieher. Per Pressemitteilung teilte der FVM am Mittwoch mit, dass man sich auf Empfehlung der spielleitenden Stellen und nach Anhörung des FVM-Beirates sowie des FVM-Jugendbeirates für eine Beendigung der laufenden Saison 2019/20 zum 30. Juni 2020 ausgesprochen habe. Endgültig solle darüber am 20. und 21. Juni 2020 ein außerordentlicher Verbandsjugendtag und ein außerordentlicher Verbandstag entscheiden.

Was sind die Gründe für den plötzlichen Sinneswandel?

Die überraschenden Signale der NRW-Landesregierung, dass Sportarten mit unvermeidbarem Körperkontakt sowie sportliche Wettbewerbe im Kinder-, Jugend- und Amateurbereich möglicherweise schon bald wieder zugelassen würden, ließen den FVM umdenken. Denn das hieße, dass ein Spielen der vollständigen Saison 2020/21 möglich oder nun zumindest denkbar wäre. Dies habe die Gremien des FVM dazu bewogen, die ursprüngliche Empfehlung zur Fortsetzung der Saison zu überdenken und schließlich zu revidieren. Darüber hinaus hatte ein zuvor vom FVM bei seinen Vereinen eingeholtes Meinungsbild zum weiteren Umgang mit der Saison auch nur zu einem hauchdünnen „Weiterspielen“ geführt. Nun soll den Delegierten der beiden Verbandstage vorgeschlagen werden, die Saison abzubrechen und die noch ausstehenden Spiele der Saison 2019/20 nicht mehr auszutragen.

Was passiert bei einer vorzeitigen Beendigung der Saison in den Staffeln?

Der Vorschlag der Verbandsgremien sieht vor, dass es bei einer Beendigung der Saison einen Aufsteiger pro Staffel, aber keine Absteiger geben soll. Dies gilt für alle Meisterschaftsspielklassen auf Verbands- und Kreisebene der Herren und Frauen inklusive Futsal sowie im Jugendspielbetrieb. Die Aufsteiger sollen anhand der Quotientenregelung ermittelt werden. Aktuell ausgenommen von der Empfehlung, die Saison zu beenden, ist der laufende Bitburger-Pokalwettbewerb der Herren sowie der Pokalwettbewerb der Frauen. Hierzu wird es ebenfalls zeitnah eine gesonderte Mitteilung der spielleitenden Ausschüsse geben.

Was den Beginn der Saison 2020/21 betrifft, so wollen die spielleitenden Stellen zu gegebener Zeit auf Basis der behördlichen Verfügungslage ebenfalls eine Entscheidung treffen. Deshalb müssten seitens der Behörden vor einer möglichen Aufnahme des Spielbetriebs klare und von den Vereinen auch umsetzbare Vorgaben definiert sein, unter welchen Bedingungen eine Saison 2020/21 gespielt werden kann. Weitergehende ausführliche Informationen und FAQs zum Thema sind unter www.fvm.de zu finden.

Was sagen die Vertreter der Niederkasseler Vereine zu den Plänen des FVM?

„Nachdem der FVM Druck von den Vereinen bekommen hat und die geplanten Lockerungen eine baldige Aufnahme wahrscheinlich werden lassen im Wettbewerb, macht das in meinen Augen Sinn. Das muss alles aber noch bestätigt werden. Für den 1. FC Niederkassel bedeutet das Planungssicherheit, denn wir haben den Klassenerhalt geschafft. Ich wurde schon gefragt ob ich mich darüber freue, muss aber sagen, dass wir das gerne sportlich erreicht hätten. Wir werden nun unsere Hausaufgaben neu machen und die Ziele für die kommende Saison vorgeben, die mehr als nur den Klassenerhalt bedeuten sollen. Ich befürchte allerdings, das diejenigen Vereine, die ihre Aufstiegsziele jetzt sportlich ganz knapp nicht erreichen werden, dann gegen die Entscheidung vorgehen. Die Tragweite der Konsequenzen ist jetzt noch nicht abzusehen“, so Marc Pfister (1. FC Niederkassel).

Holger Adenheuer (FC Hertha Rheidt) sagt: „Dies ist eine unseriöse Empfehlung, die eine Kaderplanung ad absurdum führt, um nicht zu sagen, das ist skandalös! Wir sind im Vorstand komplett gegen die Empfehlung, denn das ist Fußball nach Gutsherrenart. Die vorherige Umfrage war ja fast noch demokratisch, aber das jetzt, ist das Allerletzte.“

Martin Krämer (TuS Mondorf) ist der Meinung: „Die Entscheidung des FVM ist nachvollziehbar, da sich die Situation geändert hat und die Umfrage kein Ergebnis brachte. Es bleibt spannend, ob der Verbandstag dem Vorschlag des FVM folgt und ob es zu den befürchteten Einsprüchen kommt. Solange das alles nicht klar ist, sehen wir uns auch nicht als Aufsteiger. Es wäre jammerschade, wenn wir ab September spielen dürften, aber aufgrund von Einsprüchen nicht spielen können. Diese Situation kennen wir ja noch aus dem Vorjahr. Ich denke, dass es keine wirklichen Gewinner in dieser Situation gibt.“

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