Lülsdorf: Erste Niederkasseler Fahrradstraße freigegeben

Am Freitag wurde in Lülsdorf die erste Fahrradstraße in Niederkassel freigegeben. Das „Niederkasseler Modell“ sorgt bei den Anwohnern zur Zeit noch für Skepsis.

Lülsdorf: Erste Niederkasseler Fahrradstraße freigegeben

„Nach Eineinhalbjähriger Planung können wir heute nun endlich die erste Fahrradstraße in Niederkassel freigeben“, so der Vorsitzende des Planungs- und Verkehrsausschusses der Stadt Niederkassel, Dano Himmelrath (CDU).

Gut 1,5 Kilometer lang ist die Fahrradstraße „light“, welche am Rhein entlang über die Uferstraße und die Burgstraße bis in die Ortsmitte von Lülsdorf führt. Himmelrath erklärte auch die Besonderheit der Niederkasseler Fahrradstraße.

„Anders als in Großstädten oder auch unseren Nachbarkommunen gibt es für die Verkehrsteilnehmer hier einige Besonderheiten zu beachten. Es gilt Tempo 30 für alle Verkehrsteilnehmer, Radfahrer haben Vorrang, es gilt rechts vor links, beim Überholen der Radfahrer ist ein Abstand von 1.50 Meter einzuhalten, Radfahrer dürfen nebeneinander herfahren und der Anliegerverkehr wird nicht ausgeschlossen! “, so Himmelrath.

Eröffnung mit Hürden

Gemeinsam mit Bürgermeister Stephan Vehreschild, den Beigeordneten Dr. Stephan Smith und Carsten Walbröhl sowie einigen Ratsmitgliedern sollte dann die Verhüllung des ersten Verkehrsschildes entfernt werden, jedoch hatte man die Leiter vergessen. Himmelrath ließ sich mittels „Räuberleiter“ dann vom Bürgermeister hochheben, sodass die blaue Umhüllung entfernt und die Straße damit einer weiteren Bestimmung übergeben werden konnte.

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In den nächsten zwei Jahren will man seitens der Stadt beobachten, wie der Verkehr sich dort entwickelt, sagte Dr. Smith. Auch möchte man mit den Anwohnern ins Gespräch kommen und deren Erfahrungen in ein derzeit noch nicht fertiggestelltes Gesamtkonzept für Niederkasseler Fahrradstraßen mit einfließen lassen, so Ulrich Buchholz (BN90/Grüne) vom Arbeitskreis nachhaltige Mobilität.

Weitere Fahrradstraßen (Eschmarer Straße, Löwenburgstraße und Kabelweg) sind in Planung.

Skepsis und Sorgen gibt es dennoch

Sorgen bereiten den Anwohnern die Radfahrer, welche sich nicht an die Tempo-30-Regelungen halten. Gerade im Kurvenbereich Bachstraße / Uferstraße kommt es immer wieder zu Beinaheunfällen mit der „500-Watt-Fraktion“, erzählen Anwohner und Spaziergänger. Die Einen können 500 Watt treten (Rennradfahrer) und fahren daher meist schneller als die vorgegeben 30 Km/h. Die E-Bike-Fahrer, deren Räder meist mit 500 Watt Akkus betriebenen werden, führen hingegen locker und flott um den Kurvenbereich ein, ohne auf den Verkehr zu achten. Diese Anregungen und Hinweise in den Social-Media-Kanälen habe man aufgenommen und sich mit den Personen in Verbindung gesetzt, so Dano Himmelrath auf Nachfrage.

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