Eine Stele für den Mondorfer Kaplan Everhard Richarz

Der Mondorfer Kaplan Everhard Richarz geriet durch seine offenen Predigten zu Lebenszeiten mit den Nationalsozialisten in Konflikt, bis er schließlich verhaftet wurde und 1940 verstarb. Jetzt soll er durch eine Stele an seinem Grab geehrt werden.

Eine Stele für den Mondorfer Kaplan Everhard Richarz

Einstimmig beschlossen die Mitglieder vom Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Soziales (SKSS) einem Antrag von Ratsmitglied Hans-Dieter Lülsdorf zu folgen. Dieser hatte beantragt, eine Stele an der Grabstelle des Mondorfer Kaplans Everhard Richarz zu errichten und diese dann in den Kulturpfad der Stadt Niederkassel aufzunehmen.

Wer war Kaplan Everhard Richarz?

Bereits frühzeitig geriet der Kaplan in Konflikte mit den Nationalsozialisten, da seine offenen Predigten der Gestapo ein Dorn im Auge waren. Kaplan Richarz wurde schließlich wegen Devisenvergehens, Wirtschaftssabotage sowie Transferierung jüdischen Kapitals in die Niederlande verhaftet. Anschließend kam der Kaplan gemeinsam mit zwei seiner Brüder in den "Klingelpütz" nach Köln. Nachdem alle drei in das Gefängnis Berlin-Moabit verlegt wurden, erkrankte der Kaplan 1940 an Tuberkulose und kam in ein Sanatorium. Von dort durften die Geschwister den bereits vom Tod Gezeichneten holen und nach Mondorf bringen, wo er innerhalb weniger Stunden verstarb.

Eine Stele mit Text soll den Kaplan würdigen

Für Juni 2023 ist ein Festakt zum 10-jährigen Gedenken der Einsegnung des Kaplan-Everhard-Richarz-Ufers in Planung. „Das Anbringen der Stele bis zu diesem Zeitpunkt wäre dem Anlass entsprechend würdig“, so Hans-Dieter Lülsdorf. Auf Antrag von BN90/GRÜNE soll die Verwaltung zudem prüfen, ob in dem Stelentext auch die Brüder des Kaplans Erwähnung finden sollten.

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