Coronavirus bremst Max Rendschmidt aus

Ehrenmitglied des Wassersportverein Blau-Weiß Rheidt hat sich nicht nur umsonst auf Olympia vorbereitet, auch finanziell wirft die Situation viele Fragen auf.

Coronavirus bremst Max Rendschmidt aus

Nachdem IOC-Präsident Thomas Bach sowie das Internationale Olympische Komitee entschied, die Olympischen Sommerspiele in Tokio wegen der Corona-Pandemie endgültig zu verschieben, müssen zahlreiche Athletinnen und Athleten ihren Alltag anderweitig gestalten. Es ist angedacht die Spiele in Tokio auf den 23. Juli bis 8. August 2021 zu verschieben. Betroffen davon ist auch Vorzeigekanute Max Rendschmidt, Ehrenmitglied des Wassersportverein Blau-Weiß Rheidt, der in Tokio seine Goldmedaillen von 2016 verteidigen wollte.

"Im ersten Moment bin ich zwar enttäuscht, weil die Trainingseinheiten in den letzten Monaten sehr hart waren. Aber das muss man jetzt so hinnehmen. Ich weiß nicht, ob überhaupt in diesem Jahr noch Regatten stattfinden,“ so ein frustrierter Max Rendschmidt. Insgesamt sei die Entscheidung der Verschiebung der Olympischen Spiele richtig und notwendig. „Ich werde natürlich alles versuchen, um 2021 in Tokio dabei zu sein. Das heißt, es liegt ein langer Weg vor mir und es wird ein weiterer sehr harter Trainingswinter auf mich zukommen.

Nachdem die Spiele nun verschoben sind, wirft das zahlreiche Fragen auf. Es muss geklärt werden, wie es mit Fördergeldern oder Sponsorenverträgen aussieht. Es ist ja nicht abzusehen wie die wirtschaftliche Situation im kommenden Jahr ist. „Ich bin in der glücklichen Lage bei der Bundespolizei als Polizeimeister zu sein, damit kann ich mich buchstäblich über Wasser halten. Aber es gibt viele Athleten denen es schlechter geht", so Max Rendschmidt.

Gemeinsames Training mit Halbbruder

Erfreulich für den erfolgreichen Kanuten ist derzeit lediglich, dass sein Halbbruder Tim im Sommer ein Studium der Sportwissenschaften in Bochum beginnt. Dazu wird der 20-Jährige Tim nach Essen in eine Wohngemeinschaft wechseln. Der für den WSV Blau-Weiß Rheidt startende Kanute wird, wenn in diesem Jahr noch Regatten stattfinden sollten, diese noch für seinen Heimatverein paddeln. Im kommenden Jahr startet Tim dann, genau wie sein Bruder Max, für die Kanu Gemeinschaft Essen. Damit hat Tim die Möglichkeit auch Trainingseinheiten gemeinsam mit seinem Bruder zu absolvieren.

Am Mittwoch, den 1. April 2020 trainierten beide gemeinsam bereits um 9:00 Uhr, bei einer Außentemperatur von 3° Celcius, zunächst eine Stunde auf dem Rhein und anschließend absolvierte Max noch einige Kanu-Sprintdistanzen über 500 und 1000m auf der Laach.

"Sport ist die schönste Nebensache der Welt. Hut ab vor den Menschen die zur Zeit tagtäglich an vorderster Front stehen, wie Ärzte, Polizei, Feuerwehr, Ordnungsdienste, Angestellte im Lebensmittelhandel, etc., das sind für mich zur Zeit die Helden des Alltags", äußerte sich Willy Dietzler, Vater von Tim und Stiefvater von Max, der beide Kanuten betreut.

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