Laurentiusschule - eine der bedürftigsten Schulen im Rhein-Sieg-Kreis?

Beim Herbstfest der Laurentius-Schule in Mondorf kam es zu ordentlich Kritik: Die vielen Mängel an Betreuung, Platz und Lernmaterialien bestimmten die Gespräche am Nachmittag.

Laurentiusschule - eine der bedürftigsten Schulen im Rhein-Sieg-Kreis?

Am 07. Oktober 2019 fand das "Kennenlernen-Herbstfest" der Laurentius-Schule, Förderschule im sozial-emotionalen Bereich, in Mondorf statt.Der Einladung von Ursula Amrein, Pflegemutter und Vorsitzende der Eltern- und Schulpflegschaft, kamen zahlreiche Schüler, Lehrer, Eltern und Schulpflegschaftsmitglieder nach. Zudem besuchten auch die Fraktionsvorsitzenden Anette Wickel (FDP) und Sascha Essig (B90/Grüne) die Veranstaltung, die auf Grund der herbstlichen Witterungsbedingungen und des Nichtvorhandenseins einer Aula in Klassenräumen und dem Flur stattfand.

"Das hier in Mondorf ist räumlich und ausstattungsmäßig eine der bedürftigsten Schulen, die ich kenne“(Michael Sturm)

Am Nachmittag kam schnell das Thema Mängel auf. Eltern, Schulpflegschaftsmitglieder und Lehrer nutzten die Möglichkeit gegenüber den anwesenden Pressevertretern Kritik zu üben."Ich wünsche mir von der Stadt Niederkassel als Schulträger, dass die Kinder die gleichen Möglichkeiten und Angebote wie an einer Realschule haben. Jedes Kind an der Laurentiusschule hat einen sonderpädagogischen Förderbedarf, aber was wir an Räumlichkeiten, Betreuungsangeboten sowie spezifischen Lernmaterialien erhalten, hat mehr mit Bedarf als mit Förderung zu tun" so Uschi Armin.

Auch ein fehlender Spielplatz für die Jüngsten, fehlende Klassenräume allgemein, eine Nachmittagsbetreuung und Abstimmungsschwierigkeiten mit den Bussen, mit denen die Schüler/innen zum Sport- bzw. Schwimmunterricht gefahren werden, wurden scharf kritisiert: "Wenn der Bus nicht kommt gehen wir zu Fuß in die Turnhalle der Grundschule Beckergasse. Bei zwei Schulstunden bleiben dann noch 20 Minuten Zeit für den Sport", sagt Lehrerin Anja Bauer. Ergänzend fügt Kollege Michael Sturm hinzu: "Ich kenne viele andere Schulen im Rhein-Sieg-Kreis und Bonn. Das hier in Mondorf ist räumlich und ausstattungsmäßig eine der bedürftigsten Schulen, die ich kenne".

machPuls hat Marcus Kitz, Fraktionsvorsitzenden der CDU sowie Aufsichtsratsvorsitzender der RSVG um Stellungnahme gebeten. Er bedauerte im Gespräch zunächst keine offizielle Einladung erhalten zu haben. Sein Statement zu der Situation:"Die Zukunft der Laurentius-Schule am jetzigen Standort ist aus räumlichen und rechtlichen Gründen fraglich. Wir hatten das Thema Förderschule auf der Fraktionssitzung und haben ausführlich über verschiedene Optionen gesprochen. In der November-Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur, Sport und Soziales soll es aber seitens der Verwaltung umfangreiche Informationen geben".

machPuls wird über die Ergebnisse der nächsten Sitzungen berichten. Das Thema scheint auf der politischen Agenda zu sein. Es bleibt abzuwarten, welche Entscheidungen und Maßnahmen folgen.

Die Laurentius-Schule ist eine Förderschule im sozial-emotionalen Bereich. Ihre Schülerinnen und Schüler haben sonderpädagogischen Förderbedarf. Im ganzen Rhein-Sieg-Kreis ist die Schule in Mondorf die einzige, die diesen Förderschwerpunkt bis zur Klasse 10 aufrecht erhält. In den letzten Jahren war lange unklar, ob die Schule geöffnet bleibt oder nicht. Dank eines Umdenkens der NRW Landesregierung wurde in der Ratssitzung am 30. Januar 2018 beschlossen, dass die Schule geöffnet bleibt. Dass wir diese Schule brauchen zeigen unter anderem die stetig wachsenden Schülerzahlen. 2018 waren es noch 35 Schüler, 2019 sind es bereits über 70. Laut Gesetzgeber soll die Schule aber bis zu 112 Schüler aufnehmen.

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