Ahrtal: Niederkasseler Bauhofmitarbeiter im Katastrophengebiet

Der Niederkasseler Bauhofmitarbeiter Thorsten Haase war einer von zahlreichen Helfern in den Katastrophengebieten an der Ahr.

Ahrtal: Niederkasseler Bauhofmitarbeiter im Katastrophengebiet

Die Unwetterkatastrophe von Mitte Juli des Jahres hinterließ in den Medien erschreckende Bilder von verzweifelten Menschen, die binnen weniger Minuten ihr komplettes Hab und Gut verloren haben. Auch der 48-Jährige Thorsten Haase aus Niederkassel-Rheidt, seit 18 Jahren Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt Niederkassel bekam diese verheerenden Bilder nicht mehr aus dem Kopf.

Unterstützung aus Niederkassel

Tags darauf fanden Telefonate mit Markus Thüren, Bürgermeister Stephan Vehreschild sowie Bauhofleiter Frank Fütterer statt, dem bereits 2 Tage nach der Flutkatastrophe mit deren Gutheißen ein dreiwöchiger Arbeits- und Räumungseinsatz in Dernau folgten sollte. Mit dabei war neben Thorsten Haase auch Patrick Marks und David Jung.

Unter anderem waren die Landwirte Stefan Werres (Weilerhof), die Familie Engels (Rheidt) und Unternehmer Christian Krause (Lülsdorf) mit mehreren Maschinen und Traktoren an der Ahr tätig. Letzterer, der eine Pferdepension betreibt, hat außerdem noch mehrere LKW-Ladungen mit Heu und Stroh gespendet.

Während der 2. Woche wurden die Bauhofmitarbeiter aus Niederkassel mit LKWs der Stadt Troisdorf bei der Reinigung der Straßen unterstützt. Gottfried Kader stellte Geräte und Anhänger kostenlos zur Verfügung, sodass die drei viele Aufträge der Bundeswehr (Straßenreinigungen mit Wasserwerfern, Kehrbesen und Wurzelbürsten) absolvieren konnten.

Auch nach den drei Wochen stand Thorsten Haase weiterhin im Ahrtal zur Verfügung und war dort von der Mündung bis fast zur Quelle tätig. Mit kostenloser Unterstützung der Landwirte Werres/Kader (Anhänger/Kehrbesen) sowie der Stadt Niederkassel (Traktor) hat er weiterhin die Orga-Teams vor Ort bei den zu tätigen Arbeiten unterstützt.

Toller Einsatz, der Kräfte raubte

Insgesamt hat Haase an 42 Tagen etwa 450 Stunden im Ahrtal gearbeitet, wobei davon 220 Stunden ehrenamtlich waren. Auch nach diesem Einsatz steht Thorsten Haase mit den Orga-Teams im Ahrtal in Kontakt. "Sollte unsere Technik noch einmal benötigt werden, wäre ich bereit gerne weiter zu helfen", so Haase. "In den Wintermonaten müssen aber unsere Geräte in Niederkassel einsatzbereit sein, da sie jederzeit für Einsätze im Stadtgebiet zur Verfügung stehen müssen", betonte er.

Einige Vorfälle raubten dem kräftigen Haase dennoch den Schlaf und seine Gedanken waren bei den verzweifelten Menschen im Ahrtal. So traf er z. B. einmal einen verwirrten Mann an und fragte ihn, ob er ihm helfen könne. Daraufhin erfuhr Haase, dass besagter Mann aus seinem Haus schnell noch Geld holen wollte, um dann mit seiner Frau und den Kindern, die schon im Auto waren, vor der Flutwelle zu flüchten. Als er aus dem Haus kam, riss das Wasser sein Auto mitsamt den Insassen vor seinen Augen in den Tod. Solche Tragödien waren kein Einzelfall, die nicht nur Thorsten Haase schockten, sondern auch viele der im Ahrtal tätigen ehrenamtlichen Helfer/innen.

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