Offizielle Einweihung des Aalschokker "Maria Theresia"

Aus "Museumsstück" wurde "Museumsschiff"

Offizielle Einweihung des Aalschokker "Maria Theresia"

Nachdem der Aalschokker "Maria Theresia", nach erfolgreicher Renovierung in den Jahren 2017 bis 2019 wieder auf seinem angestammten Platz im Discholl (Altarm der Sieg) ankert (machPuls berichtete), konnte das größte bewegliche Denkmal der Stadt Troisdorf am Freitag, den 23. September 2022 offiziell zum "Museumsschiff" eingeweiht werden. Aufgrund der Corona-Pandemie war die offizielle Einweihung verschoben worden und konnte nunmehr umso feierlicher nachgeholt werden.

Brudermeister Günter Engels begrüßte die Gäste. Unter Ihnen auch Prof. Erdmann, der erfreut ist, dass die Fischereibruderschaft ihre langjährige Tradition, verbunden mit dem Schutz der Natur aufrecht erhält. Er sei überzeugt, dass die finanziellen Unterstützung der NRW-Stiftung für die Restaurierung des Aalschokker gut angelegt ist. Die Fischereibruderschaft ist Mitglied des Förderverein der NRW Stiftung.

Bürgermeister Alexander Biber richtete ein Grußwort an die Anwesenden und freute sich, dass mit der Hilfe zahlreicher "Unterstützer" der Aalschokker nun zum "Museumsschiff" geworden ist. Im Anschluss gab Günter Engels weitere Details zur erfolgreichen Restaurierung des Schiffes bekannt. Augenzwinkernd gestand Engels, dass von den erhaltenen Spendengeldern auch noch die angebotenen Getränke und "Schnittchen" im Etat verankert sind.

Die Geschichte des Aalschokkers

Das 1894 in den Niederlanden (Insel Schokland) gebaute Schiff wurde 1941 zum Aalschokker umgebaut, um auf dem Rhein Aale zu fischen, was bis Ende der 1950er Jahre möglich war. 1987 übertrug die Familie Mertens, Besitzer des Schokkers, denselben mit gewissen Auflagen der Fischereibruderschaft. Die Stadt Troisdorf beantragte später den Schokker als Denkmal mit in den Denkmalbestand der Stadt aufzunehmen. 2016 wurde der Schokker in den Stand des immateriellen Kulturerbes des Landes NRW gehoben, um die traditionelle Flussfischerei zu bewahren und an spätere Generationen zu überliefern.

Nach 30 Jahren auf dem Wasser des Discholl war es Ende 2017 soweit, den Schokker zu einer umfangreichen Restaurierung der Lux Werft und Schifffahrt GmbH in Niederkassel-Mondorf zu überlassen. Zuvor wurden seitens der Fischereibruderschaft Vorarbeiten wie grobe Säuberung, Freiräumung beweglicher Gegenstände, Entfernen der Netze etc. getätigt.

Das Schiff wurde per Motorboot zur Werft geschleppt und dort auf Dock gelegt und zunächst gesandstrahlt, um alte Farbe zu entfernen beziehungsweise Korrosion vorzubeugen. Es folgte eine Grundierung und Neubeschichtung mit Lack. Des Weiteren eine Überarbeitung der mechanischen Aggregate wie Ankerwinde, Keulenwinde und Ruder, die Anbringung einer Sicherheitsleiter zur späteren Begehung des Schiffes sowie eine Sicherheitsreeling. Weiterhin musste der etwa 15 m hohe Mast erneuert werden sowie die Anbringung eines Keulenhamen und Keulennetzes. Nach dem Rücktransport des Schiffs 2019 zum Discholl, welches wegen des geringen Wasserstandes fast ein Jahr im Mondorfer Hafen vor Anker lag, folgte die Renovierung und Ausbau der Kajüte zum Museumsraum und die Stromversorgung an Bord. Bei der Bebilderung, Plakatierung und Beschriftung der neu gestalteten Kajüte sind Museumsleiterin Dr. Petra Recklies-Dahlmann, Michael Scholl-Konzept und Günter Engels lobend zu erwähnen.

Die gesamte Restaurierung kostete in etwa 50.000 €, die ohne Unterstützung für die Bruderschaft nicht möglich gewesen wäre. Die NRW-Stiftung trug 26.000 € und der Heimat- und Geschichtsverein Troisdorf 15.000 € bei. Ortsansässige Firmen wie Lux-Werft, Zimmerei Thomas Mandt, Schreinerei Guido Mondorf, Elektro Günter Schmidt, die Kreissparkasse Köln sowie die VR Bank Bonn Rhein-Sieg, Maschinenbau Kitz, Wohnbaumanagement Schell und die Städte Troisdorf und Niederkassel unterstützten den Umbau zum "Museumsschiff". Dafür an dieser Stelle noch einmal ein besonderes Dankeschön. Darüber hinaus haben die Fischerbrüder ehrenamtlich etwa 800 Stunden an Eigenleistung eingebracht.

Nach einer kleinen Stärkung bei Getränken und Imbiss konnten sich die Anwesenden, in zwei Gruppen aufgeteilt, an Bord des Schiffes umsehen und auch die restaurierte Kabine begutachten. Zum diesem Zweck hatten die Fischerbrüder am Vortag den Schokker längsseits des Bootanlegers gebracht und dort geankert.

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