ADFC nimmt Stellung zur notwendigen Verbesserung der Fahrradpark-Situation in Niederkassel

Durch neue Abstellanlagen, die das Fahrrad vor Beschädigung und Diebstahl schützen, würde die radfahrende Kundschaft gewertschätzt, sagt der ADFC. Es besteht Handlungsbedarf.

ADFC nimmt Stellung zur notwendigen Verbesserung der Fahrradpark-Situation in Niederkassel

Ein amtliches Schreiben der Stadt Niederkassel, unterschrieben vom ADFC-Sprecher Peter Lorscheid und dem Vorsitzenden des Umwelt,- Verkehrs- und Planungsausschusses, Dano Himmelrath, hatte bei einem anonymen Niederkasseler Geschäftsmann für Kritik gesorgt (mehr dazu hier). Es ging in dem Schreiben um die Mängel der Fahrradabstellanlagen der Niederkasseler Einzelhändler, die in 16 von 20 Fällen Felgenkiller sind und nicht ausreichend vor Diebstahl schützen. Darüber informierte die Stadt Niederkassel dann auch ihre Mitbürger einen Tag später in einer Pressemitteilung. Daraufhin schrieb Ulrich von Elstermann einen Leserbrief, in dem er von seinen bisherigen eher weniger erfolgreichen Versuchen erzählte, die Stadt fahrradfreundlicher zu machen, ebenfalls durch neue Radbügel.

Jetzt äußert sich auch der ADFC zu dem regen Thema und will nach der ernüchternden Bestandsaufnahme Verbesserungen anregen.

„Gerade die radfahrenden Kunden kaufen vor Ort ein und stärken so die heimische Wirtschaft, anstatt mit dem Auto in die nächst größere Nachbarstadt zu fahren“, sagt Peter Lorscheid, Sprecher der ADFC-Ortsgruppe Niederkassel. Er betont, wie wichtig deshalb gute Abstellmöglichkeiten für Fahrräder bei den lokalen Einzelhändlern sind. In Bezug auf die Kritik des anonymen Niederkasseler Geschäftsmannes sagt er, es sei richtig, wenn kritisiert werde, dass auch an städtischen Gebäuden, insbesondere Schulen, beim Fahrradparken noch einiges im Argen liege. „Das ist uns bekannt und wir versuchen schon seit Jahren, bei der Stadt hier Verbesserungen zu bewirken. Die jüngeren Entwicklungen geben zumindest Anlass zu hoffen, dass sich hier möglicherweise demnächst etwas ändert“, so Lorscheid. Trotzdem zeige das Ergebnis der Bestandsaufnahme des ADFC, die nur bei 4 von 20 untersuchten großen Einzelhändlern gute Bewertungen für die Fahrradabstellanlagen ergab, wie viel Luft hier auch im Einzelhandel noch nach oben sei.

Die von dem anonymen Einzelhändler vermutete „Briefbogenaffäre“ könne er da nur als Versuch sehen, von der eigentlichen Problematik vor der eigenen Ladentür abzulenken. Selbstverständlich sei es letztlich die Entscheidung des Einzelhändlers, ob er seine Fahrradabstellanlage an moderne Anforderungen anpasse oder ob er bei „gefühlt 50 Jahre alten Felgenkillern“ bleibe. „Hier nichts zu unternehmen, ist das gute Recht des Unternehmers, doch es ist auch unser gutes Recht als Verband der Radfahrenden, diesen Zustand zu kritisieren und für Verbesserungen zu werben“, stellt der Sprecher der Ortsgruppe klar. Der ADFC sei nicht zuletzt auch ein Verbraucherverband.

Die von den ADFC-Aktiven in ehrenamtlicher Arbeit gefundenen positiven Beispiele zeigen nach Lorscheids Ansicht, „dass hier mit relativ wenig Aufwand viel für die radfahrende Kundschaft erreicht werden kann.“ Vorbildlich seien etwa die Abstellanlagen beim REWE-Markt in Ranzel sowie bei beiden ALDI-und DM-Märkten in Mondorf und Niederkassel.

Gute Anlagen, die das abgestellte Fahrrad effektiv vor Beschädigung und Diebstahl schützen, seien eine Wertschätzung der radfahrenden Kundschaft und müssten außerdem auch nicht allzu viel Geld kosten. „Dano Himmelrath und ich hatten die Vermutung, dass diese Problematik vielen Verantwortlichen im Einzelhandel gar nicht bewusst ist, und die Hoffnung, dass wir mit unserem Brief den einen oder anderen dazu anregen können, über bessere Abstellanlagen nachzudenken“, sagt Lorscheid. Der ADFC stehe auch gern zu beratenden Gesprächen zur Verfügung–„auch dem anonymen Kritiker, wenn wir denn wüssten, wer es ist.“

Logo