Ärger über Überprüfung von Fahrradabstellanlagen der Niederkasseler Einzelhändler

Die Analyse der Fahrradabstellanlagen von Niederkasseler Unternehmen stößt auf Unverständnis - besonders wegen des offiziellen Schreibens der Stadtverwaltung.

Ärger über Überprüfung von Fahrradabstellanlagen der Niederkasseler Einzelhändler

„Offensichtlich hat die Stadt Niederkassel keine anderen Probleme oder zu viel Personal“, so der erboste Kommentar eines Niederkasseler Geschäftsmanns. Erzürnt hatte ihn ein amtliches Schreiben der Stadtverwaltung Niederkassel, Dienststelle Arbeitskreis nachhaltige Mobilität, aber unterschrieben von dem Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) -Ortsgruppe Niederkassel Peter Lorscheid sowie dem Vorsitzenden des Umwelt,- Verkehrs- und Planungsausschusses, Dano Himmelrath, beide keinen städtischen Mitarbeiter. Wie aus dem Schreiben, das machPuls vorliegt, hervorgeht, hatte der ADFC für seine Analyse die Geschäfte Niederkasseler Einzelhändler aufgesucht und dort die Fahrradständer begutachtet und fotografiert. Daraus erstellte der ADFC dann eine Rankingliste und ließ diese der Stadtverwaltung mit dem jeweiligen Foto der Fahrradabstellanlage zukommen. In dem Schreiben der Stadtverwaltung heißt es u.a., dass die Fahrradständer Felgenkiller seien und keinen Diebstahlschutz bieten würden.

„Ob und wie ich eine Fahrradabstellanlage installiere, bleibt doch mir überlassen“ (Niederkasseler Geschäftsmann)

Dies sorgt für Empörung bei den Betroffenen. Einer der Geschäftsleute, der anonym bleiben möchte, sagte machPuls, er frage sich, was der ADFC auf einem amtlichen Schreiben der Stadt als Unterzeichner zu suchen habe. „Ich habe keine Genehmigung zum Fotografieren auf meinem Grundstück gegeben. Außerdem verwahre ich mich gegen die Aufnahme in ein sogenanntes Ranking von Abstellmöglichkeiten vor Niederkasseler Geschäften. Ob und wie ich eine Fahrradabstellanlage installiere, bleibt doch mir überlassen. Noch merkwürdiger empfinde ich die Anlage zum Schreiben der Stadtverwaltung Niederkassel, in der mir Hersteller der vom ADFC empfohlenen Abstellanlagen genannt werden. Die sind von München bis Lübeck verteilt. Versteht die Stadt das unter „die heimische Wirtschaft stärken“? Nach Meinung des Geschäftsmanns wäre es besser, das Pferd von der richtigen Seite aufzuzäumen. Erst einmal eine vernünftige Infrastruktur aufbauen, das Radwegenetz ausbauen und die Radweg in einen verkehrssicheren Zustand bringen, damit die Kunden überhaupt unfallfrei bis in die Geschäfte kommen können. Warum die Stadt nicht zu den Betrieben gegangen ist und dort das persönliche Gespräch gesucht hat, anstatt die „Marktleiter“ , so die amtliche Anrede, mit einem schriftlichen „sie befinden sich nicht in der Spitzengruppe des Rankings“ zu konfrontieren, fragen sich die Betroffenen.

Auf Nachfrage sagte nun Dano Himmelrath: „Ich bin als Vorsitzender des Arbeitskreises nachhaltige Mobilität tätig geworden und hatte gedacht, dass wir mit unserem Schreiben an die Geschäftsinhaber auf eine positive Resonanz gestoßen wären. Wir hatten im Arbeitskreis viele Rückmeldungen von Radlern bekommen, die sich über die „Felgenkiller“ beschwert hatten. Ob unsere Unterschriften unter einem offiziellen Briefkopf der Stadt zulässig sind, kann ich nicht einschätzen“, so Himmelrath.

Auf die Frage, wieso es denn noch viele negative Beispiele von „Felgenkillern“ an städtischen Liegenschaften wie Kindergärten, Schulen und an einem Friedhof gäbe und ob man nicht zuerst einmal vor der eigenen Türe kehren sollte, bevor man auf andere zeige, sagte Himmelrath, das dies auf der Agenda des Arbeitskreises stehe und bald in Angriff genommen werde.

UPDATE: Zu den Unterschriften unter dem Schreiben mit dem Briefkopf der Stadt Niederkassel sagte Pressesprecher Markus Thüren:Dano Himmelrath und Dr. Peter Lorscheid sind Mitglieder im Arbeitskreis Nachhaltige Mobilität, der von Dr. Arndt Lagemann seitens der Stadt Niederkassel geleitet wird. Daher sind die Unterschriften von Himmelrath und Dr. Lorscheid nach unserer Auffassung nicht zu beanstanden.

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