Radfahrer und Landwirte - Wer muss auf den Feldwegen Rücksicht nehmen?

In Niederkassel wird immer mehr Fahrrad gefahren. Dazu nutzen viele Bürger auch die Feldwege, die durch die schöne Landschaft führen. Dabei muss aber unbedingt Rücksicht auf Fahrzeuge und Maschinen der Landwirtschaft genommen werden. Warum?

Radfahrer und Landwirte - Wer muss auf den Feldwegen Rücksicht nehmen?

Fahrradfahren ist in Niederkassel eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Ob am Rhein entlang auf dem Deich, auf den Radwegen zwischen den Stadtteilen oder aber auf den bestens unterhaltenen Feldwegen durch die Landschaft, es finden sich viele Wege zwischen Bonn und Köln, die bestens für eine Radtour geeignet sind. „Wir freuen uns, dass immer mehr Niederkasseler auf das Fahrrad umsteigen und so etwas für Ihre Gesundheit und das Klima tun!“, so Niederkassels Bürgermeister Stephan Vehreschild. „Allerdings führt der stärkere Verkehr auch zu Problemen zwischen den Nutzern dieser Wege, insbesondere zwischen Spaziergängern, Radfahrern und Landwirten“, ergänzt Dr. Arndt Lagemann, Mobilitätsmanager in Niederkassels Rathaus. Was hat es damit auf sich?

Die heutigen Feldwege entstanden laut Peter Capellmann, Landwirt aus Stockem, bereits vor 80 Jahren. Damals mussten die Eigentümer die für den Feldwegebau erforderlichen Grundstücke von ihren Ackerflächen abtreten, den Bau finanzieren und bis heute die Unterhaltung durchführen. Der Sinn des Feldwegebaus war, die Versorgung der Bevölkerung mit regionalen, lokal erzeugten Produkten sicherzustellen. Auch wenn die Wirtschaftswege von den Bürgern oft als Fahrrad- oder Spazierwege angesehen werden, ist und bleibt ihr Hauptzweck die Erschließung der Felder für die Fahrzeuge und Maschinen der Landwirtschaft.

Folglich geraten besonders Radfahrer und Landwirte immer wieder aneinander. Die Grundstücksbreite der Feldwege beträgt in der Regel 4 bis 4,5 m, davon sind noch der rechte und linke Wegesrand (Bankett) mit jeweils circa 75 cm abzuziehen, sodass nur etwa 3 m befestigte Fahrbahn, geschottert oder asphaltiert, für die Trecker und landwirtschaftlichen Fahrzeuge nutzbar sind. Trecker dürfen 2,55 m breit sein, Arbeitsmaschinen jedoch 3,0 m und mit Genehmigung sogar 3,5 m oder 4 m. Damit sind Konflikte zwischen landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Radfahrern beziehungsweise Fußgängern bei Begegnungen auf den schmalen Feldwegen zwangsläufig vorprogrammiert. Doch die Trecker können auch nicht einfach ausweichen. Mit mehreren Anhänger oder sogar Sattelschleppern sind die Fahrzeuge bis zu 40 Tonnen schwer. Sollten die beim Ausweichen auf das weichere Bankett abrutschen und ins Feld umstürzen, entstünde ein immenser Sachsachaden. Deshalb sollten Radfahrer und Fußgänger immer Rücksicht auf die landwirtschaftlichen Geräte nehmen und den Trecker passieren lassen. Wichtig ist dabei natürlich trotzdem der freundliche und verantwortungsvolle Umgang miteinander, um die vorhandenen Wege gemeinsam nutzen zu können.

Für das kommende Jahr plant der AK Nachhaltige Mobilität gemeinsam mit „drüber&drunter“, dem Arbeitskreis Ackerbau und Wasser im Langeler Bogen e.V., der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Boden (das DRÜBER) und das darunter fließende Grundwassers (DRUNTER) zu schützen sowie den Landwirten vor Ort eine gemeinsame Fahrradexkursion, um das gegenseitige Verständnis zu vertiefen.

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