Rheidt: Sportschützen kurz vor dem Kollaps

Seit einiger Zeit müssen die Rheidter Sportschützen um die Existenz ihres Vereines bangen. Warum dies der Fall ist, berichten wir Euch hier.

Rheidt: Sportschützen kurz vor dem Kollaps

Seit 1981 sind die Rheidter Sportschützinnen und Sportschützen in der sportlichen Landschaft der Stadt Niederkassel integriert. Im Dezember 2015 nahm die Deutsche UNESCO-Kommission und die Kulturministerkonferenz das "Schützenwesen in Deutschland" in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes auf. Eine Auszeichnung, auf die die Rheidter Sportschützen sichtlich stolz sind.

Geschichte des Sportschützenvereins Rheidt

Zu Beginn der sportlichen Aktivitäten trainierte der Verein in einem Anbau im Hof "Zur Linde" in Niederkassel-Rheidt und mit Fertigstellung der Sporthalle an der Alfred-Delp-Realschule 1982 auf der Schießanlage im Untergeschoss der Sporthalle in Niederkassel-Mondorf, zunächst mit Kleinkaliberwaffen. Etwa ein bis zwei Jahre später, nachdem der Verein auf eigene Kosten eine moderne Schießanlage installiert hatte, wurde auch mit Luftgewehren geschossen. Vorsitzender der Rheidter Sportschützen war 39 Jahre lang Dieter Berg, dessen Amt vor zwei Jahren von Brigitte Smirek als Vorsitzende übernommen wurde. Mit der Schießanlage waren die Vereinsmitglieder zufrieden, wenn da nicht die in unregelmäßigen Abständen auftretenden Wasserschäden wären, die von den aufmerksamen Hausmeistern der Schule stets gemeldet und anschließend schnell von der Stadt Niederkassel repariert wurden.

Die Vereinsmitglieder beteiligen sich an zahlreichen Wettbewerben wie Vereins-, Kreis-, Bezirks- und Landesverbandsmeisterschaften. Zu den Deutschen Meisterschaften in München Hochbrück sind insgesamt 13 Qualifikationen zu verzeichnen. Außerdem lädt der Verein zum "Tag der offenen Tür" ein, versucht Jugendliche für den Schießsport zu begeistern und richtet für Niederkassels Politiker das Fraktionenschießen aus, welches mit Begeisterung angenommen wurde. Doch der Verein sieht zur Zeit keine Zukunftsperspektiven und steht mit dem Rücken zur Wand.

Seit Jahren kein Training mehr möglich - eine Katastrophe jagt die nächste

Seit nunmehr drei Jahren, mit einer kurzzeitigen Unterbrechung, können die Vereinsmitglieder nicht mehr trainieren und sich an keinen sportlichen Aktivitäten auf ihrer Schießanlage beteiligen. Es begann vor drei Jahren mit der Corona-Pandemie als alle Aktivitäten eingestellt wurden. Diese Pause setzte sich nahtlos fort, als die Sporthalle für die Unterkunft ukrainischer Flüchtlinge genutzt wurde, dem auch der Schießstand zum Opfer fiel. Das war bereits 2015 bei der Unterkunft syrischer Flüchtlinge schon einmal der Fall.

Hinzu kam ein größerer Wasserschaden, der den Schießstand massiv unter Wasser setzte, der erst spät entdeckt wurde, da die routinemäßigen Kontrollen der Schützen bzw. des Hausmeister nicht gewährleistet ist. Nachdem die Stadt Kenntnis von der Leckage erhielt, dauerte es wiederum eine Zeit bis der Verein durch Mathias Jehmlich (Stadtsportverband) informiert wurde. Während einer gemeinsamen Begehung am 1. Juli des Jahres mit Armin Wallraff (Schule, Sport, Kultur, Soziales) und Brigitte Smirek traf die Vorsitzende fast der Schlag.

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Die eingelagerten Sportgeräte auf dem Schießstand der Sportschützen, sowie Teile des Schießstands waren von einer zentimeterdicken Schimmelschicht befallen. Hier ist nur eine Sanierung durch eine Fachfirma durchführbar, die sich aber nach Aussage des zuständigen Sachbearbeiters der Stadt Niederkassel bis zu einem Jahr hinziehen könnte, da sich diese Firmen zur Zeit in den vom Hochwasser geschädigten Gebieten in NRW und Rheinland-Pfalz im Einsatz befinden. Damit würde sich für die Sportschützen die inaktive Zeit von drei auf vier Jahre verlängern. Was bleibt ist Däumchen drehen.

Erste Mitgliederverluste zu verzeichnen - Sorge um den Fortbestand des Vereins

Von den zur Zeit 43 Mitglieder des Vereins haben bereits 11 Personen zum Jahresende gekündigt. Der Vorstand der Sportschützen rechnet mit dem Schlimmsten und wenn es knallhart kommt, können die Rheidter Sportschützen wenigstens, wenn auch schmerzlich, in Erinnerungen schwelgen. Nach Aussage von Brigitte Smirek und Dieter Berg sind seitens der Stadt Niederkassel bislang keine weiteren Informationen an den Verein herangetragen worden, wie es eventuell weitergehen könnte.

Weitere Zweckentfremdungen der Sporthalle bedeuten das „AUS“ für die Sportschützen Rheidt e.V.

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