Lülsdorf: Evonik tritt in die zweite Phase des Abgabeprozesses ein

Bereits im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass sich die Evonik Industries AG von ihrem Standort in Niederkassel-Lülsdorf trennen möchte. Nun wird ein weiterer Schritt im Abgabeprozess vollzogen.

Lülsdorf: Evonik tritt in die zweite Phase des Abgabeprozesses ein

Mit dem Beginn des sogenannten Carve-Out tritt Evonik in die zweite Phase des Abgabeprozesses für den Standort Lülsdorf ein. Bei einem Carve-Out werden die am Standort ansässigen Geschäftseinheiten und die dazu gehörigen Services in einer selbstständigen Einheit gebündelt und damit für einen Übergang an einen neuen Eigentümer vorbereitet. Dieser Prozess wird einige Monate in Anspruch nehmen. Mit einem Abschluss ist bis Anfang kommenden Jahres zu rechnen.

Der Evonik Standort Lülsdorf

An dem Standort Lülsdorf stellt Evonik bisher mit rund 550 Beschäftigten im Wesentlichen Alkoholate und Kaliumderivate her. Zum Verbund gehört auch die Cyanurchlorid-Anlage mit etwa 50 Beschäftigten im benachbarten Wesseling. Der Standort steht mit seinen Geschäften für einen jährlichen Umsatz von etwa 280 Millionen Euro. Evonik hatte im Oktober 2021 angekündigt, den Standort mittelfristig in neue Hände abgeben zu wollen, um sein Portfolio stärker auf Produkte der Spezialchemie zu konzentrieren.

Viel Interesse am Lülsdorfer Standort

„Wir haben seit dem Auftakt im vergangenen Herbst ein reges Interesse von Investoren an unserem Standort verzeichnet“, sagt Frank Beißmann, Leiter des in Lülsdorf beheimateten Geschäftsbereichs Functional Solutions. „Das bestätigt uns in unserer Einschätzung: Lülsdorf ist ein starker Standort für Chemie-Produktion mit vielfältigen Qualitäten.“ Die von den Interessenten vorgestellten Zukunftskonzepte werden nun parallel zum Carve-Out-Prozess intensiv mit diesen diskutiert. Im Blickpunkt stehen ausschließlich Konzepte, die die Übernahme des gesamten Standorts beinhalten.

Die Suche nach einem neuen Eigentümer

Ziel ist nach wie vor, den besten neuen Eigentümer zu identifizieren. Dabei stehen die Perspektiven für die Beschäftigten weit oben auf der Agenda. „Wir treiben den Prozess zielstrebig voran“, sagt Beißmann. „Doch wir nehmen uns wie bei Evonik üblich genug Zeit, um eine gute Lösung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden.“

Neue Investitions-Konzepte

Zusätzlich trifft Evonik Maßnahmen, um den Weg für die Umsetzung neuer Investitions-Konzepte in Lülsdorf zu ebnen. So hat das Unternehmen die Geschäftstätigkeiten der Firma dev.log, ein Joint-Venture mit der Duisburger Hafen AG zur Entwicklung von Lülsdorf, in Absprache mit dem Partner eingestellt. „Wir wollen starke Nutzungskonzepte für die Chemieproduktion am Standort ermöglichen“, sagt Dr. Arndt Selbach, Standortleiter in Lülsdorf. „Damit hat der zukünftige Eigentümer alle Freiheiten, die geleisteten Vorarbeiten, wie beispielsweise die bestehende Baugenehmigung für das Containerterminal, in seine Konzepte zu integrieren.“

Evonik hat im Zusammenhang mit dem Verkaufsprozess entschieden, das globale Alkoholate-Geschäft im Konzern weiterzuentwickeln. Die Alkoholate-Produktion in Lülsdorf, die aus regulatorischen Gründen nur noch bis 2027 produzieren darf, soll daher auch unter einem neuen Standort-Eigner als Auftragsfertigung für Evonik weiterproduzieren. „Das schafft für Investoren eine verlässliche Basis und bietet den dortigen Beschäftigten Sicherheit für die kommenden Jahre“, so Beißmann.

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