Rettungsaktion: Fischerbrüder befreien Fische aus "Hochwasserfalle"

Sondereinsatz der Bergheimer Fischerbrüder am Mittwoch, den 28. Juli 2021 auf den Wiesen der Siegauen entlang des Deichs in Troisdorf-Müllekoven.

Rettungsaktion: Fischerbrüder befreien Fische aus "Hochwasserfalle"

Das diesjährige Sommer-Rheinhochwasser hat mit einem Pegel von über 7 m dafür gesorgt, dass auch die Wiesen, im ehemaligen Siegbett, entlang des Deich überflutet wurden. Zahlreiche Senken füllten sich mit Wasser, in denen sich die Fische tummelten. Nachdem sich das Hochwasser zurückgezogen hat, blieben immer noch Fische in den "Hochwassertümpeln", denen der Rückzug in Rhein und Sieg verwehrt blieb.

Einsatz der Fischerbrüder

Das wollten die Fischerbrüder um Brudermeister Günter Engels sowie des 1. Vorsitzenden der Sieg-Fischereigenossenschaft Peter Schell so aber nicht hinnehmen. Sie rückten mit etwa 15 Personen, Gummistiefeln, Wathosen, Zugnetzen, Keschern, Traktoren mit großen Wannen, Wasserbottich und Aggregaten an, um die Fische zu fangen und sie wieder in der Sieg auszusetzen.

Schon einige Tage zuvor wurden regelmäßige Kontrollgänge unternommen, um den richtigen Zeitpunkt der Aktion festzulegen, da der Wasserstand in den "Pfützen" teilweise noch zu hoch war. Aufgrund des immer weniger werdenden Sauerstoffs im Wasser musste jedoch am Mittwoch gehandelt werden, obwohl manche Stellen immer noch mannshoch waren.

Wie konnte die Rettungsaktion gelingen?

Ein Zugnetz dient zum schnellen und effizienten Abfischen von Gewässern. Dabei wird das Netz mittels Leinen wie eine Wand von mehreren Fischerbrüder durch das Wasser gezogen. Netzschwimmer an der Oberfläche und ein Gewicht am unteren Ende des Netzes verhindern dabei eine Flucht der Fische. Richtig geführt, haben Fische keine Chance dem Netz zu entkommen. Diese Variante ist schonend für die Fische. Wichtig ist die richtige Länge und Höhe des Netzes sowie die Maschenweite.

Erschwerend bei der Aktion der Fischerbrüder war die Tatsache, dass sich das hohe Gras der unter Wasser stehenden Wiesen im Netz verfing und dadurch wiederum Schlupflöcher für die zu fangenden Fische bot.

Ende gut, alles gut

Trotzdem konnten in der etwa fünfstündigen Aktion ca. 15 Karpfen sowie ein keiner Hecht gefangen, in Frischwasser gelagert und anschließend in der Sieg wieder ausgesetzt werden.

Hier finden Sie noch ein Video zur Rettungsaktion

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