Ein Neubau für die Mondorfer Laurentius-Schule?

„Unsere Kinder brauchen Raum. Jetzt“, fordert die Schulpflegschaft der Förderschule in Niederkassel.

Ein Neubau für die Mondorfer Laurentius-Schule?

Seit vielen Jahren klagen Eltern, Schulpflegschaft und Lehrer der Mondorfer Laurentius-Schule über die ihrer Meinung nach unzureichende Unterbringung der Schüler mit besonderem Förderbedarf. „Beim Aufräumen haben wir einen 20 Jahre alten Brief der damaligen Laurentius-Schüler an Niederkassels ehemaligen Bürgermeister Walter Esser gefunden, in dem um Unterstützung für einen Neubau der Schule gebeten wurde. Bis heute ist nichts geschehen“, so eine enttäuschte Ursula Amrein, Pflegemutter und stellvertretende Eltern- und Schulpflegschaftsvorsitzende der Schule. Nun haben Manuela Lemm, Vorsitzende der Eltern- und Schulpflegschaft und Ursula Amrein ein Video gedreht, um auf die ihrer Meinung nach unhaltbaren baulichen und räumlichen Zustände in der Laurentius-Schule hinzuweisen.

Dieses Video war auch einigen Mitgliedern des Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Soziales bekannt, der auf seiner Tageordnung nur einen Punkt hatte: die Zukunft der Laurentius-Schule. Eingeladen hatte Raimund Patt, der seit über zehn Jahren das Schulhorizonte Entwicklungsbüro führt. „Ich kenne die Laurentius-Schule und finde es gut, einen neuen Ort für die Kinder und Jugendlichen zu sichern und ihnen Raum für schulische Bildung zu bieten. Die Zahl der Kinder an Förderschulen steigt und wir müssen hier ein pädagogisches Raumkonzept ermitteln“, so Patt.

Verschiedene Standorte für einen Neubau besprochen

Vier Standorte für den Neubau der Laurentius-Schule hatte die Verwaltung vorgeschlagen. Schnell war man sich allerdings einig, dass die Standorte am Sportpark Süd bzw. dem Jugendtreff Routemaster in Mondorf ungeeignete seien. Übrig blieb ein Verbleib am Schulzentrum Nord. Hier würde es sich anbieten, den Neubau für das Oberstufenzentrum einer Nachnutzung durch die Schüler der Laurentius-Schule zuzuführen oder aber im Bürgerpark eine neue Schule zu bauen. Letztere Idee fand die ungeteilte Zustimmung von Ursula Amrein, Manuela Lemm und weiteren Unterstützern. Sie verfolgten aufmerksam die Ausschusssitzung. Deutlich prangte auf ihren grünen T-Shirts die Forderung: „Unsere Schüler brauchen Raum“.

Stimmen aus der Politik

Das haben nach langer Zeit nun auch einige Ratsmitglieder erkannt, freute sich Ursula Amrein. So sagte Andreas Grünhage (CDU), dass man in den letzten Jahren der Schule nicht die Aufmerksam gewidmet habe, die sie verdient hätte. Edgar Engelhardt (SPD) sprach sich ebenfalls für eine Förderschule am Schulzentrum Nord aus. Allerdings gab er zu bedenken, dass die Zeitschiene ein großes Problem darstelle. Auch sehe man bei einem möglichen externen Trägerschaft durch eine kirchliche Einrichtung ein Problem. Bei einem Zuschlag müssten Vorgaben gemacht werden, dass es keine Vorbehalte wegen Konfession und Lebenswandel gebe. Dazu sagte der Beigeordnete Carsten Walbröhl, dass man derzeit nur Sondierungsgespräche führe, die Kriterien im Ausschuss danach neu besprochen würden. Von Seiten der Grünen kam Kritik. Hier hieß es, dass man bei der Planung des Schulzentrums Nord die Förderschule hätte mit einplanen müssen, aber an dem geplanten neuen Standort viele Vorteile sehe. Prof. Friedemann Immer (SPD) zeigte sich erschüttert über den Zustand der Schule in Mondorf. „Ich finde die Räume für die Schüler eine Schande“, so Immer.

„Unsere Kinder brauchen Raum. Jetzt.“

Raimund Patt sagte, dass der jetzt gewählte Standort der Beste sei. „Die Zuwegungen können entzerrt werden, die Nachbarschaft passt und man kann Synergien nutzen“, so Patt. Allerdings stellte auch er die Frage, wie sinnvoll es sei, den Neubau des Oberstufenzentrums einer Nachnutzung als Förderschule zuzuführen. Da der Bau erst zum Schuljahr 2025/26 frei werde und erhebliche Umbauarbeiten danach durchgeführt werden müssten, könnten die Förderschule dann erst 2028/29 bezogen werden. Das ist auch Ursula Amrein und Manuela Lemm viel zu spät. „Unsere Kinder brauchen Raum. Jetzt. Wir wollen nicht noch fünf weitere Jahre mit planen vertun. Wir wünschen uns etwas Neues. Die Schule könnte zügig im Bürgerpark gebaut werden. Wir brauchen andere Räume, keine in Modulbauweise hergestellten. Ein Therapieraum, eine eigene Mensa, Werkstätten, einen Hauswirtschaftraum und eine Küche, in der die Schüler selbst kochen können. Unsere Kinder haben Beeinträchtigungen, Behinderungen oder Traumata und dürfen nicht weiter benachteiligt werden. Für uns ist unabdingbar, alle drei Förderpunkte von der 1. bis zur 10. Klasse in Niederkassel zu belassen“, so Ursula Amrein. Der Ausschuss beschloss, die Gespräche mit den potentiellen Trägern fortzusetzen und die Planungen an den Standorten im Bürgerpark am Schulzentrum Nord bzw. den Ausbau des bestehenden temporären Oberstufenzentrums weiterzuverfolgen.

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