Niederkassel bekommt 1 Millionen Euro für den Digitalausbau in Schulen

Der Ausbau der digitalen Infrastruktur in Niederkassel wird mit einem Förderbescheid unterstützt.

Niederkassel bekommt 1 Millionen Euro für den Digitalausbau in Schulen

„Herzlich Willkommen in Niederkassel, der Kommune, die Köln und Bonn verbindet“, so Bürgermeister Stephan Vehreschild zu einem eher selten Gast im Rathaus. Die Schulministerin von Nordrhein-Westfalen, Yvonne Gebauer, kam heute Morgen (Mittwoch, 02.09.2020) zu einer kurzen Stippvisite nach Niederkassel. Neben Vehreschild wurde sie auch von den Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, FDP und BN90/Grüne sowie dem Beigeordneten Carsten Walbröhl begrüßt. Gebauer kam nicht mit leeren Händen, sondern sie hatte einen Förderbescheid über 1.066.023,00 Euro im Gepäck, den sie an Vehreschild überreichte. Der Bürgermeister betonte, wie wichtig der Stadt der Ausbau der digitalen Infrastruktur sei. „Wir haben bereits vier Millionen Euro in die digitale Infrastruktur investiert. Darüber herrschte im Rat immer Einigkeit, über alle Parteigrenzen hinweg“, so Vehreschild. Einige Investitionen habe man im Vorgriff gemacht, da der Weg, um an die Fördermittel zu gelangen, ein holpriger und steiniger Pfad gewesen sei. Die Ministerin sagte, sie kenne die Problematik. Man sei bei der Antragsstellung vom Bund abhängig, dessen Förderrichtlinien man beachten müsse. Auch wolle man mit den Bezirksregierungen sprechen, wie sich Anträge schneller bearbeiten lassen. „Es ist eines meiner schönsten Momente, wenn ich mit Geld in eine Kommune kommen kann“, so Gebauer dann bei der Scheckübergabe. Vehreschild bedankte sich und sagte, es sei enorm wichtig, dass die Kinder schon früh lernen würden, mit den digitalen Mitteln umzugehen. „Die Welt wird immer digitaler. Wir haben daher von neun Schulen bereits sechs Schulen digital erschlossen und zwei Mitarbeiter kümmern sich nur um die Digitalisierung“, so Vehreschild. Allerdings müssen sich nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer den digitalen Herausforderungen zukünftig stellen, betonte Gebauer. „Wir wollen unsere Lehrkräfte zum Umgang mit den digitalen Endgeräten befähigen. Daher wurde auch ein Fortbildungsprogramm für Lehrer und Schulleitungen aufgelegt“, so die Ministerin. Auch wolle man die Kernkompetenzen in den Grundschulen stärken. So wurde unter anderem die Anleitung zum Thema Rechtschreibung neu aufgelegt. Zur Frage, warum die Fördermittel nicht gleichmäßig abgerufen werden, sagte Gebauer, dass es fleißige Kommunen gäbe und solche, die etwas länger brauchen würden.

Investitionen in das Schulsystem im Allgemeinen

Die Landesregierung investiert massiv in die Schullandschaft des Landes. Allein über das Förderprogramm „Gute Schule 2020“ stellt das Land den Kommunen insgesamt zwei Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung. Hinzu kommen rund 1,2 Milliarden Euro aus dem Kommunalinvestitionsfördergesetz des Bundes sowie jährlich rund 683 Millionen Euro aus der Schul- und Bildungspauschale. Alle Programme können auch für die Digitalisierung der Schulen in NRW genutzt werden. Insgesamt stehen damit in den Jahren 2017 bis 2020 Mittel von über sechs Milliarden Euro zur Verfügung. Darüber hinaus steht mit dem zwischen Bund und Ländern beschlossenen DigitalPakt Schule über eine Milliarde Euro bereit, die ausschließlich in die Digitalisierung der Schulen fließen. Hierzu haben Bund und Länder eine Zusatzvereinbarung zur Verwaltungsvereinbarung zum DigitalPakt Schule 2019 bis 2024 (Sofortausstattungsprogramm) auf den Weg gebracht. Mit den zusätzlichen Mitteln des Landes und der Kommunen steht damit in Nordrhein-Westfalen ein Investitionsvolumen von insgesamt 178 Millionen Euro für die Ausstattung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Bedarf zum Ausgleich sozialer Ungleichgewichte zur Verfügung. Darüber hinaus investiert das Land zum ersten Mal in die Ausstattung der Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen mit digitalen Endgeräten. Dafür werden insgesamt weitere 103 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Ziel ist die Unterstützung der Schulen insbesondere in der Zeit der Pandemie bei der Ausgestaltung des Distanzunterrichts sowie bei der rechtssicheren Arbeit mit personenbezogenen Daten.

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