Niederkasseler Reisebüros fordern Unterstützung der Politik

Urlaub und Demonstration passt das zusammen? Nein! Aber in Corona-Zeiten ist alles möglich: In Köln forderten Reisebüros jetzt die Unterstützung der Politik. Auch. Niederkassel war dabei.

Niederkasseler Reisebüros fordern Unterstützung der Politik

Bei leichtem Nieselregen fanden sich am Mittwoch die maximal erlaubten 20 Teilnehmer auf der Kölner Domplatte ein, um auf die besonders prekäre Situation der Reisebüros aufmerksam zu machen. Sie wollten so ihren Forderungen für ein wirtschaftliches Überleben Ausdruck verleihen. Aus Niederkassel waren mit Petra Sültenfuß (reisen + mehr in Rheidt), Sabine Göttinger (TAKEOFF Reisen in Mondorf) und Ute Weilguni (TAKEOFF Reisen in Ranzel) gleich drei Reisebüro-Inhaberinnen dabei.

Wir haben Krise von Anfang an, Krise sehr viel länger, unabsehbarer und sogar rückwirkend zur Krise (Sabine Göttinger)

Leere Koffer, leere Liegestühle, derzeit nicht einsetzbare Schwimmtiere und andere bunte Reiseutensilien lenkten den Blick auf das Problem: Leere Kassen in Reisebüros. Unterstützt wurde das farblich schöne Bild von „Frau Hummel“, der Figur einer Künstlerin, die insbesondere auf Kreuzfahrten auftritt und damit aktuell genauso „gegroundet“ ist wie alle Akteure im Reisebusiness.

„Jeder der angetretenen Touristiker, egal ob schon über Jahrzehnte selbständig oder auch angestellt, ist mit Herzblut dabei,“ berichtet Petra Sültenfuß. „Wir alle bitten in der derzeitigen Situation um Unterstützung. Reisen ist unser Leben und Corona wirkt auf dieses Leben anders als in anderen Branchen“, ergänzt Sabine Göttinger, „Wir haben Krise von Anfang an, Krise sehr viel länger, unabsehbarer und sogar rückwirkend zur Krise“.

Für sich fordern die Teilnehmer weitere Soforthilfen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Eine weitere große Forderung ist ein Rettungsschirm in Form eines Reise-Rettungsfonds, der staatlich gesichert und langfristig angelegt ist und damit auch Kundengelder umfasst. Ihren Ruf nach Unterstützung zum Beispiel in Form von weiteren Soforthilfen und einem Sicherungsfond begründen sie mit der Besonderheit, dass Erlöse eines Reisebüros nicht an die Buchung, sondern an die Abreise gebunden werden. Das führt dazu, dass die weltweite Reisewarnung die Arbeit der letzten Monate zu Nichte macht, der weltweite Stillstand aktuell keine Ersatzerträge zulässt und die zeitliche Perspektive, wann wieder gereist und damit Umsatz generiert werden kann, fehlt.

„Unsere allermeisten Kunden haben schon jetzt sehr großes Verständnis für die Lage der Reisebüros, jetzt fehlt nur noch das Einsehen der Politik“, sind sich die Niederkasselerinnen einig.

Fazit: Pessimismus, meckern, schwarzsehen passt einfach nicht zu Touristikern.

Übrigens: Hier gibt es auch ein Interview von zwei Teilnehmern: www.n-tv.de

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