Kontroverse Diskussionen um Mahd, Schafe, Jakobskreuzkraut und Deich

Es war die erste Sitzung des neuen Ausschusses für Umwelt, Natur und Klimaschutz und es kam zu langen Diskussionen über die Deichpflege.

Kontroverse Diskussionen um Mahd, Schafe, Jakobskreuzkraut und Deich

Am Dienstagabend eröffnete die Vorsitzende Inka Saldecki-Bleck (Bündnis 90/Die Grünen) die erste Sitzung des neuen Ausschusses für Umwelt, Natur und Klimaschutz. Nach der Verpflichtung von Ausschussmitgliedern und der Bestellung von Sabine Manheller zur Schriftführerin für die Sitzungen des Ausschusses, kam es dann beim zweiten Tagesordnungspunkt zu sehr kontroversen Diskussionen um Mahd, Schafe, Jakobskreuzkraut und Deiche.

Anlass dazu war der Antrag der SPD „Sichere und naturnahe Deichpflege“, der nun bereits zum zweiten Mal zur Debatte stand. Im vergangenen Jahr war es dabei schon zu einer nicht enden wollenden Debatte um Staffelmahd, Blühstreifen und einer dritten Mahd im Juli/August gekommen. Dr. Rolf-Günter Meißner, sachkundiger Bürger (SPD), trug den Antrag seiner Partei wieder sehr ausführlich vor und wollte, dass man ein Konzept der Bezirksregierung Köln zur Umstellung der Deichpflege umsetze. Dieses Konzept ist aber offensichtlich nicht in schriftlicher Form vorhanden und konnte auch von der SPD nicht vorgelegt werden. Schon im vergangenen Jahr wurde dazu von der Verwaltung gesagt, dass man mit verschiedenen Behörden wie den StEB Köln, der biologischen Station, dem Kreis und der Bezirksregierung zu diesem Thema intensive Gespräche geführt habe, es aber nie zu verbindlichen Beschlüssen oder Absprachen gekommen sei. Die ablehnende Haltung der Stadtverwaltung auf ihren Antrag stieß bei den Sozialdemokraten auf Unverständnis. Der 1. Beigeordnete Dr. Stephan Smith versuchte die Wogen zu glätten. „Wir nehmen das Thema sehr ernst und sehen den Artenschutzrückgang mit großer Sorge. Auch bemühen wir uns seit langer Zeit um einen Schäfer, dessen Schafherde den Deich beweiden kann. Da die Auflagen für die Schafhalter erhöht wurden, so müssen unter anderem Wasser und ein Unterstand vor Ort sein und auch der Transport der Tiere ist reglementiert, rechnet sich dies für viele Schäfer nicht“, so Stephan Smith. CDU-Fraktionschef Marcus Kitz zeigte null Verständnis für den Antrag der SPD. „Mein Dank geht an die Verwaltung für die exzellente Arbeit. Wir bekommen zum x.-Mal von der SPD den gleichen Antrag vorgelegt. Das ständige Rumreiten hat etwas von Borniertheit. Nichts wäre besser für die Standhaftigkeit der Deiche als Schafe. Es ist jetzt zu teuer geworden und die Auflagen sind zu hoch, aber die Verwaltung soll weiter auf der Suche nach einem Schäfer bleiben. Es geht aber erst in zweiter Linie um Artenvielfalt. Der Deich ist ein Ergebnis der Notwendigkeit. Alles muss unternommen werden, dass der Deich standfest und sicher bleibt und die Menschen vor einem Hochwasser schützt“, so Kitz. Auch Ulrich Buchholz (BN90/Grüne) sagte, das man gerne Schafe auf dem Deich laufen lassen würde, denn dann gäbe es keine Probleme mit der Mähpraxis. Zudem wäre es schön, wenn man die Bürger dazu bringen könnte, gemeinsam dem Jakobskreuzkraut zu Leibe zu rücken und diese schädliche Pflanze, die auch für Schafe tödlich sein kann, so an einer weiteren Verbreitung zu hindern. Derzeit wird der Deich ein drittes Mal im Juli/August gemäht, um das Aufkommen des Jakobs-Kreuzkrauts zu mindern. Diese dritte Mahd wird solange weitergeführt, bis das Jakobskreuzkraut weitestgehend verdrängt wird.

Der Ausschuss nahm die bewährte Praxis der Deichpflege zur Kenntnis und beauftragte die Verwaltung, diese in der bestehenden Form beizubehalten sowie den Antrag abzulehnen.

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