Was war dein peinlichster Moment auf einer Bühne, Nico Jansen?

Nico Jansen, seines Zeichen Radiomoderator bei Radio BN/Rhein-Sieg und DJ moderiert auf der Rheidter Kirmes die Eröffnung am Freitag und das Gewinnspiel am Sonntag. Wir haben den „Rheidter Jung“ im Puls!-Interview auf Herz und Nieren geprüft.

Was war dein peinlichster Moment auf einer Bühne, Nico Jansen?

Nico Jansen, du bist waschechter Rheidter und jetzt mit der Aufgabe betraut worden, zwei wichtige Veranstaltungen der Rheidter Kirmes zu moderieren. Ein Heimspiel für dich.

  1. Hast oder wirst du dich dennoch irgendwie auf die kommenden Moderationen vorbereiten?

In gewisser Weise bin ich als Moderator, als Rheidter und als „Kirmeskind“ schon vorbereitet. Wenn es hier bei Radio Bonn/Rhein-Sieg nämlich zu Pützchens Markt oder zu Rhein in Flammen geht, bin ich verantwortlich. Warum dann nicht auch auf meiner „Hometown Kirmes“ in Rheidt. Im Gespräch mit den Organisatoren, sind wir auf die Idee gekommen, dass wir mehr Menschen für die Kirmes begeistern wollen. Also kam die Idee mit der Verlosung zum Start: Ich hab also auf jeden Fall ein paar Fahrchips in der Tasche und wir werden ein coolen ersten Tag erleben. Weitere Vorbereitung bedarf es da nicht (lacht).

  1. Als Moderator und DJ hast du jede Menge Bühnenerfahrung. Was war dein peinlichster Moment auf einer Bühne?

Peinlich sind die Momente, wenn dir technisch was abraucht. Wenn der Laptop abstürzt, die Bühnentechnik versagt oder das Mikrofon fiept. Je größer der Gig desto schlimmer.

Zum Glück ist mir das in der Lanxess Arena nicht passiert. Als Moderator stehst du nämlich als Buhmann da, auch wenn du nichts dafür kannst. Auf einer kleineren Veranstaltung ist mir als DJ tatsächlich mal der Laptop abgestürzt.

  1. Wie hast du reagiert?

Im Kleinen kann man dann super mit dem Publikum interagieren. Ich hab mir also das Mikrofon geschnappt, und a capella mit den Gästen gesungen. Das hat dann manchmal sogar seinen ganz besonderen Charme.

Ein besonders positiver, wenn auch nicht peinlicher Moment fällt mir auch noch dazu ein: Auf einem Polterabend in Troisdorf fing es in Strömen an zu regnen und alle verkrochen sich in das kleine Partyzelt – erst dachten wir das killt die Party, letztlich hat es sie noch befeuert.

  1. Als Radiomoderator ist man auf Wortgewandtheit und Spontanität trainiert, worauf können sich die Gäste der Kirmes bei deiner Moderation freuen?

Ha, ja - Ich liebe es mit den Menschen zu interagieren. Darauf können sich die Besucher freuen – sowohl die Interviewgäste auf der Bühne als auch die Zuschauer vor der Bühne. Keiner braucht da Angst zu bekommen – das wird super. Da werden wir mit den Rheidtern jede Menge Spaß haben – vielleicht singen wir ja auch da etwas gemeinsam (lacht).

  1. Du bist als Kind bestimmt selbst auf die Kirmes gegangen? Was war dein Highlight damals?

Es ist definitiv die Raupe. – für mich der Kirmes Klassiker. Ich fand es immer besonders innen zu sitzen, so dass ich auf die anderen drauf rutschen konnte.

  1. Worauf freust du dich in diesem Jahr besonders?

Mittlerweile ist es tatsächlich der Backfisch, auf den ich mich immer am meisten freue. Den kann ich nämlich als einziges nicht alleine kochen – no chance. Alles andere habe ich inzwischen echt gut nachgeahmt. Gleichauf liegt natürlich, dass ich jede Menge Freunde und Bekannte treffe und mit ihnen eine schöne Zeit verbringe – eine perfekte Abwechslung zum hektischen Alltag im Smartphone / Display Zeitalter.

Das wäre auch mein Geheimtipp an alle Besucher: Handy in der Hosentasche lassen, Zeit mitbringen, stehenbleiben, genießen.

  1. … Machst du denn beim 7. Rheidter Kirmeslauf der „Knochenbrecher“ mit?

Ich muss ehrlich gestehen: Nein!

  1. Oha, Welche Entschuldigung hast du vorzulegen?

Als Radiomoderator und DJ, wo gerade die Vorkarnevalszeit begonnen hat, bin ich bereist sehr eingespannt und auch viel unterwegs, so dass ich die freie Zeit gerne mit der Familie gestalte - Das ist für mich das Hauptargument: Ich bin vor drei Monaten Papa geworden – jede freie Minute wird aktuell der Familie und meinem Sohn gewidmet.

  1. Stichwort Familie, wir wollen gerne noch was privates von dir wissen: Du hast für dein Studium einen circa fünfjährigen Abstecher nach Bonn gemacht und bist anschließend wieder zurückgekehrt nach Rheidt. Was war letztlich ausschlaggebend für deine Entscheidung?

Ja, das ist tatsächlich irgendwie eine lustige Geschichte: In meiner Abizeit (ich war noch Rheidter) da war gerade Thema, ob das Grundstück von Möbel Hausmann Bauland wird und ich hab damals gesagt: Wenn ich zurückkomme, dann hierhin. Nachdem mich dann Studium und Arbeit nach Bonn gezogen haben, hatte ich es schon komplett verworfen und gar nicht mehr daran gedacht – bis meine Frau auf einmal auf mich zukam: „In Niederkassel verkaufen sie Häuser. In Niederkassel Rheidt.“

Wir haben es uns genauer angeschaut, es waren nur noch zwei Häuser zu kaufen und innerhalb von drei Tagen haben wir die Entscheidung getroffen. Ich hatte wirklich erst ein bisschen Sorgen, weil meine Frau Ur-Bonnerin ist - aber wir fühlen uns pudelwohl. Jetzt bin ich fast ein bisschen stolz, dass ich meine Frau hier nach Niederkassel holen konnte (lacht).

  1. Am Ende wollen wir es gerne ganz genau wissen:

Niederkassel? Balkan oder Mittelpunkt der Erde

Mittelpunkt der Erde – ganz klar. Ernsthaft, ich kann mir kein bessere Örtchen vorstellen – du hast alles zentral um dich herum: Köln, Bonn, Troisdorf oder Siegburg. Bestes Beispiel ist immer eine Veranstaltung in der Kölnarena: Danach bin ich in einer Viertelstunde zu hause – natürlich unter Einhaltung der Verkehrsordnung.

Das einzige was noch fehlt, ist eine gute Bahnanbindung – dann könnte man als Pendler auch das Auto stehen lassen.

Karneval? In Köln, in Bonn oder in Niederkassel?

Beruflich: In Bonn, definitiv!

Von der Mentalität her kommt jedoch keiner an den Kölner Karneval ran, also bin ich auch dort im Karneval unterwegs.

Vom Herzen aber natürlich der Rheidter Karneval. Der Karnevalssonntag ist geblockt, jedes Jahr. Da geht nur Rheidt: Zug gucken und eine private Party feiern!

Tut mir leid es ist also die Kompromissantwort.

Und Kirmes? Nur in Rheidt oder auch Mondorfer Pfingstkirmes, Pützchens Markt oder was ganz anderes?

Die Rheidter Kirmes ist Pflicht, von Kind auf bis heute. Es ist immer wieder toll, die Menschen Jahr für Jahr wiederzusehen, auch wenn man sich ansonsten neben all den Verpflichtungen nicht mehr so häufig trifft. Also wie der Karnevalssonntag: immer im Kalender geblockt.

Pützchens Markt beruflich bedingt natürlich auch. Da kann man auf Grund der Größe das vielfältigste Angebot genießen.

Mondorfer Kirmes schaff’ ich seit Jahren schon nicht mehr, da ich beruflich über Pfingsten immer arbeite.

Zugehörigkeit: Kegelclub, Junggesellenverein oder weder noch?

Früher war ich im Chor, St. Laurentius in Mondorf. Heute bin „Nachbarschaftsverbunden“ – das ist mein „Club“

Zum Schluss geben wir dir noch die einmalige Chance: Was wolltest du den Niederkasslern schon immer einmal sagen, hast dich aber nie getraut:

(Lacht laut) OK, um es mal neudeutsch zu sagen: „Think big“. Mir gefällt manchmal nicht die Attitude des Dorfes. Wir sind eine Stadt und sollten die „Dorfkämpfe“ ablegen und als Gemeinschaft antreten. Wir haben einen geilen Standort, eine tolle City und das sollten wir mit Zusammenhalt nutzen!

machPuls sagt: Danke für das Interview und viel Spaß auf der Kirmes :)

Logo