Christoph Brüske - Rettungsgassen bilden, das ist eine intellektuelle Hürde!

Christoph Brüske hat ein neues Soloprogramm, dass er bald in Niederkassel präsentieren wird. machPuls hat sich mit dem Kabarettisten getroffen, um herauszufinden, worum es dabei geht. Politik, Empathie, die Hürde eine Rettungsgasse zu bilden...

Christoph Brüske - Rettungsgassen bilden, das ist eine intellektuelle Hürde!

machPuls: „Hallo Christoph, du spielst am 8. November zum ersten Mal dein neues Soloprogramm. Und wie es sich gehört, machst du das bei uns auf dem Balkan. Wie bist du auf den Titel gekommen: „Willkommen in der Rettungsgasse“?

CB: „Ich habe ja das große Privileg, im ganzen deutschsprachigen Raum auftreten zu dürfen. So war ich dieses Jahr schon von Graz im Süden bis Fehmarn im Norden unterwegs. Damit ich es mir nicht mit Greta Thunberg verscherze, nehme ich so selten wie es geht den Flieger. Da sitzt du also viel im Auto und wirst manchmal selber Zeuge, was für eine hohe intellektuelle Hürde das Bilden einer Rettungsgasse zu sein scheint.“

machPuls: „Erklärst du das mit der Rettungsgasse denn in deinem neuen Programm“?

CB: „Unter anderem ja! Es gibt da nämlich einen ganz einfachen Trick. Manch einer ist ja tatsächlich noch unsicher, wenn die Straße drei oder vier Spuren hat. Aber es geht ja auch um die Bedeutung der Rettungsgasse im übertragenen Sinne: wer will helfen, mit welchen Mitteln und wer steht dabei gerne im Weg.“

machPuls: „Wird es also wieder sehr politisch bei dir?“

CB: „Natürlich! Für das politische Kabarett fließt mein Herzblut! Aber ich betreibe im neuen Programm nicht nur Politikerschelte, ich pack mir auch an die eigene Nase. Denn wir alle sind in dem, was wir tun oder lassen, politische Wesen. Das fängt schon damit an, was wir in den sozialen Medien liken oder teilen.“

machPuls: „Aber spürst du nicht eine Politikverdrossenheit im Land? Du bist doch viel unterwegs.“

CB: „Ganz im Gegenteil! Ich durfte dieses Jahr bei der Europawahl in einem Wahllokal aushelfen und habe mich riesig darüber gefreut, wie viele Erstwähler da ihre Stimme abgegeben haben. Gerade die junge Generation ist mittlerweile bei den großen Herausforderungen unserer Zeit auf der Straße: sei es die Klimadebatte, die Wohnungsnot oder die Freiheit im Internet.“

machPuls: „Du bist gerade aktuell viel auf dem Balkan unterwegs. Ob dein Laach Ovend am 24.11.oder deine Auftritte beim Fischerfest oder für die VR-Bank. Warum soll man dich dann noch solistisch sehen?“

CB: „Ganz einfach: weil ich bei einem Solo eine ganz andere Geschichte erzähle, nämlich meine eigene. Und das über einen abendfüllenden Zeitraum. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass wir in Deutschland dauernd über den Fachkräftemangel reden. Einen anderen Mangel finde ich viel eklatanter: den Mangel an Empathie! Und den nehme ich mal unter die Lupe.“

machPuls: „Du hast ja mal Gesang studiert und singst auch gerne in deinen Auftritten. Welche Rolle spielt die Musik bei „Willkommen in der Rettungsgasse“?

CB: „Eine ganz besondere! Neben adaptierten Songs gibt es im neuen Programm zum ersten Mal auch Eigenkompositionen. Mein musikalischer Partner ist dabei der Pianist und musikalische Leiter der Springmäuse in Bonn: Paul Hombach!“

machPuls: „Und Unterstützung aus den USA hat es diesmal auch gegeben: doch nicht Donald Trump?“

CB: „Gott bewahre! Herr Trump ist ja gerade jemand, der den Rettungskräften im Weg steht. Nein, durch einen glücklichen Zufall habe ich die Gospelsängerin Deborah Woodson kennengelernt. Sie las einen Liedtext von mir mit dem Titel „Spring über deinen Schatten“. Und zusammen mit Paul hatten wir die Idee, daraus einen Gospelblues zu basteln. Beim Ergebnis bekomme ich jetzt noch eine Gänsehaut.“

machPuls: „Wird sie bei der Vorpremiere dabei sein?“

CB: „Wahrscheinlich nicht. Aber ich kann ja mal fragen, ob sie an dem Tag in Deutschland ist.“

machPuls: „Letzte Frage, Christoph: was ist dein größter Wunsch für die Vorpremiere?“

CB: „Dass es funktioniert. Dass die Zuschauerinnen und Zuschauer das Herzblut spüren, mit der das Programm geschrieben wurde. Und natürlich, dass überhaupt Zuschauer kommen.“

machPuls: „Das sollte kein Problem sein. Vielen Dank für das Gespräch und Toi Toi Toi!“

machPuls bedankt sich auch hier noch einmal für das tolle Interview. Wir warten gespannt auf die Premiere und freuen uns auf  interessante und unterhaltsame Geschichten aus dem Leben von Christoph Brüske!

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