Der Oldtimerstammtisch Ranzel

Ihre Mitglieder haben Benzin im Blut.

Der Oldtimerstammtisch Ranzel

Oldtimer erfreuen sich einer großen Beliebtheit bei Besitzern und Betrachtern. Auf Hochglanz poliert werden sie bestaunt und wecken Erinnerungen an längst vergangene Zeiten. Jenseits dieser Automobile gibt es aber Fahrzeuge, die ein hartes Arbeitsleben hinter sich haben und ebenfalls auf eine große Fangemeinde zählen können.

Die Stammrunde

Dazu gehören die vierzehn Männer des Ranzeler Oldtimerstammtischs, einem losen Zusammenschluss von Liebhabern alten Blechs, die alle mehr oder weniger viel Benzin im Blut haben. Seit 2003 treffen sich die Traktor-Enthusiasten regelmäßig einmal im Monat zum Fachsimpeln. In Garagen, Hallen und Carports haben sie ihre manchmal recht großen und bulligen Schätzchen untergebracht. So wie Karl-Heinz Jonas, der als Kind durch den landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern schon früh mit Traktoren in Berührung kam. Ihm gehören heute mehrere dieser bulligen Maschinen, darunter ein Allgaier, Baujahr 1949.

Auch Manfred Waldmann, der mit Jonas den Stammtisch im Sommer 2003 gründete, hatte bereits als Kind seine Liebe zu Traktoren entdeckt. Aber erst zu seinem 50.Geburtstag erfüllte sich sein Wunsch nach einem dieser knatternden Maschinen. Seinen ersten, voll funktionsfähigen Traktor, kaufte Waldmann in Adenau. Es sollte nicht der Letzte sein, denn nicht nur fahren und schrauben lässt das Herz eines Oldtimerfreundes hochschlagen, sondern auch die Gewissheit, prachtvollen, aber in die Jahre gekommenen Fahrzeugen neues Leben einhauchen zu können. Daher wurde ein weiterer Traktor, ein Kramer KB 17, in der Eifel gekauft. Zu Hause angekommen baute Waldmann das gute Stück, ohne Mechanikerkenntnisse, komplett auseinander. „Da stand nur noch das Gerippe. Zuerst wurden die defekten Teile ersetzt und alles gereinigt und geölt. Als ich dann noch die original Farbe bekommen konnte, bekam der Traktor eine neue Lackierung. Danach habe ich das gute Stück nicht nur zusammengebaut, sondern auch zum Laufen bekommen“, so Waldmann. Kompliziert wurde es dann doch noch, denn es gab weder einen Kfz-Brief noch eine TÜV-Abnahme und der Traktor musste zur Vollabnahme vorgeführt werden. Aber auch diese Hürde nahm das Gefährt problemlos.

Auch Motorräder gehören zu ihren Schätzen

Die Männer des Stammtisches verbindet aber nicht nur die Liebe zu Traktoren, sondern zu altem Blech auf zwei Rädern. So gehören auch Motorradfreunde mit ihren betagten Kreidler-, BMW-, DKW- und NSU-Motorrädern zum Stammtisch. Ein besonderes Schätzchen hat Udo Werner erwerben können. Er ist stolzer Besitzer einer NSU 501 TS mit 11 PS und 500 ccm aus dem Jahr 1932. Die Maschine befindet sich in einem hervorragenden Zustand, der allerdings erarbeitet werden musste. „Solche Sammlerstücke zu finden ist recht schwer. Wichtig sind auch Bauanleitungen, denn an solch alten Motorrädern wurde früher viel gebastelt und improvisiert“, so Werner, der eine große Sammlung alter Motorräder besitzt.

Auch im Winter wird nicht stillgestanden

Im Winter wird geschraubt, gebastelt und renoviert und sobald es das Wetter zulässt, fahren die Oldtimerfans ins Grüne. Bei schönem Wetter genießen sie es dann, mit gemütlichen 25km/h u.a. in das Bergische Land zu einem Angelteich zu fahren und dort gemeinsam das Wochenende zu verbringen. Unterwegs gibt es bei jedem Halt ein großes Hallo von Passanten und Autofahrern, bei dem viele Fragen gestellt und Fotos gemacht werden.

Heute nennen die Mitglieder des Stammtischs sieben Traktoren und rund 30 Motorräder, Motorroller und Mopeds ihr Eigen. Auf die Frage nach dem Warum, gibt es von allen Oldtimerfreunden meist die gleiche Antwort: „Es geht um das authentische Fahrgefühl auf den alten Traktoren oder auf den alten Motorrädern. Das ist immer einzigartig und man kann es schlecht beschreiben, denn das muss man erfahren“.

Logo