Unsere Gesichter des Jahres 2020 (Teil 1)

Wie geht es den Niederkasselern, die beruflich unmittelbar die Auswirkungen des Coronavirus zu spüren bekommen?

Unsere Gesichter des Jahres 2020 (Teil 1)

Jedes geschlossene Lokal, jede Veranstaltungsabsage und jeder neuen Beschluss von Bund und Ländern beeinflusst unmittelbar das Schicksal von Einzelpersonen. Genau diese Personen interessieren uns: ihre Geschichten über ihr vergangenes Jahr, über ihre Sorgen, aber auch ihre Hoffnungen. Und darum haben wir mit einigen von ihnen gesprochen und möchten sie Euch in den kommenden Tagen auf machPuls vorstellen als unsere „Gesichter des Jahres 2020“.

Bleibt stark, Niederkasseler!

Natürlich sind wir uns im Klaren darüber, dass wir noch nicht einmal annähernd alle betroffenen Personen, nicht einmal alle Berufsgruppen hier abbilden konnten. Es soll ein Anfang sein und der Versuch, der Pandemie und ihren Auswirkungen in Niederkassel ein Gesicht zu geben.

Klaus Hardtfeld, 62, Inhaber Restaurant Schlimgen:

„Eine negative Erfahrung der vergangenen Monate, in denen mir mein Restaurant geschlossen wurde, war es, die Unfähigkeit der Politik in Hinsicht Weitsicht und Planungssicherheit mittragen zu müssen. Positiv hingegen waren die Treue und der Zuspruch unserer Gäste. Sie geben uns die Kraft zum Weitermachen und Durchhalten.“

Christoph Brüske (55), Kabarettist, Autor, Moderator und Veranstalter des Brüskes Laach Ovend:

„Die Unsicherheit, ob etwas stattfinden konnte oder nicht, zog sich wie ein fader Kaugummi durch das Jahr. Denn auch im Sommer waren die Kulturfans schon vorsichtig und hatten sich völlig zu Recht genau überlegt, ob sie in eine Vorstellung gehen. Auch der Eventbereich, in dem ich viel unterwegs bin, war zwar voller Tatendrang, aber angesichts des Infektionsgeschehens dann doch häufig nicht in der Lage, ein Projekt zu realisieren. Auf den Punkt gebracht: Es war viel Hoffen und Bangen über Monate. Aber es gab auch Positives und das, obwohl es am Ende nur zwei Veranstaltungen waren: Mein Laach Ovend de Luxe, so nannte ich meine bekannte Reihe mit ausgeklügeltem Hygienekonzept, war eine unglaublich schöne Erfahrung. Publikum und die Gastkünstler waren jeweils in absoluter Hochform!“

Sabine Heuser (53), Verkäuferin im Lebensmittelhandel:

„Ich arbeite im Lebensmittel-Einzelhandel. Wir mussten ran, als alles andere geschlossen wurde. Negative Erfahrungen der vergangenen Monate? Dass Kunden Toilettenpapier, Nudeln, Hefe usw. kaufte, als wenn es kein Morgen gebe. Und das, obwohl die Lebensmittelversorgung stets gesichert war. Positive Erfahrungen? Dass viele Kunden dankbar waren, dass wir in der ganzen Pandemie für sie da sind.“

Dieser Beitrag erschien zuerst im machPuls Magazin 1/2021.
Alle Statements stammen von Mitte Dezember 2020, noch vor dem 2. harten Lockdown.

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