Update zur Corona-Ausbreitung in Swisttaler Betrieb

Es gibt neue Entwicklungen in Hinblick auf die Ausbreitung des Corona-Virus in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Rhein-Sieg-Kreis. Diese sind allerdings nicht so erfreulich wie erwartet.

Update zur Corona-Ausbreitung in Swisttaler Betrieb

Vor zwei Tagen haben wir euch über die Corona-Ausbreitung in landwirtschaftlichem Betrieb im Rhein-Sieg-Kreis berichtet. Jetzt ist bekannt, dass der betroffene Betrieb der Obsthof in Swisttal ist. Außerdem sind dort aktuell insgesamt 20 Corona-Infektionen bestätigt. Das einzige Problem, dass es vorgestern noch zu lösen gab, war die Heimfahrt der Erntehelfer dessen Verträge an diesem Wochenende ausliefen.

„Wir haben uns zusammen mit der Gemeinde Swisttal ganz intensiv dafür stark gemacht, dass – vorbehaltlich eines weiteren negativen Tests - am Wochenende ein Flugzeug Richtung Rumänien starten kann und die Vorbereitungen dazu schon fast abgeschlossen“, sagt Landrat Sebastian Schuster. Doch dann kam der Schock. Wie das Ordnungsamt der Gemeinde Swisttal heute von den Betreibern des Hofes erfuhr, haben 124 Erntehelfer über Nacht trotz der bestehenden Quarantäne den Hof Richtung ihrer Heimat verlassen. „Zusammen mit dem Rhein-Sieg-Kreis haben wir alle Weichen für die Rückreise gestellt, aber auch gleichzeitig intensive Bemühungen unternommen, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam mit einer Dolmetscherin zu erläutern, welche Lösung wir für sie vorbereiten, aber auch welche Regeln sie in Zusammenhang mit der Quarantäne unbedingt berücksichtigen müssen“, betonte Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner. „Umso enttäuschender ist es, dass so viele Menschen sich eigenmächtig über die Quarantäne hinweggesetzt haben“, ergänzt Sebastian Schuster. Die Betreiber des Hofes hatten sich sogar dazu bereit erklärt, die Kosten für den Rückflug zu übernehmen. Auf die gemeinsame Initiative von Stadt und Kreis war auch der rumänische Generalkonsul persönlich vor Ort, um die Situation und die Regelungen, aber auch Perspektiven zu erläutern. „Mit einem ‚frischen‘ Test hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Eintrittskarte zum Flughafen in der Hand gehalten“, erläuterte auch Dr. Rainer Meilicke, Leiter des Kreisgesundheitsamtes und ergänzte: „Geplant hatten wir eine kontrollierte, sichere Form der Rückfahrt, die sowohl einen optimalen Schutz der Bevölkerung, als auch durch den Einsatz von FFP2-Masken für alle Reisenden den Aspekt Eigenschutz berücksichtigte. Leider sind unsere Bemühungen zunichte gemacht worden.“

Die verbleibenden Erntehelfer sind heute noch einmal alle getestet worden. Die Ergebnisse werden zum Wochenende hin erwartet. Die, die negativ getestet und symptomfrei sind, arbeiten unter den Vorgaben des aktuellen Hygienekonzepts: „Hier haben wir das Fachwissen von Gesundheitsamt, Rechtsamt und dem Amt für Lebensmittelüberwachung gebündelt, aber auch die aktuellen Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung berücksichtigt, so dass weder durch den Pflück- noch durch den Verpackungsvorgang eine Gefährdung des Produkts oder der Verbraucherinnen und Verbraucher entsteht“, erläuterte Dr. Rainer Meilicke.

Ein Appell auch an alle Mitbürger

Landrat Sebastian Schuster verband das heutige Update zum Corona-Sachstand im Rhein-Sieg-Kreis auch mit einem Appell an alle diejenigen, die aktuell oder in den nächsten Wochen aus den Sommerferien zurückkommen: „Wenn Sie aus einem Risikogebiet zurückkehren, gehen Sie bitte verantwortungsvoll mit der Situation um und berücksichtigen Sie die Quarantäne. Lassen Sie sich vor allen Dingen aber auch testen, wenn sich bei Ihnen Symptome zeigen. So können Sie dazu beitragen, dass sich das Virus nicht weiter ausbreiten kann.“

Logo