Trotz Lockdown in Kitas 53% der Kinder vor Ort

Warum wird die Betreuung in Kitas und in der Kindertagespflege so stark in Anspruch genommen?

Trotz Lockdown in Kitas 53% der Kinder vor Ort

Seit dem 19.12.2020 können Eltern in NRW in eigener Verantwortung entscheiden, ob sie aus privaten oder beruflichen Gründen unabweisbaren Bedarf sehen, ihre Kinder in die Kita oder Kindertagespflege zu bringen oder nicht. Insgesamt kann man sehen, dass viele Eltern die städtischen Kindertagesstädten in Anspruch nehmen. Zum Stichtag 21.01.2021 wurden die Einrichtungen von durchschnittlich 53 % der dort angemeldeten Kinder besucht. Presseartikel, die berichten, dass Kitas in NRW geschlossen seien oder im Lockdown sind, geben also ein ganz falsches Bild der derzeitigen Situation.

Warum nutzen so viele Eltern die Fremdbetreuung ihrer Kinder trotz Lockdown?

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Einige Beispiele sind die Folgenden:

  • Die Kinder selbst möchten endlich wieder in die Kita, da sie ihre Freunde und Erzieher*innen sehr vermissen. Sie bitten die Eltern dorthin gehen zu dürfen.

  • Die Betreuung von unter 6-Jährigen beziehungsweise unter 3-Jährigen ist parallel zum Homeoffice kaum möglich.

  • Eltern merken, dass sie mit ihren Kräften am Ende sind, ungeduldig werden und dringend eine Auszeit benötigen um einmal durchzuatmen.

  • Eltern haben große wirtschaftliche Sorgen und müssen sich einmal in Ruhe darum kümmern, endlich Lohnersatzleistungen zu erhalten.

Auch die Fachkräfte in Kitas und Kindertagespflegestellen erleben, wie viele Eltern momentan an ihre Grenzen kommen und möchten sie unterstützen. Einige von ihnen haben aber auch eigene kleine Kinder zu versorgen und müssen entsprechend komplizierte Abwägungsprozesse treffen. Normale saisonale Erkrankungen und die Inanspruchnahme von Kinderkrankentagen durch Erzieher*innen führen dazu, dass die volle Belegschaft nur in wenigen Kitas zur Verfügung steht. Normalerweise kann im Fall von fehlendem Personal flexibel auf Personal anderer Gruppen zurückgegriffen werden. Das ist auf Grund der momentanen strikten Trennung von Gruppensettings allerdings unmöglich.

Aus Sicht der Stadt Niederkassel ist diese komplizierte Lage nur mit großer Einfühlung und Verständnis sowohl für Eltern wie für die Fachkräfte zu lösen. Zumindest einen entlastenden Punkt kann die Stadt hier mitteilen: Es wird auf die Zahlung von Elternbeiträgen und von Essensgeld in städtischen Kitas für die Monate Januar und Februar 2021 verzichtet. Das wurde am 11.01.2021 mit einer Dringlichkeitsentscheidung beschlossen. Sie erfolgt durch automatisches Absetzen der Beiträge im Februar und März 2021.

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