Impfstrategie im Rhein-Sieg-Kreis

Wann öffnen die Impfzentren? Welche Personengruppen werden in welcher Reihenfolge geimpft? Wie bekommt man einen Impftermin? Diese und viele weitere Fragen stellen sich die Bürger in den letzten Wochen. machPuls hat alle wichtigen Antworten für euch.

Impfstrategie im Rhein-Sieg-Kreis

Seit dem 27. Dezember 2020 wird in Deutschland geimpft. Begonnen wurde in Alten- und Pflegeheimen. Dort werden zunächst Bewohner sowie Personal von mobilen Teams geimpft (wie zum Beispiel in der Seniorenresidenz Walter Esser). Für den Rhein-Sieg-Kreis gehen die örtliche Kassenärztliche Vereinigung (KV) und der Unterzeichner davon aus, dass die Bewohner der Senioren- und Altenpflegeheime sowie das dortige Personal bis Ende diesen Monats die erste Impfung erhalten haben. Ein großer Teil soll bis dahin auch schon ein zweites Mal geimpft sein.

Wann geht es nun weiter? Und wer darf sich als nächstes impfen lassen?

Am 01. Februar 2021 sollen die Impfzentren in NRW voraussichtlich geöffnet werden. Wer sich zuerst impfen lassen darf, legt die Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums fest. Dazu wurde in drei Stufen der Priorisierung unterteilt.

Gestartet wird mit „Stufe 1: höchste Priorität“. Darunter fallen

  • Personen im Alter von 80 Jahren und älter,

  • Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen sowie das dortige Personal,

  • Personal in der ambulanten Altenpflege, Personal in medizinischen Einrichtungen mit besonders hohem Ansteckungsrisiko zum Beispiel bei Rettungsdiensten, in Notaufnahmen, in der medizinischen Betreuung von COVID-19-Patientinnen und –Patienten, als Leistungserbringer in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung sowie in den Corona-Impfzentren und

  • Personal, das in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandelt, betreut oder pflegt, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht, insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin.

In circa zwei Monaten soll dann mit der Impfung der Personen in „Stufe 2: hohe Priorität“ begonnen werden. Dazu gehören

  • Personen im Alter von 70 Jahren und älter,

  • Personen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht: Das sind Menschen mit Trisomie 21, Personen mit Demenz oder einer geistigen Behinderung sowie Personen nach Organtransplantationen,

  • enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen aus Stufe 1 sowie von Schwangeren,

  • Personen, die Menschen mit geistiger Behinderung regelmäßig stationär oder ambulant behandeln, betreuen oder pflegen,

  • Personen, die in medizinischen Einrichtungen arbeiten und ein hohes oder erhöhtes Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus haben. Da sind insbesondere Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem unmittelbaren Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in SARS-CoV-2-Testzentren.

  • Polizei und Ordnungskräfte, die vor allem bei Demonstrationen einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind,

  • Personen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur arbeiten und

  • Personen, die in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind.

Im Anschluss können sich Personen impfen lassen, die zu „Stufe 3: erhöhte Priorität“ gehören. Das sind

  • Personen im Alter von 60 Jahren und älter,

  • Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Das sind Personen mit: Adipositas (Body-Mass-Index über 30), chronischer Nierenerkrankung, chronischer Lebererkrankung, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, einem Vorhofflimmern, einer koronaren Herzkrankheit oder arterieller Hypertension, zerebrovaskulären Erkrankungen oder Apoplex, Krebserkrankungen, COPD oder Asthma bronchiale sowie Autoimmunerkrankungen oder rheumatischen Erkrankungen.

  • Personen in besonders relevanter Position in staatlichen Einrichtungen, insbesondere in den Verfassungsorganen, in den Regierungen und Verwaltungen, bei den Streitkräften, der Polizei, beim Zoll, bei der Feuerwehr, beim Katastrophenschutz einschließlich des Technischen Hilfswerks und in der Justiz,

  • Personen in besonders relevanter Position in weiteren Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, in der Ernährungswirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, in der Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen,

  • Personen medizinischer Einrichtungen mit niedrigem Infektionsrisiko, insbesondere in Laboren und Personal, das keine Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten betreut,

  • Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel,

  • Erzieher und Lehrer und

  • Personen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen.

Infos über das Impfzentrum des Rhein-Sieg-Kreises findet ihr hier.

Wenn ausreichend Impfstoff vorhanden ist, der keine besondere Kühlung erfordert, sollen wohl auch zusätzliche Impfmöglichkeiten bei Haus- und Fachärzten ermöglicht werden. Wann dies der Fall sein wird, ist noch unklar.

Mit genügend Impfstoff für alle Bevölkerungsgruppen rechnet das Bundesgesundheitsministerium ab Juli 2021.

Die Organisation der Impfung und die Vergabe der Impftermine regeln die Bundesländer selbst. In NRW sind die Städte und Kreise für die Organisation und Logistik der Impfung zuständig. Um das medizinische Personal, die Terminvergabe und die Durchführung der Impfungen kümmern sich die Kassenärztlichen Vereinigungen des Bundeslandes.

Brauche ich einen Termin um mich impfen zu lassen? Wenn ja, wie bekomme ich den?

Eine Impfung ist definitiv nur mit Termin möglich. Einen Impftermin in einem Impfzentrum kann man telefonisch über die Rufnummer 0800 116 117 01 oder online auf der Internetseite www.116117.de erhalten. In NRW soll dies ab dem 25. Januar 2021 möglich sein, natürlich nur für die zur priorisierten Gruppe gehörenden Personen. Personen ab einem Alter von 80 Jahren, die zu Hause leben, werden postalisch darüber informiert. Sie erhalten in den nächsten Tagen einen Brief des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen mit allen wichtigen Informationen zum Ablauf der Impfung

Die Impfung ist für alle Bürgerinnen und Bürger freiwillig und kostenlos.

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Weitere Infos zur Corona-Schutzimpfung findet ihr auf den folgenden Seiten:

www.116117.de, www.mags.nrw und www.rhein-sieg-kreis.de

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