Erste Corona-Schutzimpfungen in Niederkassel

Praxisteam Gondolatsch impfte 125 Senioren

Erste Corona-Schutzimpfungen in Niederkassel

Jetzt heißt es auch in Niederkassel: Ärmel hochkrempeln gegen COVID-19. Große Aufregung herrschte heute am frühen Morgen nicht nur bei den Bewohnern der Seniorenresidenz Walter Esser in Lülsdorf. Auch das Ärzteteam der Praxis Gondolatsch und das Pflegepersonal der Seniorenresidenz warteten gespannt auf die Ankunft des Transporters mit dem Pfizer-BioNTech-COVID-19- Impfstoff. Dieser war gegen 9:30 Uhr avisiert und sollte Impfstoff für 160 Personen bringen. Der Transport kam allerdings unerwartet schon um 7:10 Uhr in der Seniorenresidenz an und hatte auch noch 40 Einheiten des Impfstoffs zu wenig dabei. Nun war das Improvisationstalent des gesamten Ärzteteams gefordert, denn der Impfstoff muss nicht nur in speziellen Kälteboxen bei circa 70 Grad Celsius transportiert, sondern nach der Entnahme und Aufbereitung auch schnell verimpft werden. Eine Ampulle des Impfstoffs BNT162b2 ergibt nach der Verdünnung eigentlich fünf Impfdosen à 0,3 Milliliter. Aber aus dem Rest in der Ampulle lässt sich immer noch eine weitere Impfeinheit aufziehen, sodass man den fehlenden Impfstoff in etwa kompensieren konnte. „Alle Senioren, die angemeldet waren, und auch Teile der Mitarbeiter des Seniorenzentrums konnten geimpft werden. Das Praxisteam musste in Teilen zurückstehen. Die Impfungen werden schnellstmöglich nachgeholt“, so Dr. Alexander Gondolatsch. Er ging mit gutem Beispiel voran und ließ sich von seiner Frau Jasmin impfen.

Auch wenn es für alle Beteiligten Neuland war und alle Planungen über den Haufen geworfen wurden, so verlief die Impfaktion reibungslos, weil man unter anderem schon die Aufklärungsgespräche geführt und die Einwilligungen Tage vorher eingeholt hatte. „Als das Gesundheitsamt bei uns angefragt hat, ob wir die Impfungen im Seniorenheim übernehmen könnten, haben wir sofort zugesagt, denn wir freuen uns, den öffentlichen Gesundheitsdienst aktiv unterstützen zu können. Ich bin zu 100 Prozent und aus tiefstem Herzen von der Impfung überzeugt und sehe aus medizinischer Sicht keinen Grund, eine Impfung abzulehnen. Darüber hinaus hat das gesamte Team beschlossen, die Vergütung, die für die Impfaktion gezahlt wird, an das Rote Kreuz in Niederkassel zu spenden. Wir wollen dazu beitragen, die Menschen zu motivieren, sich impfen zu lassen“, so Dr. Alexander Gondolatsch.

Damit die Impfung ihre Wirkung entfalten kann, ist eine zweite Impfung notwendig, um eine Immunität aufzubauen. Zur Grundimmunisierung muss der gleiche Impfstoff mindestens zweimal im Abstand von exakt drei Wochen injiziert werden. Das Immunsystem braucht diese Zeit, damit der Körper den Immunschutz aufbaut. Der Impfschutz beginnt nach derzeitigem Kenntnisstand zwei bis drei Wochen nach der zweiten Verabreichung. Demnach sind etwa 95 von 100 geimpften Personen vor einer COVID-19-Erkrankung geschützt. Sie sind auch danach weiterhin aufgefordert, die AHA-Regelungen einzuhalten. Trotz Immunität können sie möglicherweise noch Überträger sein.

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