Corona-Schutzimpfung: Niederkasseler Apotheken und Hausärzte arbeiten Hand in Hand

Apotheker Michael Thiebes verriet machPuls, wie das mit der Bestellung und Auslieferung des Impfoffs bei uns aktuell abläuft

Corona-Schutzimpfung: Niederkasseler Apotheken und Hausärzte arbeiten Hand in Hand

Seit Anfang April können Hausärzte endlich ihre Patienten gegen Covid-19 impfen. Eine Erleichterung für viele Patienten, aber Mehrarbeit für die Medizinischen Fachangestellten. Die Maßnahme ist allerdings wichtig, um eine flächendeckende Impfung in einem wesentlich kürzeren Zeitraum zu erreichen.

Die Lieferung des Impfstoffs wird über die öffentlichen Apotheken geregelt, die dazu einen Leitfaden der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) zur Bestellung und Lagerung der Impfstoffe erhalten haben. Über das derzeitige Regelwerk sowie die Handhabung mit dem Impfstoff erfuhr machPuls von Michael Thiebes, der gemeinsam mit seiner Schwester Dr. Stephanie Spahn seit einem Jahr Inhaber der "Fähren-Apotheke" in Mondorf, der "Apotheke an der Laach" in Rheidt sowie der "Post-Apotheke" in Niederkassel ist. Die Mutter und Vorgängerin der Geschwister, Iris Thiebes, befindet sich seitdem im wohlverdienten Ruhestand.

Was müssen die Apotheken beachten?

Ein wichtiges Kriterium im Umgang mit dem Impfstoff sind die Zeitabläufe, da die Impfstoffe nur einmal wöchentlich geliefert werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Impfstoff nach dem Auftauen nur begrenzt haltbar ist. Zum Beispiel ist der Impfstoff von BioNTech/Pfizer bei Temperaturen von 2-8 °C nur 120 Stunden, das heißt 5 Tage haltbar. Der Auftauprozess wird mit der Auslieferung über den Großhandel eingeleitet und kommt als Kühlware in die Apotheke. Nach verlassen der Ultratiefkühlung wird der Zeitpunkt dokumentiert, damit die Haltbarkeitsfristen eingehalten werden. Sobald Impfstoffe angefordert werden, liefern die Apotheken diese an die Arztpraxen, wo die Impfung vorbereitet und im Anschluss an die Patienten verabreicht wird.

Wie kommen Hausärzte an den Impfstoff?

In den oben genannten Apotheken werden zur Zeit immer montags die in Frage kommenden Arztpraxen kontaktiert, um die gewünschten Impfstoffmengen bei den Großhändlern zu bestellen, die dann in der Woche darauf, wiederum am Montag, geliefert werden. Momentan sind die Vakzine von BioNTech/Pfizer sowie von AstraZeneca verfügbar. Nachdem die Impfstoffe bestellt sind, erhält die jeweilige Apotheke eine Mitteilung, ob die bestellten Vakzine verfügbar sind, und kann diese Information dann an die Arztpraxen weitergeben, damit die Ärzte Planungssicherheit haben, wer zum Impftermin einbestellt werden kann.

Laut Vorgabe sollten Arztpraxen den Impfstoff immer bis Dienstag um 12:00 Uhr für die darauf folgende Woche bestellen. Die Lieferung des bestellten Impfstoffs erfolgt wiederum montags in der folgenden Woche. Der Impfstoff muss im Kühlschrank gelagert werden und wird noch am gleichen Tag den Arztpraxen zugestellt. Gemeinsam mit dem bestellten Impfstoff wird das Impfzubehör wie Spritzen, Kanülen und Kochsalzlösung in entsprechender Anzahl von den Apotheken mitgeliefert.

Wie gut funktioniert die Bestellung, Lieferung, etc.?

Nach etwa vier Wochen dieser Vorgehensweise hat sich das Szenarium eingespielt und nach Aussage von Michael Thiebes hat sich die Zusammenarbeit zwischen Apotheke und den Arztpraxen dadurch nachhaltig positiv verändert. „Erwähnenswert ist die Tatsache, dass die Komplexität sowie die Organisation von Wochen zu Woche steigt, da mehr Firmen (z.B. Janssen) auf den Markt drängen und auch die Zweitimpfungen berücksichtigt werden müssen“, so Thiebes.

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