AstraZeneca-Chaos: Was ist mit der zweiten Impfung?

AstraZeneca-Impfungen für U 60-Jährige wurden vorgestern nach Empfehlung der STIKO gestoppt. EMA & WHO widersprechen der Einschätzung. Wie geht es jetzt bei uns weiter?

AstraZeneca-Chaos: Was ist mit der zweiten Impfung?

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW hat aufgrund der aktuellen Entwicklung vorgestern (30. März) die Impfung mit dem Impfstoff der Firma AstraZeneca für unter 60-Jährige vorläufig ausgesetzt. Der Rhein-Sieg-Kreis erhält vom Land NRW ersatzweise eine Teilmenge des Impfstoffes des Herstellers BioNTech.

Impfen über die Ostertage

Die für heute, Gründonnerstag, vorgesehenen Impfungen mit AstraZeneca im Rhein-Sieg-Kreis werden mit dem Impfstoff des Herstellers BioNTech durchgeführt. Die für Karfreitag bis Ostermontag mit AstraZeneca terminierten insgesamt rund 150 Impfungen werden verschoben. Die betroffenen Personen werden über die Terminvergabesoftware automatisiert informiert. Sie können über dieses Tool einen neuen BioNTech-Termin buchen.

Und die Zweitimpfung?

Unklar ist bislang, was mit den Personen geschieht, die bereits eine Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten habe. Die Forschung hierzu läuft. In Großbritannien beispielsweise werden bereits Impfungen mit zwei unterschiedlichen Impfstoffen durchgeführt. In Deutschland jedoch gibt es hierzu noch keine Empfehlung. Fest steht auf jeden Fall: Nur eine Impfung mit AstraZeneca reicht für einen umfassendeen Schutz nicht aus.

EMA & WHO widersprechen Einschätzung der STIKO

Hintergrund des vom MAGS festgelegten Impfstopps waren bekannt gewordene Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in den Hirnvenen. Daher hatte die Ständige Impfkommission eine Altersbeschränkung für den AstraZeneca-Impfstoff empfohlen. EMA und WHO hingegen widersprachen dieser Einschätzung gestern (31. März). Sie sehen im Verimpfen des Impfstoffes von AstraZeneca weiterhin kein Risiko. „Nach dem jetzigen wissenschaftlichen Stand gibt es keine Belege, die dafür sprechen, die Verwendung dieses Impfstoffs in irgendeiner Bevölkerungsgruppe zu beschränken», erklärte EMA-Chefin Emer Cooke am Mittwoch.

Wir bleiben dran. Über neue Beschlüsse informieren wir euch an dieser Stelle.

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