CSD - wie, wo, was wurde gefeiert?

50 Jahre Christopher Street Day. 50 Jahre bunte Züge durch die Straßen der Länder, in denen man Freiheit genießen darf. 50 Jahre die Idee einer offenen Gesellschaft öffentlich vertreten.

CSD - wie, wo, was wurde gefeiert?

Was ist der CSD überhaupt?

Der Cristopher Street Day ist neben einem bunten Fest und einer großen Demonstration auch ein Gedenktag an die Aufstände in den 60ern in der New Yorker Stadt Greenwich.

Ein kurzer Exkurs in die Geschichte zeigt euch, woher der Christopher Street Day überhaupt seinen Namen hat.

In den 1960er Jahren führte die New Yorker Polizei regelmäßig Razzien in Bars und Clubs durch. Bei diesen Razzien kam es oft zu Gewalt gegenüber beispielsweise Homo- oder Transsexuellen.

In der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 geschah eine Art Aufstand im „Stonewall Inn“, einer Schwulenbar in der Christopher Street in Greenwich Village. Die Gäste lehnten sich gewaltsam gegen damalige willkürliche Diskriminierungen auf. Der Aufstand wurde schnell publik und immer mehr Menschen, deren Sexualität zu dieser Zeit nahezu geächtet wurde gingen für mehr Rechte und ein Ende der Diskriminierung auf die Straßen in Greenwich Village. In kurzer Zeit wurden die Aufstände international bemerkt und nachgeahmt. Stonewall war ein entscheidender Wendepunkt und wird als Beginn der modernen Schwulen-und Lesbenbewegung und „Queerness“ angesehen

Um dem ersten Jahrestag des Aufstands zu gedenken, wurde das „Christopher Street Liberation Day Committee“ gegründet und jährlich am letzten Samstag im Juli ein Straßenumzug in Gedenken an den Stonewall-Aufstand veranstaltet. Dies ist Tradition geworden, sodass in diesem Jahr der ganze Juli als „Pride Month“ bezeichnet wird und Millionen von Menschen die Straßen der Großstädte füllen, um Farbe zu bekennen. „Christopher Street Day“ wird die eine Hauptveranstaltung im Grunde nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz genannt. In den englischsprachigen Ländern wird vorzugsweise von „Gay Pride“ oder „LGBT-Pride“ gesprochen. Im Vordergrund steht hier das Wort „Pride“ in dem Sinne, dass Menschen einen stolzen Umgang mit ihrer sexuellen Identität haben sollten und die Möglichkeit haben und nutzen, sich aus einer heteronomen Gesellschaft herauszulösen. Es gibt dazu in vielen Ländern Veranstaltungsreihen, wie Kongresse, Vorträge, Partys und natürlich die berühmten Paraden. Im deutschsprachigen Raum sind die größten Umzüge in Berlin und ganz in der Nähe: In Köln!

Wie war der CSD 2019 in Köln?

In Köln gibt es eine zweiwöchige Veranstaltungsreihe: „Cologne Pride“. Auftakt war am 22. Juni unter dem Motto „Hochzeitsnacht 3.0“ ab 18 Uhr im Kölner Bermudadreieck auf der berühmten Schaafenstraße. Höhepunkt ist die abschließende CSD- Parade die, anders als der eigentliche Gedenktag am 28. Juni, am ersten Juli-Sonntag stattfindet.

Organisiert wird der CSD vom Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. (KLUST). Des Weiteren unterstützen unterschiedlich strukturierte Organisationen oder Einzelpersonen vor Ort, häufig ehrenamtlich und in Vereinen organisiert die ganze „Pride-Zeit“.

Als diesjähriges Motto wurde von einem Komitee der Slogan „50 Years of Pride. Viele. Gemeinsam. Stark!“ beschlossen.

Beginn der Parade war um um 12:00. Insgesamt gab es 148 Gruppen und so dauerte sie über zwei Stunden lang. Vertreten waren Parteien mit Ständen in der Innenstadt und auf dem Wagen, die die Idee einer Gesellschaft, die Homophobie und den generellen Hass gegen alles, dass nicht dem heteronomen System entspricht mit Stickern und Flyers entgegenwirken wollte. Neben dem kleinen Spektrum des Wahlkampfs gab es außerdem viele Vereine und Unternehmen, die sich der Parade anschlossen oder/und ihre eigenen Stände hatten. Ikea, die Awo und der 1. FC Köln waren zusammen mit vielen weiteren vertreten.

Auf der Hauptbühne am Heumarkt fand nach der Parade um 15:30 eine echte Party statt. Trotz der ganzen bunten Feierlichkeit, wurde nicht vergessen, dass es den CSD nicht nur gibt, damit die Menge lachen und tanzen kann. Sicher darf das nicht zu kurz kommen, allerdings steht der demonstrative und politische Aspekt ebenso im Vordergrund. Deshalb waren einige Politiker zu einer Konversation auf der Hauptbühne eingeladen beispielsweise Gregor Gysie oder die seit neustem im EU-Parlament vertretende Katarina Barley. Auch Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Claudia Roth von der Partei „Die Grünen“ hielt eine Rede und sprach von einem „Kampf“ für weitere Rechte der unterschiedlichen Sexualitäten.

Neben der Hauptbühne gab es außerdem eine Politur- Bühne am alten Markt, auf der ebenfalls musikalische Unterhaltung und politische Dialoge geboten wurden. Da alle guten Dinge drei sind, legten auf der dritten Bühne „DanceStage am Gürzenich“ bekannte DJs auf.

Pünktlich zum Jubiläum wurden 1,2 Millionen Menschen verzeichnet. Ob vor dem Fernseher oder selbst im Gewimmel: Wir von machPuls! finden, es ist wichtig zu wissen, was der CSD ausdrücken möchte und, dass weiterhin Toleranz und Akzeptanz einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft bilden.

Ward ihr auch am Sonntag in Köln? Schickt uns gerne eure Bilder.

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