War das die letzte Hobbykunstausstellung?

Seit fast 50 Jahren lädt der Bürgerverein (BV) für Lülsdorf und Ranzel um die Adventszeit herum zur großen Hobbykunst-Ausstellung ein. Langsam fehlen aber die Mitglieder, um eine solche Veranstaltung zu stemmen. Dieses Jahr ging es noch gut.

War das die letzte Hobbykunstausstellung?

55 Aussteller waren in diesem Jahr bei der Hobbykunstausstellung dabei, 18 davon zum ersten Mal. Bürgermeister Stephan Vehreschild hieß alle willkommen, nachdem die Kids der Kita Schillerstraße die Veranstaltung mit dem Lied „In der Weihnachtsbäckerei“ eröffneten.

Es gab wieder viele tolle handgemachte Unikate aus Holz, Edelsteinen, Silber und Stahl. Das Ranzeler Ehepaar Gerda und Andreas Peitz nimmt schon seit 22 Jahren an der Ausstellung teil. Mit Material, dass sie am Rheinufer und im Schwarzwaldurlaub sammeln, basteln sie einzigartige Weihnachtskrippen. Gingen die Krippen, die aus dem Hobby entstanden, früher in den Bekanntenkreis, so kommen die Anfragen bei den Peitz’ mittlerweile von Nord- bis Süddeutschland.

Der Mondorfer Ralf Röcker bot ebenfalls Holzarbeiten an. Aus Fundstücken, meist vom Rheinufer, macht er Lampenständer, die er bei der Ausstellung erstmals einem breiteren Publikum vorstellte. Heribert Weishaupt dagegen hat ein ganz anderes Hobby. Der Ruheständler ist Krimiautor und stellte seine bisherigen fünf Krimis vor, die alle in der Region spielen. Die sind so spannend, dass es manch einen gruselt, wenn man nach der Lektüre mit seinem Hund zum Beispiel um den Sieglarer See herum spaziert. Es gab aber noch viel mehr Handwerkskunst zu bewundern und bestaunen. Modeschmuck in allen Variationen, Handarbeiten, von der kleinen Socke bis zur großen Patchwork-Decke und von der Stoffpuppe bis zur Aquarellmalerei. Bei Mr. A Design gab es schicke Hausbars, die aus Benzinkanister, Gitarre und Musikbox designt wurden. Ein tolles Geschenk boten auch die handgearbeiteten Sternzeichen als Holzpuzzle vom Porzer Joachim Kling. Wer etwas zum Verschenken suchte, auch für kleines Geld, wurde in der Aula des Kopernikus Gymnasiums bestimmt fündig.

Es gab zu der Veranstaltung aber auch noch einen dringenden Appell der BV-Vorsitzenden Marianne Lubig: „Wir brauchen dringend neue und junge Mitglieder, denn sonst schaffen wir das 50. Jahr nicht mehr, da alle, die immer kräftig mit anpacken, in einem Alter sind, bei dem das Arbeiten schwer fällt. Alleine für den Aufbau der Ausstellung mussten wir alle Kräfte mobilisieren; das geht so leider nicht weiter.“ Mit dem Verlauf der beiden Ausstellungstage waren Besucher und Aussteller zufrieden. Nun hoffen sie darauf, dass der BV neue und junge Mitglieder findet, damit die Vereinsarbeit auch in Zukunft weitergeführt werden kann.

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