Keine Karnevalssession 2020/21 in Niederkassel?

Karneval scheint wegen der Corona-Pandemie in weite Ferne gerückt. Nun fordert die Politik eine Absage von der Landesregierung. Es geht um die Existenz der Vereine.

Keine Karnevalssession 2020/21 in Niederkassel?

Karneval wird immer unwahrscheinlicher. Jüngst hat Bornheim die Entscheidung getroffen: Es wird dort keine Tollitäten, keine Sitzungen und keinen Straßenkarneval mit Umzügen geben. Wenn es die Corona-Situation zulasse, könnten möglicherweise Veranstaltungen in kleinem Rahmen stattfinden. Vernunft ist für die Bornheimer das oberste Gebot. Sie blicken auf die Zeit nach Corona, in der Karneval wieder wie gewohnt gelebt werden könne.

Wie sieht es in Niederkassel aus? Aktuell gibt es (nur) Forderungen der lokalen Politik:

Bitte kein „Karneval mit Einschränkungen“

„Karneval so, wie wir ihn kennen, wird in der Session 2020/2021 nicht möglich sein“, argumentiert auch Landrat Sebastian Schuster. Er habe daher den Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens, Armin Laschet, angeschrieben und darum gebeten, Veranstaltungen für die kommende Session abzusagen. Hintergrund sind die wegen der Corona-Pandemie gebotenen Abstands- und Hygieneregelungen, die die geplanten Karnevalsveranstaltungen für die Vereine nicht durchführbar machen. „Eine „wohlwollende“ Genehmigung des Karnevals mit Einschränkungen seitens der Landesregierung hätte für viele - gerade kleinere Gesellschaften und Vereine – eine verheerende Wirkung. Gleichbleibende Kosten bei einer mit großer Wahrscheinlichkeit verringerten Gästezahl, bringen die Vereine an ihren Ruin“, erklärt Landrat Schuster weiter.Und genau das darf nicht passieren! „Wir dürfen nun nicht kurzfristig denken; es gilt, unsere Traditionsvereine und unser vielfältiges Kulturgut dauerhaft zu erhalten.“ Gleichzeitig müsse man natürlich den Branchen eine Sicherheit bieten, die von einer Absage der Session besonders betroffen wären. „Ich hoffe, der Ministerpräsident trifft eine Entscheidung in diesem Sinne, obwohl sie sicher für jeden Karnevalisten ein Stich ins Herz sein wird“, so Landrat Schuster abschließend.

Offener Brief

Elf SPD-Politiker (Landrats- oder Bürgermeisterkandidaten) aus dem Rhein-Sieg-Kreis, fordern von der NRW-Landesregierung Klarheit. Neben dem Niederkasseler Bürgermeisterkandiaten , Matthias Großgarten, haben auch Dennis Waldästl (Rhein-Sieg), Marc Knülle (Sankt Augustin), Lutz Wagner (Königswinter), Stefan Pohl (Meckenheim) , Uwe Grote (Lohmar), Frank Goossens (Troisdorf), Stefan Rosemann (Siegburg), Mario Dahm (Hennef), Sara Zorlu (Eitorf) und Hans G. Angrick (Alfter) an Staatssekretärin Andrea Milz (CDU) geschrieben.

Auch sie warnen, dass im November die ersten Sitzungen und Proklamationen starten. Vereine haben Künstler für ihre Programme häufig ein Jahr im Voraus gebucht. Wenn nun weniger Gäste kommen, bedeute dies weniger einnahmen, bei gleichbleibenden Kosten.

In dem Brief heißt es abschließend: „Wir dürfen Sie eindringlich bitten, sich innerhalb der Landesregierung für eine zeitnahe Entscheidung zur Karnevalssession 2020/2021 stark zu machen, die nicht nur die Frage der Durchführung von Veranstaltungen in den Blick nimmt, sondern auch die finanziellen Folgen für die Vereine abwägt. Die derzeit vorhandenen Unterstützungsmaßnahmen für Vereine würden bei weitem nicht ausreichen.

Die Karnevalsvereine benötigten „unser aller Unterstützung, damit diese in der Zeit nach Corona noch existieren und wir alle wieder fröhlich miteinander schunkeln und feiern können.“

Ob unter diesen Voraussetzungen Karneval in Niederkassel stattfindet, bleibt fraglich. Auch wenn es wehtut, sieht es derzeit eher danach aus, auf Karneval weitestgehend verzichten zu müssen.

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