„April April“ - Woher stammt eigentlich der Aprilscherz?

Auf der ganzen Welt werden am 1. April Scherze gemacht und Streiche gespielt. Warum macht man das? Woher stammt diese Tradition? machPuls klärt auf.

„April April“ - Woher stammt eigentlich der Aprilscherz?

Am 1. April sollte man zunächst vorsichtig sein und nicht alles direkt glauben, was einem erzählt wird. Denn an diesem Tag kann es durchaus sein, dass man hinters Licht geführt wird. Mitmenschen versuchen sich gegenseitig reinzulegen und auch in den Medien gibt es häufig Aprilscherze.

Doch woher kommt der Brauchtum des „Aprilscherzes“ eigentlich?

Zum Ursprung des Aprilscherzes gibt es viele verschiedene Theorien und keine davon ist wirklich bewiesen. Was aber feststeht, ist, dass es diesen Brauchtum schon sehr lange gibt. Am weitesten verbreitet ist die Annahme, dass der Aprilscherz mit einer Kalenderreform durch den französischen König Karl IX. zu tun hat. Dieser verlegte nämlich im Jahr 1564 den Neujahrsbeginn vom 1. April auf den 1. Januar. Da es damals keine Zeitung oder Ähnliches gab, wussten viele Menschen nicht von der Kalenderreform und folgten am 1. April den Einladungen zum Neujahrsfest, die weiter verschickt wurden, und machten sich so zum Narren. Von Frankreich aus soll sich der Aprilscherz dann in ganz Europa verbreitet haben. Eine andere Theorie besagt, dass das wechselhafte Aprilwetter für den Brauchtum verantwortlich ist, da es uns oft täuscht und trügt. Dagegen spricht allerdings, dass der Aprilscherz auch in anderen Ländern Tradition ist, wo das Wetter im April beständig ist. Auch gibt es mehrere religiöse Ansätze für den Ursprung des Brauchtums. Die Redensart vom „in den April schicken“ konnte erstmals in einer aus Bayern stammenden Quelle aus dem Jahr 1618 nachgewiesen werden.

Aprilscherze in anderen Ländern

Aprilscherze sind neben den europäischen Ländern auch in großen Teilen Amerikas, Südafrikas und Indiens geläufig. Aber überall gibt es unterschiedliche Bräuche. In Frankreich, der Schweiz, Italien und Belgien versucht man beispielsweise sich gegenseitig Fische aus Papier auf den Rücken zu kleben, ohne dass der Andere es bemerkt. In den USA ist es üblich der Familie und Freunden eine Karte zum „April Fools’ Day“ zu schicken und in Portugal bespritzt man denjenigen, der auf einen Scherz reinfällt mit Wasser. In Spanien scherzt man nicht am 1. April, sondern am 28. Dezember, dem Día de los Santos Inocentes.

Die größten Aprilscherze der letzten Jahrzehnte

Bereits 1774 gab es den ersten Aprilscherz in einer Zeitung in Deutschland. Damals erklärte man den Leuten, wie man nicht nur Ostereier färbte, sondern auch Hühner in allen möglichen Farben züchten könne. Man brauche nur die Umgebung der Hühner in der jeweils gewünschten Farbe anzustreichen und schon würden sich die Hühner anpassen.

Einige der größten Aprilscherze stammen vom BBC. Der Sender berichtete am 1. April 1957 über die Spaghetti-Ernte in der Schweiz. In einem etwa zwei Minuten langen Schwarz-Weiß-Film wurden Frauen gezeigt, die die schnurförmigen Nudeln von Bäumen pflückten. Darauf würde zwar heute niemand mehr reinfallen, aber damals, als Spaghetti in Großbritannien noch nicht so verbreitet waren, sorgte der Scherz für sehr viel Verwirrung. Gerüchten zufolge riefen hunderte Zuschauer an und wollten wissen, wie sie selbst ein Spaghetti-Bäumchen pflanzen könnten. In einem anderen Jahr erklärte ein bekannter Astronom im BBC, dass um Punkt 9:47 Uhr aufgrund einer Konstellation, in der der Pluto exakt hinter dem Jupiter stünde, die Erdanziehung stark sinken würde. Menschen sollten in dieser Minute hochspringen, um einen Augenblick lang schweben zu können. Nach 9:47 Uhr gab es zahlreiche Anrufer beim BBC, die den Schwebemoment bestätigten. 2008 strahlte der BBC eine Dokumentation über eine neu entdeckte Pinguinart aus. Diese Pinguine seien die ersten, die fliegen könnten. Das Video, das angeblich in der Arktis gedreht wurde, stammte natürlich aus einem Studio und die Pinguine waren animiert. Trotzdem erlangte das Video Kultstatus.

Einen besonderen Scherz erlaubten sich 2011 in Deutschland auch einige Radiosender, die sich zusammengetan hatten. Sie gaben alle bekannt, dass das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg nun per Lotterie Punkte erlassen würde, um so das eigene schlechte Image aufzubessern. Es gab dazu sogar kurzzeitig eine eigene Homepage: "punkteerlass.de". Für das echte Bundesamt wird der Scherz wahrscheinlich nicht so lustig gewesen sein, dort liefen die Telefone heiß.

Aprilscherze heute

Inzwischen muss man feststellen, dass die Tradition des „In den April Schickens“ vor allem in Deutschland nicht mehr so verbreitet ist, wie bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Aprilscherze werden eher unter Kindern als unter Erwachsenen gemacht. Dennoch sind die medial inszenierten Aprilscherze auch heute noch sehr beliebt.

In diesem Jahr, zu Zeiten der Corona-Krise, sollte man außerdem vorsichtig sein, wem man einen Streich spielt. Viele Menschen sind angespannt und in Sorge, da ist nicht jeder für einen Spaß zu haben. Selbst der Google-Konzern, der sonst immer einen Aprilscherz bringt, verzichtet in diesem Jahr auf die Tradition - "aus Respekt vor all jenen, die gegen die Covid-19-Pandemie kämpfen", zitieren US-Medien Marketing-Chefin Lorraine Twohill.

——

Habt ihr schonmal jemanden in den April geschickt? Was war euer bester Aprilscherz? Postet eure Geschichte in die Kommentare. machPuls ist gespannt.

Logo